mini|hochkant=1.25|Karl Kling im W 196 beim Oldtimer-Grand-Prix 1976 in der Südkehre des Nürburgrings Der Große Preis von Deutschland 1954 (offiziell XVII Großer Preis von Deutschland / Großer Preis von Europa) fand am 1. August auf dem Nürburgring in Nürburg statt und war das sechste Rennen der Automobil-Weltmeisterschaft 1954. Der 1954er Große Preis von Deutschland hatte auch den FIA-Ehrentitel Großer Preis von Europa.

Bericht Hintergrund In den beiden vorherigen Rennen zeigte sich, dass der Mercedes-Benz W 196 auf Hochgeschwindigkeitskursen wie Reims mit seiner Stromlinienform dem Rest des Feldes überlegen war, bei kurvenreichen Strecken wie Silverstone jedoch keine Siegchance hatte. Deshalb verzichtete Mercedes für den Großen Preis auf dem Nürburgring bei drei Wagen auf die Stromlinienform und brachte stattdessen eine neue Karosserie mit freistehenden Rädern. Der zu dieser Zeit in der Weltmeisterschaft Führende, Juan Manuel Fangio, ging zusammen mit Karl Kling, Hermann Lang und Hans Herrmann für Mercedes an den Start. Herrmann fuhr den einzigen Stromlinienwagen. Für Lang war es das letzte Formel-1-Rennen seiner Karriere.

Theo Helfrich fuhr in seinem ebenfalls letzten Formel-1-Rennen einen Klenk-BMW. Für den Wagen war es der zweite und letzte Formel-1-Grand-Prix.

Nach dem Großen Preis von Großbritannien führte Fangio in der Fahrerwertung mit 13,5 Punkten vor seinem Landsmann José Froilán González, der zusammen mit Mike Hawthorn, Maurice Trintignant und Piero Taruffi für Ferrari an den Start ging.

Der Große Preis von Deutschland wurde von 16 auf 22 Runden verlängert, wodurch eine Gesamtdistanz von über 500 Kilometern zurückgelegt werden musste. Das führte zu einer Gesamtdauer des Rennens von 3 Stunden und 45 Minuten. Ohne Betrachtung der Indianapolis 500, die in den 1950er Jahren als Weltmeisterschaftsläufe zählten, war dies nach dem Großen Preis von Kanada 2011 das am längsten dauernde Formel-1-Rennen.

Zu dem Grand Prix trat kein ehemaliger Sieger an.

Training Im Training sicherte sich erneut Fangio die Pole-Position mit einer Zeit von 9:50,1 Minuten. Damit war er drei Sekunden schneller als der zweitplatzierte Hawthorn im Ferrari und zehn Sekunden schneller als Stirling Moss in einem privat eingesetzten Maserati. Weltmeisterschaftskontrahent González qualifizierte sich auf Platz fünf. mini|Für Onofre Marimón wurde es das letzte Grand-Prix-Wochenende Der Argentinier Onofre Marimón verunglückte im Training tödlich. In der Wehrseifen-Kurve verlor er die Kontrolle über seinen Wagen und stürzte einen Abhang hinunter. Dabei überschlug sich sein Maserati mehrfach, wodurch Marimón unmittelbar beim Unfall starb. Marimón war das erste Todesopfer der Formel 1 an einem Rennwochenende. Aus Respekt und Trauer zogen Luigi Villoresi und Ken Wharton ihre Rennteilnahme zurück.

Rennen Beim Start bestätigte Mercedes seine Favoritenrolle. Fangio, Lang und Kling übernahmen die Führung und behielten sie in den ersten Runden des Rennens. Ferrari-Fahrer Hawthorn lag in aussichtsreicher Position hinter den beiden Mercedes, schied aber durch einen Aufhängungsschaden bereits in der dritten Runde aus. Moss und Roberto Mieres stellten ihre Wagen ebenfalls wegen technischer Defekte in der Anfangsphase des Rennens ab, ebenso wie die beiden Gordini-Fahrer André Pilette und Paul Frère. Kling überholte Lang und fuhr in 9:55,1 Minuten beziehungsweise mit 138,0 km/h die schnellste Runde des Rennens.

Das Rennen war geprägt von vielen Ausfällen durch technische Defekte oder Beschädigungen der Wagen. Auch die beiden Mercedes-Fahrer Lang und Herrmann fielen aus. Lang hatte sich mehrfach gedreht; dabei war der Motor abgestorben und konnte nicht wieder gestartet werden. Bei Herrmann war eine defekte Kraftstoffleitung Ausfallursache. Insgesamt kamen nur zehn Fahrer, weniger als die Hälfte des Fahrerfeldes, ins Ziel.

González beendete sein Rennen in Runde 16 freiwillig auf Platz drei liegend. Der bereits ausgeschiedene Hawthorn nutzte die Chance und übernahm González Wagen und versuchte in den folgenden Rennrunden mit dem Ferrari die beiden führenden Mercedes einzuholen.

