mini|Museum Chasa Jaura Das Museum (dt. Haus der JauerMax Kettnaker: Hausinschriften – Darstellung und Interpretation einer Alltagskultur im Engadin, im Münstertal und im oberen Albulatal. Verlag Bündner Monatsblatt, Chur 1989, ISBN 3-905241-00-5. S. 281.Jauer bezeichnet die Rätoromanen des Münstertals, ferner deren Sprache.), auch Talmuseum Münstertal, ist eine 1973 in (Schweiz) eröffnete Kulturstätte. Sie befindet sich in einem über 300 Jahre alten Engadinerhaus und stellt gleichzeitig ein Heimatmuseum und ein Kunstmuseum dar.
Geschichte Das ehemalige Doppelhaus wurde im 17. Jahrhundert erbaut. Daten über der Freitreppe und im Dachstuhl zeugen von einem Umbau in den Jahren 1724 bis 1727. Eine Restaurierung erfolgte von 1970 bis 1973 unter der Leitung von Iachen Ulrich Könz,Roberto Togni: . In: ders.: Val Müstair: Forumsbericht des , Biella 2003. S. 10 (PDF, 197 KB.) Bei ecomusei.net abgerufen am 26. Juni 2013. eine Teilrestaurierung in den Jahren 1999 bis 2001.Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte (Hrsg.): Kunstführer durch die Schweiz. Band 2. Bern 2005, ISBN 978-3-906131-96-2. S. 265. Zeitweise diente es als Gemeindehaus.Erwin Poeschel: Die Kunstdenkmäler des Kantons Graubünden. Band V. Birkhäuser, Basel 1943. S. 392. Anstelle der früheren Scheune ist heute ein Ausstellungs- und Vortragssaal eingerichtet.Beschreibung der bei s Partnergemeinde Opfikon, abgerufen am 26. Juni 2013.
Beschreibung Haus Der Bau verfügt über einen zweigeschossigen polygonalen Erker mit dreigliedrigen Fenstergruppen. Aufgemalt sind Wappen der Drei Bünde und Wappen der Familie Capol aus der Umbauzeit im 18. Jahrhundert. Die bemalte Putzdekoration stammt aus dem Jahr 1724.
Museum Dauerausstellung Die Sammlung illustriert die frühere bäuerliche und handwerkliche Lebensweise der Talbevölkerung. Originale Möbel und Gerätschaften finden sich in Stube, Schlafkammer und Küche sowie in einer Alpkäserei.Beschreibung bei der Partnergemeinde Opfikon, abgerufen am 26. Juni 2013.
Hammerschmiede Im früheren Viehstall, im Keller des Hauses ist eine original erhaltene Hammerschmiede wiederaufgebaut. Diese war ursprünglich 1884 in eingerichtet worden.Die Mühlenliste Schweiz hingegen nennt Sta. Maria als Herkunftsort. ( Bei der Vereinigung Schweizer Mühlenfreunde abgerufen am 26. Juni 2013. (PDF, 33 KB.)) Während dreier Generationen wurde sie von einer Familie betrieben. Nach ihrer Stilllegung Mitte des 20. Jahrhunderts wurde sie in ihre rund 250 Einzelteile zerlegt und mittels Massstabzeichnungen und Fotografien dokumentiert.
