mini|295px|Würrich im Hunsrück aus westlicher Richtung mini|Blick aus dem Linienflugzeug auf Würrich (April 2010) Würrich ist eine Ortsgemeinde im Rhein-Hunsrück-Kreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Kirchberg (Hunsrück) an.

Geographie Würrich liegt zentral im Hunsrück, direkt an der Hunsrückhöhenstraße, die hier über die Landesstraße 193 geführt wird, und in unmittelbarer Nachbarschaft des Flugplatzes Frankfurt-Hahn.

Nachbarorte von Würrich sind die Ortsgemeinden Belg im Nordosten, Schwarzen im Südosten, Bärenbach im Süden, Hahn im Südwesten und das bereits zum Landkreis Cochem-Zell gehörende Altlay im Nordwesten.

Geschichte Der Ort wurde im Jahr 1295 erstmals urkundlich erwähnt und war im Besitz der Grafen von Sponheim. Um das Jahr 1310, nach neueren Erkenntnissen des Landeshauptarchivs Koblenz wohl 1330–1335, wird der Ort unter den Namen Werche und Werreche im Sponheimischen Gefälleregister der Grafschaft Sponheim erwähnt. Bereits 1317 wurde in Würrich eine Kapelle genannt. 1437 fiel der Ort den Markgrafen von Baden und den Pfalzgrafen bei Rhein zu, die als Gemeinsherren Belg und Würrich verwalteten. 1708 kam es zur Teilung des Herrschaftsgebietes, Belg und Würrich wurden dem Markgrafen von Baden zugeteilt.

Mit der Besetzung des Linken Rheinufers 1794 durch französische Revolutionstruppen wurde der Ort französisch, 1815 wurde er auf dem Wiener Kongress dann dem Königreich Preußen zugeordnet. In der Flur „Auf der Acht“ wurde 1870 ein römischer Gutshof entdeckt.

Nach dem Ersten Weltkrieg zeitweise wieder französisch besetzt, und nach dem Zweiten Weltkrieg der französischen Besatzungszone zugeordnet, ist der Ort seit 1946 Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz.

Das ehemalige Schulhaus von Würrich wurde 1996 am Originalstandort abgebaut und im Volkskunde- und Freilichtmuseum Roscheider Hof wieder errichtet. Im Mai 2000 konnte Richtfest gefeiert werden. Danach diente das Haus zur Demonstration des Fachwerkbaus und für entsprechende Schulklassenprojekte. Nach weiteren Umbauten wurde das Haus 2008 für das allgemeine Publikum geöffnet.

Statistik zur Einwohnerentwicklung Die Entwicklung der Einwohnerzahl der Gemeinde Würrich, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen: Jahr Einwohner 1815 184 1835 227 1871 194 1905 175 1939 172 1950 184 1961 178 Jahr Einwohner 1970 185 1987 171 1997 154 2005 164 2011 150 2017 158

Religion Zur Evangelischen Kirchengemeinde Würrich gehören neben dem Hauptort noch Altlay, Belg, Rödelhausen, Peterswald-Löffelscheid, Hahn und die Briedeler Siedlung Briedeler Heck. Die Fusion mit der Kirchengemeinde Hahn und ihrem Filialdorf Briedeler Heck erfolgte 1978.

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Würrich besteht aus sechs Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und der ehrenamtlichen Ortsbürgermeisterin als Vorsitzender.

Bürgermeister Simone Roßkopf wurde am 29. Juli 2024 Ortsbürgermeisterin von Würrich. Da für die Direktwahl am 9. Juni 2024 kein Wahlvorschlag eingereicht wurde, oblag die Neuwahl des Bürgermeisters gemäß rheinland-pfälzischer Gemeindeordnung dem Rat, der sich auf seiner konstituierenden Sitzung einstimmig für Simone Roßkopf entschied.

Roßkopfs Vorgänger Elmar Herberts hatte das Amt 30 Jahre ausgeübt und kandidierte bei der Wahl 2024 nicht mehr als Ortsbürgermeister, wurde aber zum Ersten Beigeordneten der Gemeinde gewählt.

Wappen

Kultur und Sehenswürdigkeiten In der Denkmalliste des Landes Rheinland-Pfalz ist die evangelische Kirche in der Dorfstraße als Gesamtanlage, bestehend aus dem 1887/88 errichteten Saalbau, dem ehemaligen Chorturm aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts und dem Friedhof, als Kulturdenkmal ausgewiesen.

Literatur Willi Wagner: Belg und Würrich: zwei Hunsrückdörfer und ihre Geschichte. Belg/Würrich 1996.

Weblinks

Ortsgemeinde Würrich auf den Seiten der Verbandsgemeinde Kirchberg

Einzelnachweise

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