Der Zionskirchplatz ist ein fünfeckiger Platz in der Rosenthaler Vorstadt, einem Stadtviertel im Berliner Ortsteil Mitte. Er liegt auf dem rund 53 Meter hohen Veteranenberg,Geländehöhen im Umweltatlas Berlin, Stand: 2009. einer Erhebung am südwestlichen Rand der Barnim-Hochfläche und ist als Gartendenkmal mit der Nummer 09010210 in der Berliner Landesdenkmalliste eingetragen.
Geschichte Der Zionskirchplatz entstand bei der Bebauung des neuen Berliner Viertels auf Basis des Hobrecht-Plans von 1862 in der Abteilung XI als Platz D. Entsprechend den Vorstellungen des Berliner Magistrats erhielt der Gartenarchitekt Joseph Pertl den Auftrag, den markanten Schnittpunkt von fünf Straßen ansprechend zu gestalten, zeitgleich mit dem benachbarten Arkonaplatz. Mit der Errichtung der Zionskirche (1866–1873) im Zentrum des Platzes erhielt er am 13. Dezember 1866 seinen Namen.Anmerkung zum Datum der Platzbenennung: Im Berliner Adressbuch des Jahres 1868 werden erstmals Straße und Platz namentlich aufgeführt: Die Druckherstellung benötigte einen größeren zeitlichen Vorlauf, Formulare waren auszufüllen, einzusammeln und auszuwerten. Danach mussten die Texte gesetzt und gedruckt werden, deshalb erscheint die Angabe Dezember 1866 zur Namensvergabe des Platzes glaubwürdig. (Im Gegensatz zur Denkmaldatenbank und der Bildunterschrift in der Berliner Zeitung vom Oktober 2014 mit 1873–1876.) Der Platz wurde als Schmuckplatz mit kleinteiligem Pflaster und Zierstreifen aus dunklen Basaltsteinchen gestaltet, in dem marmorne Sternornamente die Zugänge zum Inneren des Platzes markieren. Rund um die Kirche bildeten vier dicht gepflanzte Lindenreihen und dazwischen Rasenstreifen eine zusammenhängende Grünfläche. Die Platzanlage war anfangs durch ein nachts zu verschließendes schmiedeeisernes Gitter geschützt.
Im Jahr 1989 stellte das Bezirksamt seitlich der Kirche eine Bronzeplastik von Karl Biedermann zu Ehren des Widerstandskämpfers Dietrich Bonhoeffer auf, der in der Kirche tätig gewesen war und später von Nationalsozialisten hingerichtet wurde.Denkmale in Berlin. Ortsteil Mitte. Landesdenkmalamt Berlin, 2003, S. 570.
In den über 150 Jahren seit der Platzeinweihung sind einige Veränderungen und Nachpflanzungen vorgenommen worden, die vom ursprünglichen Gestaltungsplan stark abwichen. So ließ der Senat von Berlin in den Jahren 2013/2014 den Platz für etwa 1,5 Millionen Euro neu gestalten, wobei die historische Wegeführung mit ihren Sichtachsen wieder hergestellt wurde und Baumnachpflanzungen mit Linden und Kastanien erfolgten.Wie in alten Zeiten. Großfoto mit Text in der Berliner Zeitung vom 14. Oktober 2014, S. 15.
Nutzung Außer durch Spazier- und Kirchgänger wird der Platz unmittelbar vor dem Kircheneingang regelmäßig durch einen Ökomarkt genutzt.Info zum Bauern- und Wochenmarkt auf dem Zionskirchplatz; abgerufen am 15. Oktober 2014
Bei schönem Wetter öffnet die Kirchengemeinde sonntagnachmittags ein Café vor der Kirche. ; abgerufen am 15. Oktober 2014
Siehe auch Liste der Straßen und Plätze in Berlin-Mitte Liste der Kulturdenkmale in Berlin-Mitte
Literatur Landesdenkmalamt Berlin (Hrsg.): Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Denkmale in Berlin. Ortsteil Mitte. Michael Imhof Verlag, Petersberg 2003, ISBN 3-935590-80-6, S. 570.
Weblinks
Einzelnachweise und Anmerkungen
Kategorie:Berlin-Mitte Kategorie:Erbaut in den 1860er Jahren Kategorie:Gartendenkmal in Berlin Kategorie:Platz in Berlin Kategorie:Platz in Europa