Die Schmiede verfügt über ein Tiefschlächtiges Wasserrad, mit Durchmesser von 2,24 Metern. Bei der Vereinigung Schweizer Mühlenfreunde abgerufen am 26. Juni 2013. (PDF, 33 KB.)Adolf Gähwiler nennt 2.25 m. Ihre Holzteile sind allesamt aus Lärche gefertigt.Adolf Gähwiler. In der Neuen Bündner Zeitung, September 1964. Zitiert in: Hans Krähenbühl: Eisen, Schmiede und Hammerschmieden. Kap. 4: Die Hammerschmiede von . In: Bergknappe. Mitteilungen des Vereins der Freunde des Bergbaues in Graubünden. Nr. 49, 3/1989, 13. Jahrgang. Davos, August 1989. S. 15–17. , auf der Website des Bergbauvereins Silberberg Davos, abgerufen am 3. Juli 2013. Die Wasserradwelle, zwei Hammerwerke und ein Schleifstein lassen sich hier besichtigen. Der Blasebalg und ein Luftzeugungsfass (WassertrommelgebläseSiehe dazu: Willfried Epprecht: Über Wassertrommelgebläse im früheren Bergbau. Mit Ergänzung zur Hammerschmiede von durch Adolf Gähwiler. In: Bergknappe. Mitteilungen des Vereins der Freunde des Bergbaues in Graubünden. Nr. 47, 1/1989, 13. Jahrgang. Davos, Februar 1989. S. 25 (PDF; 2,4 MB) auf der Website des Bergbauvereins Silberberg Davos abgerufen am 3. Juli 2013.) für die ebenfalls aufgebaute Esse sind, samt den Schmiedewerkzeugen, zu sehen.
Es ist diese noch die einzige solche Anlage im Kanton und eine von nur 15 in der ganzen Schweiz erhaltenen. Ein durch Adolf Gähwiler erstelltes Modell der Hammerschmiede von findet sich im Bergbaumuseum Davos.Bergknappe, Mitteilungen des Vereins der Freunde des Bergbaues in Graubünden, Nr. 47, 1/1989. Davos 1989. S. 15. (PDF; 2,4 MB), auf der Website des Bergbauvereins Silberberg Davos abgerufen am 27. Juni 2013.
Sonderausstellungen Es gibt saisonale Wechselausstellungen, die jeweils einzelnen Exponenten der zeitgenössischen bildenden Kunst gewidmet sind. Deren Werke werden zur Hauptsache nicht in separaten Räumen, sondern innerhalb der Sammlung ausgestellt. Dadurch tritt altes Volksgut in Dialog mit den Ausdrucksformen der Gegenwart. Teilweise werden die Objekte eigens für die Ausstellungen konzipiert.Ursina Straub: In: Bündner Anzeiger, 19. August 2009, S. 9. Abgerufen am 2. Juli 2012. (PDF, 2.9 MB.)
Bibliothek Institutionell mit dem Haus verbunden ist die 1984 gegründete . Diese Bibliothek der Talschaft umfasst mehrere tausend Bände. Sie befindet sich heute in einem anderen Gebäude, im Gemeindesaal.Winterfeste Kultur im . Neue Zürcher Zeitung vom 5. Dezember 2002, abgerufen am 2. Juli 2013. Sie beherbergt unter anderem den Nachlass des Romanisten Heinrich Schmid.Winterfeste Kultur im . In: Neue Zürcher Zeitung, 5. Dezember 2002. Auch befinden sich als Nachlass von Giovannes Mathis Manuskripte von einzelnen seiner Werke hier.
Aktivitäten Veranstaltungen Die beschriebene Schau wird ergänzt durch ein kulturelles Veranstaltungsprogramm. Zu diesem gehören Autorenlesungen (bislang u. a. von Peter Bichsel, Wilhelm Genazino, Lukas Hartmann, Manfred Koch, Brigitte Kronauer, Werner Lutz, Angelika Overath und Herbert Rosendorfer), Vorträge (u. a. von (2009,Referat Bin ich ein Europäer? Zum 90-jährigen Jubiläum der 2009. Laut Sendungsbeitrag . am 30. Oktober 2009. Programmhinweis (mit Link zu Audiodatei) bei abgerufen am 26. Juni 2013. (rätoromanisch) 2013)), Filmvorführungen (z. B. Die Frau mit den 5 Elefanten von Vadim Verneryko oder Fredi M. Murers Vitus) sowie Konzerte und Theaterabende.
