Wilhelm Olschewski (* 18. August 1871 in Lyck; † 30. April 1942 in München-Stadelheim) war ein deutscher Widerstandskämpfer und Mitbegründer der Hartwimmer-Olschewski-Widerstandsgruppe.

Leben alternativtext=Führer der bayerischen Räterepublik während ihrer Festungshaft – 1920; sitzend rechts Wilhelm Olschewski|mini|Führer der bayerischen Räterepublik während ihrer Festungshaft – 1920; sitzend rechts Wilhelm Olschewski Olschewski war Kaufmann und Offizier im Ersten Weltkrieg und hatte fünf Kinder, darunter der 1902 geborene spätere Widerstandskämpfer Wilhelm „Willy“ Olschewski. Seine Tochter Rosa war mit Otto Binder verheiratet. 1919 wurde er wegen führender Teilnahme an der Novemberrevolution 1918 in Augsburg wegen „Hochverrats“ zu sieben Jahren Festungshaft verurteilt. Nach seiner vorzeitigen Entlassung 1924 wurde er Geschäftsführer der KPD in Südbayern und arbeitete seit 1925 als Leiter der kommunistischen Neuen Zeitung. 1929 wurde Olschewski wegen nicht parteikonformer Einstellungen aus der Partei wieder ausgeschlossen. Er schloss sich der Widerstandsbewegung um den befreundeten ehemaligen Freikorpshauptmann des Bundes Oberland Josef „Beppo“ Römer an und arbeitete an der Zeitschrift Der Aufbruch mit, die reichsweit versuchte, national-konservative Kreise für eine revolutionäre, aber antinationalsozialistische Ziele zu gewinnen.

Olschewski wurde am 7. März 1933 in „Schutzhaft“ genommen und für drei Monate inhaftiert. Bis zum Herbst 1937 wurde er erneut dreimal für kurze Zeit inhaftiert und seine Wohnung in der Augustenstraße in München durchsucht. Sein Sohn Willy Olschewski wurde wegen seiner KPD-Mitgliedschaft von Juni bis Oktober 1933 ebenfalls in „Schutzhaft“ genommen. alternativtext=Stolperstein für Wilhelm Olschewski vor der Augustenstraße 100 in München|mini|222x222px|Stolperstein für Wilhelm Olschewski vor der Augustenstraße 100 in München Mit Kriegsbeginn 1939 organisierte Olschewski zusammen mit seinem Sohn einen Widerstandskreis von kommunistischen NS-Gegnern in der sogenannten Hartwimmer-Olschewski-Gruppe. Römer war dazu mehrmals zu Gesprächen mit Hans Hartwimmer und Olschewski nach München gekommen. Ziele der Gruppe war der Aufbau kleiner konspirativer Gruppen zur Schulung, Sabotagemaßnahmen und Vorbereitung von Aktionen, um im Fall der Kriegsniederlage zusammen mit Militärs und anderen Widerstandsgruppen die NS-Machthaber zu beseitigen, wobei Olschewski versuchte, das Widerstandsnetzwerk auch in Augsburg zu etablieren. Anfang 1942 gelang es der Gestapo, durch Infiltration innerhalb kurzer Zeit 43 Gruppenmitglieder in Berlin und München zu verhaften. Olschewski wurde am 4. Februar 1942 festgenommen und zuerst ins Gestapogefängnis im Wittelsbacher Palais, anschließend ins Gefängnis Corneliusstraße und am 19. April in die Krankenabteilung des Gefängnisses München-Stadelheim gebracht, wo er am 30. April 1943 durch die Verweigerung ärztlicher Hilfe ermordet wurde.

In mehreren Prozessen wurden 1944 sechs Mitglieder der Widerstandsgruppe, darunter sein Sohn Willy und sein Schwiegersohn Otto Binder, zum Tode verurteilt; andere erhielten langjährige Zuchthausstrafen. Willy Olschewski wurde am 28. Juni 1944 hingerichtet.

Gedenken 1987 wurde der Olschewski-Bogen in Feldmoching-Hasenbergl nach ihm benannt.

Im Münchner Nordfriedhof in Sektion 117, Reihe 13, Nummer 03 befindet sich die Familiengrabstätte von ihm, seinem Sohn Willy und dem Schwiegersohn Otto Binder. Auf einer Tafel steht die Inschrift: Liebe Kinder, Ihr sollt nicht klagen, liebe Kinder weinet nicht, wenn von unserem Opfertode diese Tafel zu Euch spricht . Wir fanden hier als Freiheitskämpfer unsere letzte Ruhestatt. Wir mußten unser Leben lassen, daß Krieg und Mord ein Ende hat.

Einzelnachweise

Kategorie:Person (Widerstand gegen den Nationalsozialismus) Kategorie:Person (München) Kategorie:München in der Zeit des Nationalsozialismus Kategorie:NS-Opfer Kategorie:Person der Novemberrevolution Kategorie:KPD-Mitglied Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1871 Kategorie:Gestorben 1942 Kategorie:Mann Kategorie:Person, für die in München ein Stolperstein verlegt wurde Kategorie:Kommunistischer Widerstand gegen den Nationalsozialismus Kategorie:Uhrig-Gruppe