François Mingaud (auch Mingot, Mengaud, Minguad oder einfach nur M. Mingaud; * 4. Januar 1771 in Le Cailar, Nîmes, Frankreich; † 23. Dezember 1847 in Rotterdam, Niederlande) war ein französischer Karambolagespieler. Er gilt als Erfinder der Pomeranze, der ledernen Spitze des Billard-Queues. auf Billard-Tische.net. Abgerufen am 5. Juli 2013.Inventions that changed sport auf Inventorresource.co.uk. Abgerufen am 5. Juli 2013.

Karriere Wegen offener Kritik an der Napoleonischen Armee wurde Mingaud zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Nach seiner Entlassung aus der Bastille 1807 begann er seine Erfindung und die „Drall-Technik“ (Effet) des Spielballs in Paris zu demonstrieren. Diese Vorführungen führten stellenweise zu extremem Entsetzen bei den Zuschauern. Die unerklärlichen Verhaltensweisen des Balls nach dem Auftreffen auf den Objektball oder die Bande erzeugten beim Publikum das Gefühl, dass der Ball „vom Teufel besessen“ sei und deshalb beschlagnahmt werden sollte. Mingaud wird auch die Entdeckung des Masséstoßes zugeschrieben. Dabei wird das Hinterteil des Queues vertikal so weit angehoben, dass dieser fast senkrecht auf den Spielball trifft. auf snookergames.co.uk.

Persönliches Mingaud wurde 1771 in Le Cailar nahe Nîmes im Département Gard in Frankreich geboren. Unter der Herrschaft Napoleons meldete er sich zur Armee und diente dort im Rang eines „Capitaine“ (Hauptmann).

1807, nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis Bastille bereiste er Frankreich und Europa um sein „Trick Shot“-Können vorzuführen.

Im Jahr 1822 ließ sich Mingaud in der Hoogstraat in Rotterdam nieder und 1825, mit 54 Jahren, heiratete er erneut.

Billard Mingaud wurde wegen offener Kritik an Napoleons Armee zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. In der Bastille hatte er Zugang zu einem Billardtisch und studierte das Billardspiel. Zu dieser Zeit waren die Queues noch reine Holzstöcke und es war unmöglich den Bällen ein Effet zu geben. Ein Bruch an der Spitze seines Queues brachte Mingaud auf die Idee ihn mit einem Stück Leder seines Schuhs zu flicken. Der Vorläufer der heutigen Pomeranze war geboren. Es wird zwar vermutet, dass schon vorher Menschen Leder um ihren Queue banden, nachgewiesen ist das aber erst seit Minguad. Als erster perfektionierte er auch das Effet und die entsprechende Spieltechnik.

Seit 1790 verringerte die neue Praxis der Abrundung der Queuespitze das Abrutschen beim Stoß. Einige Publikationen schreiben Mingaud nicht nur die Erfindung der Pomeranze zu, sondern ebenso das Abrunden Trotzdem blieb die „Triff-oder-Verfehl-Angelegenheit“ weiterhin Bestandteil des Spiels. Bis dahin war noch keine Feinjustierung möglich, und Fehlstöße „unvermeidbar, wo Hartholz auf rutschiges Elfenbein trifft“. Die Anwendung von Effet (manchmal auch Drehung oder „English“, besonders in Nordamerika, genannt) war zu der Zeit eine noch unbekannte Form der Spielkunst.