Autorenlesungen (Auswahl) (2012) Judith Giovannelli-Blocher (2012) Michael Hampe: Vier Meditationen über das Glück. (2010) Jürg Kienberger (2011) Hugo Loetscher (2009) (2011) Erika Pedretti: Fremd genug (2010) (2012)
Leitung und Betrieb Das Museum ist im saisonalen Betrieb, während des Sommerhalbjahres geöffnet. Als Kuratorin wirkte von 1989 bis 2014 Inge Blaschke. Sie erhielt 2002 für ihr Wirken einen Anerkennungspreis des Kantons Graubünden: «In Anerkennung ihrer innovativen Arbeit als Kuratorin und Leiterin des Museums , dem sie neue Impulse verleiht und so das kulturelle Leben der und des Kantons Graubünden anregt und bereichert.» (PDF; 221 KB) Auf der Website des Kantons Graubünden abgerufen am 6. Juni 2013.
Ausstellungen (Auswahl) 2014: Hans Jörg Glattfelder: glattfelder sehen.Ales Bänninger: Mündige Betrachter der konkreten Kunst. Laudatio zur Vernissage, auf der Website des Autors abgerufen am 23. Juli 2014. (PDF) 2013: Rita Ernst, Konstruktive Weite.Gisela Kuoni: Das Kloster Müstair inspiriert Rita Ernst zu neuen Arbeiten. Ausstellungs-Besprechung. In: Die Südostschweiz vom 16. Juli 2013, abgerufen am 28. Juli 2013. 2012: Peter Kurzeck, Ein Sommer der bleibt.Peter Kurzeck erzählt das Dorf seiner Kindheit. In: Gießener Allgemeine vom 22. August 2012, abgerufen am 25. Juni 2013. 2011: Jacques Guidon, – noch immer.Gefördert mit einem Projektbeitrag der UBS Kulturstiftung. Siehe (PDF, 3.7 MB.) Bei der UBS abgerufen am 26. Juni 2013. 2010: Beat Zoderer, das Ende der Ränder. 2009: Jürgen Partenheimer, – .Flyer auf der Website des Künstlers, abgerufen am 24. Juni 2013. (PDF, 33 KB.)Uwe Wieczorek: Jürgen Partenheimer im Museum . In: Die Macht der Fiktion : ein Literatur-Spezial. Du – die Zeitschrift der Kultur, Nr. 299, September 2009. S. 116–117. Auf der Website des Künstlers, abgerufen am 24. Juni 2013. ( jurgenpartenheimer.com PDF, 332 KB.)Gisela Kuoni: Das Glück diese Kunst zu finden. In: piz, Sommer 2009, S. 44–46. Auf der Website des Künstlers, abgerufen am 24. Juni 2013. (PDF, 123 KB.) 2008: Natascha Borowsky, Plastik.Gisela Kuoni: Inspiration ist buchstäblich auf der Strasse zu finden. In: Die Südostschweiz, 31. Juli 2008. S. 7. (PDF; 188 KB), abgerufen am 26. Juli 2013. 2006: Marta Herzog: Transparente Räume.Datenblatt zur Ausstellung In: Sikart, abgerufen am 2. Juli 2013.Marta Herzog – transparente Räume. Anlässlich der Ausstellung im Museum Chasa Jaura Valchava. Selbstverlag, 2006, ISBN 978-3-033-00932-5. 2006: Annelies Štrba 2005: Jacques Guidon 2004: Yves Netzhammer, Video- und BildarbeitenGisela Kuoni: : Netzhammer im Museum . In: Kunstbulletin. 10/2004. () Abgerufen am 2. Juli 2013. 2003: Not VitalGisela Kuoni: in der und im Museum . In: Kunstbulletin. 10/2003. () Abgerufen am 2. Juli 2013. 2002: Emil Brunner: Tausend Blicke. Kinderporträts aus dem Bündner Oberland 1943/1944.Vergangene Ausstellungen, bei der Fotostiftung Schweiz abgerufen am 26. Juni 2013. 2000: Christine Laprell: Malerei, Collage. 1998: : Historische und moderne Heizsysteme.Siehe: Ausstellungen. In: Mittelalter. Zeitschrift des Schweizerischen Burgenvereins, 3. Jahrg., 1998/2. Basel 1998, . S. 34. burgenverein.ch (PDF, 1.7 MB.) Beim Schweizerischen Burgenverein abgerufen am 25. Juni 2013.
