Andesin gilt wie Labradorit heute nicht mehr als eigenständiges Mineral, sondern ist ein Plagioklas, eine Mineralmischung aus Albit und Anorthit aus der Gruppe der Feldspate innerhalb der Mineralklasse der Silikate mit der allgemeinen Summenformel (Na,Ca)Al(Si,Al)3O8. Strukturell gehört Andesin zu den Gerüstsilikaten.
Andesin kristallisiert im triklinen Kristallsystem und findet sich überwiegend in Form körniger bis massiger, aber auch plattiger Mineral-Aggregate.
Etymologie und Geschichte Benannt wurde Andesin nach seinem ersten Fundort, den südamerikanischen Anden.
Chemismus Andesin bildet zusammen mit Albit, Oligoklas, Labradorit, Bytownit und Anorthit die vollkommene Mischreihe der Plagioklase. Plagioklase mit einem Gehalt von 30 bis 50 Mol % Anorthit (An30 bis An50) werden als Andesin bezeichnet.
Varietäten Belomorit ist eine Varietät von rosa-weiße Farbe mit bläulich irisierendem Schimmer. Anderen Quellen zufolge gilt Belomorit auch als Synonym für Mondstein beziehungsweise unnötige Handelsbezeichnung für einen Plagioklas (Peristerit)-Mondstein aus den granitischen Pegmatiten Nordkareliens im Gebiet des Weißen Meeres.
Bildung und Fundorte Andesin gehört zu den gesteinsbildenden Mineralen und bildet sich magmatisch in Andesiten, Granodioriten und Dioriten. Es kommt auch metamorph in Gneisen und Migmatiten vor.
Fundorte sind unter anderem Bodenmais in Deutschland, das Esterelgebirge und das Massif Central in Frankreich, Adamello in Italien und die Anden in Südamerika.
Siehe auch Systematik der Minerale Liste der Minerale
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Zwischenglied oder Mischkristall Kategorie:Gerüstsilikate (Strunz)