Das Dorf Beltheim liegt inmitten der Mittelgebirgslandschaft des Hunsrücks in der Verbandsgemeinde Kastellaun im Rhein-Hunsrück-Kreis, Rheinland-Pfalz. Aufgrund von Gebietsreformen ist das Dorf seit dem 17. März 1974 ein Ortsbezirk und Namensgeber der Ortsgemeinde Beltheim.
Geographie Lage Beltheim liegt zentral in der Mittelgebirgslandschaft des Hunsrücks nördlich der Hunsrückhöhenstraße etwa fünf Kilometer nordöstlich der Stadt Kastellaun.
Gemeindegliederung Die Ortsgemeinde gliedert sich in sechs Ortsbezirke: Ortsbezirkzugehörende WohnplätzeEinwohnerBeltheimOlbermannsmühle, Schmausemühle am Deimerbach, Schmollemühle928Frankweiler–245HeyweilerAuf dem Hau199Mannebach–96SchnellbachLindenhof309SevenichBuchenhof142Insgesamt 1.919
Nachbargemeinden Angrenzende Nachbarorte von Beltheim sind (im Uhrzeigersinn) Gondershausen, Bickenbach, Braunshorn, Gödenroth, Roth, Uhler, Korweiler, Dommershausen und Beulich.
Geschichte Der Ort Beltheim wurde im Jahre 893 im Prümer Urbar erstmals als Beltuom urkundlich erwähnt. Beltheim war seit dem späten Mittelalter der Hauptort des Beltheimer Gerichts, ein dreiherrisches Kondominium, zu dem 13 umliegende Ortschaften gehörten. Im 14. Jahrhundert war die Hälfte des Gerichtes in den Händen von Kurtrier und jeweils ein Viertel als Lehen im Besitz der Herren von Braunshorn und Waldeck. Der Waldecker Anteil gelangte 1366 an die Grafen von Sponheim.
Nach der Einnahme des linken Rheinufers durch französische Revolutionstruppen (1794) kam Beltheim zu Frankreich und gehörte von 1798 bis 1814 zum Kanton Kastellaun im Rhein-Mosel-Departement. Aufgrund der auf dem Wiener Kongress getroffenen Vereinbarungen wurde die Region 1815 dem Königreich Preußen zugeordnet. Unter der preußischen Verwaltung kamen alle heute zur Ortsgemeinde gehörenden Orte zur Bürgermeisterei Kastellaun im 1816 gebildeten Kreis Simmern im Regierungsbezirk Koblenz.
Seit 1946 ist der Ort Teil des Landes Rheinland-Pfalz. Im Rahmen der Mitte der 1960er Jahre begonnenen rheinland-pfälzischen Gebiets- und Verwaltungsreform wurde die heutige Gemeinde am 17. März 1974 aus den bis dahin eigenständigen Gemeinden Beltheim, Frankweiler, Heyweiler, Mannebach, Schnellbach und Sevenich neu gebildet.
Bevölkerungsentwicklung Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Beltheim bezogen auf das heutige Gemeindegebiet; die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten Jahr Einwohner 1815 1.106 1835 1.483 1871 1.699 1905 1.835 1939 1.921 1950 1.727 1961 1.646 Jahr Einwohner 1970 1.773 1987 1.829 1997 2.047 2005 2.054 2011 1.981 2017 1.95120222.001
Politik Gemeinderat Der Ortsgemeinderat der Ortsgemeinde Beltheim besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem. Die 16 Sitze verteilen sich auf insgesamt sechs Wählergruppen.
Die Sitzverteilung im Gemeinderat: Wahl WGH WGRö WGS WGM WGB WGRi Gesamt 2024 7 3 2 2 1 1 16 Sitze
Ortsbürgermeister Ortsbürgermeister der Ortsgemeinde Beltheim ist Uwe Hammes (WGH). Bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 wurde er mit einem Stimmenanteil von 84,74 % in seinem Amt bestätigt. Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 wurde Hammes mit 85,3 % der Stimmen ohne Gegenkandidat erneut wiedergewählt.
Ortsbezirke Jeder der sechs Orte der Ortsgemeinde Beltheim bildet einen Ortsbezirk mit einem Ortsbeirat und einem Ortsvorsteher.
Ortsbezirk Beltheim Der Ortsbeirat besteht aus sieben Mitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und der ehrenamtlichen Ortsvorsteherin als Vorsitzender.
Ortsvorsteherin ist Kornelia Kremer. Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde sie mit einem Stimmenanteil von 73,74 % und am 9. Juni 2024 als einzige Bewerberin mit 85,81 % jeweils in ihrem Amt bestätigt.
Wappen
Persönlichkeiten Der in Beltheim getaufte und aus Frankweiler stammende Johann Joseph Becker (1738–1800) war römisch-katholischer Pfarrer in Mastershausen und Landdechant des Dekanates Zell.
Der wohl bekannteste Beltheimer ist der Kleinwarenhändler Beldemer Lippert, der von 1888 bis 1963 lebte.
Siehe auch Liste der Kulturdenkmäler in Beltheim Liste der Naturdenkmale in Beltheim
Literatur
Ortsgemeinde Beltheim (Hrsg.): Beltheim im Wandel der Zeit 893–1993. Aus der Geschichte eines Hunsrückdorfes. Beltheim 1993. Ewald Dietrich: Auswanderung und Binnenwanderung Beltheimer Leibeigener im 18. Jahrhundert. In: Rhein-Hunsrück-Kalender, 54. 1998, S. 85–91. Paul B. Steffen: Eine von Vielen! Das Leben von Anne Steffen aus Beltheim als Missionsschwester in Brasilien (1882 bis 1914). In: Rhein-Hunsrück-Kalender. 1983, S. 91–93. Paul B. Steffen: Von einer Hunsrücker Dienstmagd zu einer Missionsschwester in Brasilien. Der Werdegang der Anna Steffen, Schwester Zachäa (1882–1914) aus Beltheim. In: Hunsrücker Heimatblätter. Nr. 148, 54 Jg., März 2012, S. 469–479. Paul B. Steffen: Schwester Wendelina SSpS, Anna Maria Kreuz 1871–1950. Ein Leben der aufopfernden Liebe für Arme u. Kranke in Argentinien. In: Rhein-Hunsrück Kalender Heimatjahrbuch 69. 2013, S. 123–129.
Weblinks
Beltheim - Grabhügel Beltheim - Villa Rustica
Einzelnachweise
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