Publikationen (Auswahl) Sagen aus dem Münstertal. 1986. (= Band 1 der Schriftenreihe der .) Hans-Peter Schreich-Stuppan: Münstertaler Orgeln. 1986. (= Band 2 der Schriftenreihe der .) Georg Jenny: Das Gemeindehaus wird zum Museum: Museum Biblioteca Chasa Jaura, Valchava 1986. (= Band 3 der Schriftenreihe der .) : Willy Reber – von Valbella nach und . Ausstellung Museum , 6. April bis 6. Mai 2012 / Museum , 14. April bis 26. Mai 2012. Museum 2012. : – der Künstler von Zernez. Eine Festschrift zum 80. Geburtstag von , mit Ansprachen von und Andreas Klaeui. Anlässlich der Ausstellung, Museum , 2. Juli bis 13. Oktober. Museum 2011.Jacques Guidon : der Künstler von Zernez, in der der Deutschen Nationalbibliothek : Die Enge, die Weite. Rita Ernst. Zur Ausstellung «Konstruktive Weite.» Mit einem Text von Wita Noack. Museum 2013. (Deutsch, Rätoromanisch) Milana Herendi (Hrsg.): Das Ende der Ränder. Leporello zur Ausstellung von Beat Zoderer, mit einem Text von Gerhard Mack.Mack, Gerhard; in der DNB Museum 2010. Uwe Wieczorek: Das Schlüsselloch im Museum : Jürgen Partenheimer, – . Anlässlich der Ausstellung. (Übers. ins Romanische: Lia Rumantscha.) Museum 2009.Konferenzschrift Das Schlüsselloch im Museum Chasa Jaura Valchava, bei der Deutschen Nationalbibliothek abgerufen am 26. Juni 2013. Inge Blaschke, Anita Gaudenz, Jürg Goll und Matthias Wetter: Erich . Sammlungskatalog. Hrsg. von der 1990. (Rätoromanische und deutsche Ausgabe.)
Literatur David Coulin: . Das Museum im Münstertal. In: Du, Juli/August 2006, ISBN 978-3-03717-026-7. S. 10. auf der Website der DU Kulturmedien AG, abgerufen am 25. Juni 2013. Michael Guggenheimer: Die Deutsche im Dorf – Zeitgenössische Kunst inmitten einheimischer Tradition. In: St. Galler Tagblatt vom 7. August 2012. (Online auf der Website des Autors) Max Kettnaker: Hausinschriften : Darstellung und Interpretation einer Alltagskultur im Engadin, im Münstertal und im oberen Albulatal. Verlag Bündner Monatsblatt, Chur 1989, ISBN 3-905241-00-5. S. 237, 281. Kunstführer durch die Schweiz. Band 2. Hg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Bern 2005, ISBN 978-3-906131-96-2. S. 265. Robert Luzzi (Hrsg.): . Lyrik und Prosa (Erstveröffentlichungen) der Münstertaler Autoren Carl Fasser, , Tista Murk, und Claudia Taverna-Huder. Titelgrafik von Constant Könz. W. Roth, Thusis 1972. (rätoromanisch)Der Verkaufserlös ging ans Museum . Siehe Vorwort des Herausgebers, S. 3. Erwin Poeschel: Die Kunstdenkmäler des Kantons Graubünden. Band V. Birkhäuser, Basel 1943. S. 392.
Weblinks
Website des Museums Museum auf dem Kulturportal Graubünden Museum im Kunstbulletin
Andreas Kläui: Die . Interview mit der Museumsleiterin. Reflexe-Sendung vom 9. August 2012, bei Radio SRF 2