Liepgarten ist eine Gemeinde im Landkreis Vorpommern-Greifswald im Osten des deutschen Landes Mecklenburg-Vorpommern. Die Gemeinde wird vom Amt Am Stettiner Haff mit Sitz in Eggesin verwaltet.

Geografie Die Gemeinde Liepgarten schließt an den südwestlichen Ortsausgang der Stadt Ueckermünde direkt an. Das Gemeindegebiet erstreckt sich vom Westufer der unteren Uecker bis in die Ueckermünder Heide hinein. Am Rand der Gemeinde liegt der Apothekerberg, mit 24 m ü. NHN die höchste Erhebung zwischen Uecker und der Friedländer Großen Wiese.

Umgeben wird Liepgarten von den Nachbargemeinden Ueckermünde im Norden, Eggesin im Osten, Torgelow im Süden sowie Meiersberg im Westen.

Zur Gemeinde Liepgarten gehören die Ortsteile Jädkemühl, Liepgarten und Starkenloch.

Geschichte Liepgarten Gegenüber anderen Orten des Gebietes hat Liepgarten eine deutlich längere Geschichte. Vor der Germanisierung im Zuge der Ostexpansion gab es an der Stelle eine slawische Siedlung namens Lipagor (: Lindenberg), die 1241 erstmals erwähnt wurde.

Die Eigentümer der Ortschaft wechselten häufig, ab 1270 gehörte sie zur neu gegründeten Stadt Ueckermünde. Ab 1496 war Liepgarten wieder herzoglicher Besitz. In den Wirren des Dreißigjährigen Krieges war der Ort sogar zeitweise unbewohnt. Nach und nach erholte sich das gesamte Gebiet, und den Bewohnern öffneten sich neben der Landwirtschaft neue Erwerbszweige.

Ab dem Anfang des 18. Jahrhunderts wurde Teer gebrannt, Ende des 19. Jahrhunderts entstanden viele Ziegeleien, in Liepgarten, das 1895 1072 Einwohner hatte, waren allein drei in Betrieb. In der kalten Jahreszeit wurde der Ton gestochen, ab dem Frühjahr wurde er getrocknet und gebrannt. Eine Besonderheit war der Farbunterschied: die westlich der Uecker hergestellten Ziegel waren rot, die von der gegenüberliegenden Seite gelb. In Liepgarten lebten bis zum Zweiten Weltkrieg einige Familien von der Kahnschifferei. 1933 erreichte die Einwohnerzahl mit 1220 Bewohnern einen Höhepunkt.

Das Bild Liepgartens hat sich seit der politischen Wende gewandelt. Ein neuer Straßenbelag löste 1993 die alte Pflasterung der Ortsstraße ab und neue Bäume wurden gepflanzt. In der Mitte Liepgartens steht die im 15. Jahrhundert gebaute Kirche. Einige Häuser aus der Gründerzeit sind erhalten geblieben, die heute noch das Ortsbild prägen.

Jädkemühl Jädkemühl hieß früher Gödeke Möhlen, was auf eine ehemalige Mühle hindeutet.

Starkenloch Starkenloch entstand als eine der sogenannten Holländereien, was von der Siedlungsweise abgeleitet worden ist (der Nachbarort südlich Liepgartens trägt den Namen Torgelow-Holländerei). Zwischen den beiden Ortsteilen lag das heute entwässerte Weiße Moor. Dank einer Umweltschutzgruppe blüht inzwischen wieder das Weiße Wollgras, das dem Gebiet einst den Namen gab.

Politik Gemeindevertretung und Bürgermeister Der Gemeinderat besteht (inkl. Bürgermeister) aus sieben Mitgliedern. Die Wahl zum Gemeinderat am 26. Mai 2019 hatte folgende ErgebnisseWahlergebnisse auf www.amt-am-stettiner-haff.de:

Partei/Bewerber Prozent Sitze CDU30,232 Einzelbewerber Becker17,741 Einzelbewerber Weier16,541 Bürgerbündnis mit Kompetenz für Vorpommern13,981 Einzelbewerberin Boesel13,461 Einzelbewerberin Gilbert8,051

Bürgermeister der Gemeinde ist Falk Becker, er wurde am 29. November 2020 mit 81,85 % der Stimmen gewählt.Wahlergebnis auf www.amt-am-stettiner-haff.de

Wappen

Flagge links|mini|hochkant|20px Flagge der Gemeinde Liepgarten Die Flagge wurde am 9. September 2003 durch das Ministerium des Innern genehmigt.

Die Flagge ist quer zur Längsachse des Flaggentuchs von Gelb, Grün und Gelb gestreift. Die gelben Streifen nehmen jeweils ein Viertel und der grüne Mittelstreifen die Hälfte der Länge des Flaggentuchs ein. In der Mitte des grünen Streifens liegt das Gemeindewappen, das zwei Drittel der Höhe und ein Drittel der Länge des Flaggentuchs einnimmt. Die Länge des Flaggentuchs verhält sich zur Höhe wie 5:3. (PDF).

Dienstsiegel Das Dienstsiegel zeigt das Gemeindewappen mit der Umschrift „GEMEINDE LIEPGARTEN“. (PDF).

Patenschaft Liepgarten unterhält seit 2002 eine Patenschaft zur Stabs- und Versorgungskompanie des Jägerbataillons 413, bis 2015 Panzerbataillon 413, der Bundeswehr in Torgelow-Spechtberg.

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Kirche Liepgarten Aussichtsturm Apothekerberg Liepgarten Erdholländer Windmühle Liepgarten Reste der Ziegelei in der Torgelower Straße – von ehemals vier Ziegeleien in Liepgarten, die Tongruben sind in der Feldmark noch zu sehen → Siehe: Liste der Baudenkmale in Liepgarten

Wirtschaft und Infrastruktur Ansässige Unternehmen (Auswahl)

Verkehrsanbindung Die Gemeinde liegt an der Verbindungsstraße von Ueckermünde nach Torgelow. In Ferdinandshof, 16 Kilometer von Liepgarten entfernt, besteht Anschluss an das Bundesstraßennetz (Bundesstraße 109 von Pasewalk nach Anklam). Der nächste Bahnhof befindet sich im angrenzenden Ueckermünde.

Persönlichkeiten Gerhard M. Gülzow (1904–1980), bis 1945 Oberkonsistorialrat der Marienkirche in Danzig

Weblinks

Liepgarten im Amt Am Stettiner Haff

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Vorpommern-Greifswald Kategorie:Ort in Pommern