mini|Funcke & Hueck um 1875 mini|Schraubenfabrik Funcke & Hueck mini|Schraubenfabrik Hunke & Hueck 2021, die Ennepe unter dem Gebäude rechts Die Schraubenfabrik Funcke & Hueck in der westfälischen Industriestadt Hagen wurde im Jahr 1844 errichtet und produzierte bis in die 1990er Jahre. In ihren Blütejahren arbeiteten hier bis zu 1500 Beschäftigte (1913).

Lage Die Anlagen der Schraubenfabrik wurden am Zusammenfluss der Flüsse Ennepe und Volme errichtet. In den 150 Jahren des Bestehens wurden die nach und nach entstehenden Werksteile durch ein System aus Aufzügen, Treppen und Überführungen miteinander verbunden.

Produktion 1844 wurde hier die erste Dampfmaschine von Hagen aufgebaut, 1850 wurde auch die Produktion von Schienenbefestigungsmaterial aufgenommen, 1860 eine Gesenkschmiede (mit dem ersten Riemenfallhammer Deutschlands) angegliedert. Der Betrieb wurde 1970 vom Neusser Schraubenhersteller „Bauer & Schaurte“ übernommen, der 1980 nach der Fusion mit den Karcher-Werken (u. a. in Beckingen/Saar) zu „Bauer & Schaurte Karcher GmbH“ (BSK) umfirmiert wurde.Bauer & Schaurte - Chronologie des Niedergangs. Rheinische Post online, 10. Juli 2014, abgerufen am 5. Februar 2022. 1993 riss Saarstahl sein Tochterunternehmen BSK mit in die Insolvenz, bis die Werke 1994 von der Valois-Gruppe (Frankreich) aufgekauft wurden. Die Unternehmenssektion, welche „Funcke & Hueck“ verkörperte, überlebte die 1990er Jahre offenbar nicht. In diesem Jahrzehnt wurde der besagte Unternehmensteil stillgelegt.

Besitzer Gründerväter waren Bernhard Wilhelm Funcke I (1793–1857) und sein Neffe Friedrich Hueck. Wilhelm Funcke I schied bereits im Jahr 1846 aus, sein Sohn Wilhelm Funcke II (1820–1896) führte das Unternehmen mit Friedrich Hueck weiter, später dann Wilhelm Funcke III (1856–1910).

Sehr früh setzte Wilhelm Funcke II auf betriebliche Sozialpolitik (1855 Betriebskrankenkasse, 1869 Arbeitersparkasse, später auch Arbeiterwohnungsbau und Konsumverein).

Der Teilhaber Friedrich Hueck schied Ende des Jahres 1862 aus. 1875 trat Theodor Springmann (1840–1927) als Teilhaber ein.

Nach dem Ausscheiden der Familie Springmann im Jahr 1926 blieb das Unternehmen allein im Besitz der Nachkommen von Wilhelm Funcke III.

Von 1910 bis 1947 führten es die Brüder Wilhelm Funcke IV und Oscar Funcke, danach Fritz Falkenroth (bis 1959) und Wilhelm Harkort (ab 1959), beide Enkel von Wilhelm Funcke III.

2021 wurde das Gebäude von Olivia Aschke und Thomas Schmiedt-Hansen gekauft.

Zukünftige Nutzung Unter Federführung von Olivia Aschke, der Geschäftsführerin der Pflegeschule Aschke, im Frühjahr 2022 begannen die Renovierungsarbeiten an der Schraubenfabrik. Aus der, unter Denkmalschutz stehenden Fabrik soll ein moderner Gesundheitscampus mit Pflegeschule, Übernachtungsmöglichkeiten, Gastronomie und Events entstehen.

Eingebettet werden soll der Gesundheitscampus in eine parkähnliche Umgebung. Die Umgestaltung des angrenzenden Geländes hat sich die Stadt Hagen zur Aufgabe gemacht.

Nach einer umfassenden Sanierung wurde der Standort am 1. April 2025 als neuer Sitz der Pflegeschule Aschke eröffnet. Die Einrichtung verfügt über moderne Schulungsräume, digital ausgestattete Unterrichtsräume sowie praxisorientierte Ausbildungsbereiche für die theoretische und praktische Ausbildung in der Pflege.

Das Gebäude wird schrittweise weiter zu einem Bildungs- und Begegnungsstandort weiterentwickelt. Neben der Pflegeschule entstehen in den historischen Räumlichkeiten ein Hotel sowie ein Gastronomiebetrieb, die sich derzeit noch im Umbau befinden. Ziel ist die Entwicklung eines multifunktionalen Standorts, der Bildung, Beherbergung und Gastronomie in einem denkmalgeschützten Gebäude vereint.

Literatur Steffi Cornelius: Schraubenfabrikation in Westfalen. Das Beispiel Funcke & Hueck in Hagen. In: Joachim Hennze, Wolf-Dieter Gericke (Hrsg.): Schrauben und Gewinde. Sigmaringen 1992, S. 95–108.

Weblinks

Fotografien der Fabrikationsanlagen nach der Stilllegung (als Bauer & Schaurte) Kulturserver NRW Angaben zum Bestand F 160 - Funcke & Hueck im Westfälischen Wirtschaftsarchiv in Dortmund Angaben zum Bestand S 8/44 - Wilhelm Funcke im Westfälischen Wirtschaftsarchiv in Dortmund Pflegeschule Aschke Die alte Schraubenfabrik

Einzelnachweise

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