Wilhelm „Willy“ Olschewski (* 7. Februar 1902 in Berlin; † 28. Juni 1944 in München-Stadelheim) war ein deutscher Widerstandskämpfer und Mitglied der Hartwimmer-Olschewski-Widerstandsgruppe.
Leben Olschewski war der Sohn von Wilhelm Olschewski und hatte vier Geschwister. Die Familie zog 1918 nach München. Durch den großen kommunistischen Freundeskreis seiner Eltern politisiert, wurde Olschewski 1925 Mitglied der KPD, leitete später die KPD-Gruppe in München-Thalkirchen und heiratete 1928 Gertrud Riesebeck. Seine Schwester Rosa war mit Otto Binder verheiratet. Nach der Verhaftung seines Vaters am 7. März 1933 wurde er am 9. Juni 1933 ebenfalls festgenommen befand sich bis zum 9. September 1933 im KZ Dachau in „Schutzhaft“. Nach seiner Entlassung hielt er wie auch sein Vater trotz ständiger Beobachtung durch die Polizei die Kontakte zu NS-Gegnern weiter aufrecht. Nach Beginn des Krieges beteiligte er sich am Aufbau der Hartwimmer-Olschewski-Widerstandsgruppe, die von Josef „Beppo“ Römer von Berlin aus geleitet wurde. Er nahm an den geheimen Besprechungen teil und baute Kontakte zu NS-Oppositionellen in Münchner Betrieben auf. Anfang 1942 war es der Gestapo gelungen, Spitzel in die Berliner Gruppe um Robert Uhrig und Römer einzuschleusen und so auch von den Aktivitäten der Münchner Gruppe zu erfahren. Sie konnte Gruppenmitglieder in Berlin und München verhaften, darunter auch Olschewski, der am 4. Februar 1942 festgenommen wurde.
Vom Volksgerichtshof wurde er als einer der Hauptangeklagten zusammen mit anderen Widerstandskämpfern am 20. April 1944 zum Tode verurteilt. Im Urteil hieß es: „Die Angeklagten haben 1941 und 1942 als alte Kommunisten in München an den Umtrieben einer illegalen Organisation mitgewirkt, die unter Führung des Hauptmanns a.D. Josef Römer und anderer Staatsfeinde den Sturz der nationalsozialistischen Staatsführung erstrebte und dabei auch Sabotage- und Terrorakte plante. Die Angeklagten werden deshalb wegen Vorbereitung zum Hochverrat und Feindbegünstigung zum Tode verurteilt und sind für immer ehrlos“. Olschewski wurde in das Gefängnis München-Stadelheim gebracht und dort am 28. Juni 1944 zusammen mit seinem Schwager Otto Binder und dem Widerstandskämpfer Engelbert Kimberger hingerichtet. Die Leichen der Hingerichteten wurden für eine Bestattung nicht freigegeben. Nachforschungen der Angehörigen ergaben nach Kriegsende, dass sie in der Anatomie der Würzburger Universität präpariert und für das Anatomiestudium verwendet worden waren. alternativtext=Stolperstein für Willy Olschewski in der Augustenstraße 98 in München|mini|200x200px|Stolperstein für Willy Olschewski in der Augustenstraße 98 in München Sein Vater war am 19. April 1943 in die Krankenabteilung des Gefängnisses München-Stadelheim gebracht worden, wo er am 30. April 1943 durch die Verweigerung ärztlicher Hilfe ermordet wurde.
Gedenken Am 14. September 1947, dem „Tag der Opfer des Faschismus“ wurden die Särge mit den sterblichen Überresten in einer Gedenkveranstaltung vor der Münchner Feldherrnhalle aufgebahrt und die Ermordeten von Mitgliedern der bayerischen Staatsregierung geehrt.
Auf dem Münchner Nordfriedhof in Sektion 117, Reihe 13, Nummer 03 befindet sich die Familiengrabstätte von ihm, seinem Vater Wilhelm Olschewski und dem Schwager Otto Binder. Auf einer Tafel steht die Inschrift: Liebe Kinder, Ihr sollt nicht klagen, liebe Kinder weinet nicht, wenn von unserem Opfertode diese Tafel zu Euch spricht . Wir fanden hier als Freiheitskämpfer unsere letzte Ruhestatt. Wir mußten unser Leben lassen, daß Krieg und Mord ein Ende hat.
Einzelnachweise
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