Einfluss auf das Spiel 1807 begann Mingaud damit seine Erfindung und Spieltechniken in den Cafés von Paris zu demonstrieren. Er entwickelte ein Repertoire von 40 Stößen, darunter solche wie: Streifstöße, Seitendrall, Rück- und Nachläufer sowie den Masséstoß.The Guardian / The Observer, The 10: sports gear inventions by Tim Harris, Sunday 10 January 2010 Die Stammgäste der Cafés waren höchst erstaunt über die Ballkontrolle und -manipulation. So etwas hatte man vorher noch nie gesehen und sich nicht vorstellen können. Binnen kürzester Zeit wurde Mingauds Pomeranze zur Norm und es kam rasch zu weiteren Verbesserungen. Die Weiterentwicklung des Spiels verlief dazu parallel. 1823 wurde die Pomeranze aus Europa in die USA gebracht und dort dem Publikum vorgestellt. Ihr Ruhm war ihr bereits vorausgeeilt und es gab schon einige inländische Marken.Weiterentwicklung der Pomeranze – Hénine Ainé (französische Queuemanufaktur in Paris) wurde im Jahr 1830 gegründet und verbessert Mingauds Erfindung durch die Schaffung der „Schraubspitze“, so dass der Ersatz der Spitze zu einer viel einfacheren Angelegenheit wurde. Kurz nach Einführung der Pomeranzen in Frankreich, die massive Manipulation durch Drall (Effet) ermöglichte, wurden sie immer populärer. Nach und nach wurde deshalb das Punktesystem der bis dahin geltenden „Fehlstöße“ oder Taschen abgeschafft.

Reputation Mingauds Reputation wuchs schnell und bald war er bekannt als „Der große Meister des Spiels“. 1893 schrieb John Roberts in seinem Buch Roberts on Billiards:mini|Illustration eines Mannes der mit einem Queue spielt, die Frau jedoch noch mit dessen Vorläufer (Mace), einer Art Keule. Aus Michael Phelans Buch The Game of Billiards(1859).Illustration auf Google e-Books

mini|Mace – keulenartiger Vorläufer des modernen Queues

Veröffentlichungen mini|Würdigungsseite aus John Thurstons Buch The Noble Game of Billiards, 1831, 2. Ausgabe, Übersetzung von Mingauds französischer Abhandlung Noble Jeu de Billard, 1827 1827 publizierte Mingaud, in Paris, sein Buch mit dem Titel „Noble Jeu de Billiard – Coups extraordinaires et surprenans.“ (Das noble Spiel des Billards. Außerordentliche und überraschende Stöße) Es enthält 43 Bilder auf Kupferplatten und 70 Anleitungen zur Durchführung von Stößen. Ein einzelnes dieser Bilder auf Kupferplatten wird heute (Stand: Juli 2013) für 12.000 € gehandelt.

Um etwa 1829/30 herum wurde dieses Buch von dem englischen Billardtischhersteller John Thurston ins Englische übersetzt und veröffentlicht. Der englische Titel lautet: The Noble Game of Billiards; Extraordinary and surprising strokes which have excited the admiration of most of the Sovereigns of Europe.

Tod und Gedenken Er starb 1847, sein Grab befindet sich auf dem Kirchhof von Kralingen-Crooswijk, einem Vorort von Rotterdam.

Im Spanischen ist „Mingo“ die umgangssprachliche Bezeichnung des roten Balls beim Karambolage. Er wurde zu Ehren Mingauds nach ihm benannt.

In den 1990ern begann Cees Sprangers über die „verlorenen Mysterien“ Mingauds zu erforschen. Seine Ergebnisse resultierten in einem Essay, welches in dem 1994 von Victor Stein und Paul Rubino veröffentlichten Buch Billiard Encyclopedia erschien. Er zeigte viele Details von Mingauds Leben auf, einschließlich seines Vornamens, konkretisiert seine persönliche Geschichte und gibt zu einem großen Teil Informationen über seine Rolle bei der Erfindung der Pomeranze.

Quellen Roberts on Billiards von John Roberts (Senior), Erscheinungsjahr: 1869 Treasury of Trick Shots in Pool & Billiard von Robert Byrne, Erscheinungsjahr: 1983 Offizielle Homepage zum Buch (Flash; 227 kB)

Weblinks

5 Web-Referenzen über Mingaud

Anmerkungen

Einzelnachweise

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