An der Spitze des Feldes führten Fangio und Kling einen harten teaminternen Kampf, bei dem Kling von der Strecke abkam und seinen Wagen beschädigte. Er musste zu einem ungeplanten Reparaturboxenstopp kommen. Nachdem Lang vorher ebenfalls auf Platz zwei liegend in der zehnten Runde nach einem Dreher ausgeschieden war, übernahm Hawthorn dessen Position. Hawthorn machte weiteren Boden auf Fangio gut, wurde aber durch beginnenden Nieselregen gegen Ende des Rennens eingebremst.

Damit gewann Fangio den Großen Preis von Deutschland ungefährdet mit einem Start-Ziel-Sieg. Hawthorn wurde Zweiter vor seinem Teamkollegen Trintignant. Kling im Mercedes und Sergio Mantovani komplettierten die Punkteränge. Mantovani holte somit Punkte für Maserati. Kling erhielt für die schnellste Rennrunde zusätzlich einen Meisterschaftspunkt.

In der Fahrerweltmeisterschaft baute Fangio seinen Vorsprung auf Kontrahent und Landsmann González weiter aus. Ein Sieg im nächsten Rennen würde den vorzeitigen zweiten Titelgewinn Fangios bedeuten. Gonzalez und Trintignant blieben weiterhin die nächsten Verfolger von Fangio. Hawthorn und Kling lagen auf den Plätzen vier und fünf.

Meldeliste Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen 1 Ferrari 625F1 Ferrari 2.5 L4 2 Ferrari 625F1 3 Ferrari 553 Squalo/Ferrari 555 Supersqualo 4 Ferrari 625F1 5 Maserati 250F Maserati 2.5 L6 6 7 8 Maserati 250F Maserati 2.5 L6 9 Gordini Type 16 Gordini 2.5 L6 10 Gordini 2.0 L6 11 Gordini 2.5 L6 12 Gordini 2.5 L6 14 Maserati 250F Maserati 2.5 L6 15 Maserati A6GCM Maserati 2.5 L6 16 Maserati 250F Maserati 2.5 L6 17 Maserati 250F Maserati 2.5 L6 18 Mercedes-Benz W 196 Mercedes-Benz 2.5 L8 19 20 21 22 Klenk Meteor BMW 2.0 L6 14 Ferrari 625F1 Ferrari 2.5 L4 15 Ferrari 500/Ferrari 625F1

Klassifikationen Startaufstellung Pos. Fahrer Konstrukteur Zeit Start 1 9:50,1 1 2 9:53,3 2 3 10:00,7 3 4 10:01,5 4 5 10:01,8 5 6 10:05,9 6 7 10:07,5 7 8 10:11,3 tödlicher Unfall 9 10:11,9 810 unbekannt – 11 10:13,1 9 12 10:16,1 10 13 10:23,0 11 14 10:28,7 12 15 10:39,1 13 16 10:43,7 14 17 10:47,0 15 18 11:04,3 16 19 11:10,3 17 20 11:13,4 18 21 11:18,3 1922 keine Zeit – 23 keine Zeit 20

Rennen Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Stopps Zeit Start Schnellste Runde 1 22 3:45:45,8 1 2 22 + 1:36,5 5 3 22 + 5:08,6 7 4 22 + 6:06,5 20 9:55,1 (16.) 5 21 + 1 Runde 13 6 21 + 1 Runde 11 7 21 + 1 Runde 12 8 21 + 1 Runde 16 9 20 + 2 Runden 10 10 20 + 2 Runden 8 – 18 DNF 17 – 10 DNF 9 – 8 DNF 14 – 8 DNF 19 – 7 DNF 4 – 4 DNF 6 – 3 DNF 2 – 2 DNF 15 – 1 DNF 3 – 00 DNF 18– DNS – – – – – DNS – – – – – DNS – – – – –

WM-Stand nach dem Rennen Die ersten fünf bekamen 8, 6, 4, 3 bzw. 2 Punkte; einen Punkt gab es für die schnellste Runde. Beim Großen Preis von Großbritannien teilten sich sieben Fahrer die schnellste Runde, sodass jeder 1/7 eines Punktes, also 0,14 Punkte erhielt. Es zählten nur die vier besten Ergebnisse aus acht Rennen.

Fahrerwertung Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte 1 Maserati / Mercedes 36,14 2 Ferrari 17,64 3 Ferrari 154Ferrari 10,64 5 Mercedes 10 6 Kurtis Kraft 8 7 Ferrari 6 8 Kuzma 69Kurtis Kraft 510Maserati 4,1411 †Maserati 4,1412Ferrari 413Maserati 314Gordini 215Gordini 216Kurtis Kraft 217Maserati 218Maserati 219Kurtis Kraft 1,520Kurtis Kraft 1,521Mercedes 122Gordini 0,1423Maserati 0,1424Maserati 025Maserati 026Ferrari 027Ferrari 0 Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte28Maserati 0 29 Cooper 030Connaught 0 31 Maserati 032Connaught 033Connaught 034Cooper 035Ferrari 0–Gordini 0–Maserati 0–Gordini 0–Ferrari 0–Maserati 0–HWM 0–Gordini 0–Gordini 0–Connaught 0–Maserati 0–Connaught 0–Ferrari 0–Gordini 0–Vanwall 0–Cooper 0–Cooper 0–Mercedes 0–Klenk Meteor 0 Weblinks

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Einzelnachweise

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