Meta Samson, geborene Ascher (* 26. März 1894 in BerlinGeburtsregister Standesamt Berlin 1/2, Nr. 387; † November 1942 im KZ Auschwitz) war eine deutsche Pädagogin, Journalistin und Kinderbuchautorin.
Leben und Werk Meta Samson erlernte den Beruf der Erzieherin an der Pestalozzi-Fröbel-Schule. Während des Ersten Weltkrieges eröffnete sie in Berlin einen Kindergarten. Außerdem arbeitete sie als Journalistin unter anderem zu reformpädagogischen und zu frauenemanzipatorischen Themen. Jana Mikota: Jüdische Schriftstellerinnen – wieder entdeckt: „Sollte sich Spatz nun freuen oder traurig sein, daß die großen Geschwister so weit fort waren?“ Die Schriftstellerin, Journalistin und Pädagogin Meta Samson, Medaon, Magazin für jüdisches Leben in Forschung und Bildung, Ausgabe 6/2010
Sie musste ihre Stelle als Erzieherin nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten 1933 aufgeben. Um ihre drei Kinder durchzubringen, gab sie Nachhilfeunterricht und arbeitete als Haushaltshilfe. Ihren älteren Kindern Gert und Ellen gelang die Emigration nach Palästina und in die USA.
Samson blieb mit ihrer jüngsten Tochter Marlene in Berlin und nach der Einschränkung ihrer beruflichen Möglichkeiten schrieb sie Kinderbücher.
Ihr erstes und auch einziges Buch war das autobiografische Buch „Spatz macht sich“. Es war im Herbst 1938 das letzte gedruckte jüdische Kinderbuch. Weil nach der Drucklegung alle jüdischen Verlage verboten wurden, ist das Buch nicht mehr in den offiziellen Verkauf gelangt. Ausstellung jüdischer Kinderbücher: Baby Moses im Binsenkörbchen Bettina Kümmerling-Meibauer:Kindheitsbilder in der jüdischen Kinderliteratur des 20. Jahrhunderts (PDF; 74 kB) Meta Samson wurde zusammen mit ihrer Tochter Marlene drei Tage vor deren 14. Geburtstag im November 1942 nach Auschwitz deportiert und dort vergast.
Im Jahre 1990 organisierte ihr Neffe Walter Lindenberg, der mit einem Kindertransport nach England flüchten konnte, eine Neuauflage des Buches und schrieb dazu ein Nachwort. Montag, 15. Juli 2013, 18.30 Uhr: Meta Samson – „Spatz macht sich“ Das letzte Kinderbuch, das in Nazideutschland im jüdischen Philo-Verlag erschien
Werke Spatz macht sich. Illustrationen von Lilly Szkolny, Berlin: Philo-Verlag 1938 DNB Spatz macht sich. Altberliner Verlag, Berlin 1990, ISBN 3-357-00336-8. Kerstin Schoor: Vom literarischen Zentrum zum literarischen Ghetto : deutsch-jüdische literarische Kultur in Berlin zwischen 1933 und 1945. Göttingen: Wallstein, 2010 ISBN 978-3-8353-0656-1.
Literatur Hadassah Stichnote: Meta Samson, in: Bettina Kümmerling-Meibauer (Hrsg.): Jüdische Kinderliteratur: Geschichte, Traditionen, Perspektiven. Ausstellungskatalog. Wiesbaden 2005, S. 110 f. Samson, Meta, in: Joseph Walk (Hrsg.): Kurzbiographien zur Geschichte der Juden 1918–1945. München: Saur 1988, ISBN 3-598-10477-4, S. 325. Jana Mikota: Jüdische Schriftstellerinnen – wieder entdeckt: „Sollte sich Spatz nun freuen oder traurig sein, daß die großen Geschwister so weit fort waren?“ Die Schriftstellerin, Journalistin und Pädagogin Meta Samson. In: Medaon 4 (2010), 6 (online).
Weblinks
Meta Samson, bei Jüdisches Museum Berlin
Einzelnachweise
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