mini|hochkant|Marianne Pletscher (2013) Marianne Pletscher (* 25. Juni 1946 in Zürich) ist eine schweizerische Dokumentarfilmerin, Buchautorin und Dozentin für Dokumentarfilm.

Leben Jugend und Ausbildung Marianne Pletscher lernte nach der Primar- und Mittelschule in Zürich Sprachen an der Dolmetscherschule Zürich (DOZ) und schloss sie mit dem Übersetzerdiplom ab. Danach begann sie als Reporterin und Redakteurin beim Schweizer Fernsehen (heute Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)) in den Sendungen Tagesschau, Kassensturz, Antenne, CH-Magazin, Rundschau zu arbeiten. Neben ihrer TV-Arbeit3sat-Werkschau 1998, sowie während längeren Arbeitsunterbrechungen, studierte sie Politikwissenschaft an der Harvard University, USA. Später studierte sie Spielfilm am American Film Institute in Los Angeles. Es folgten zahlreiche Zusatzausbildungen in der Erwachsenenbildung sowie ein Nachdiplomkurs in Entwicklungszusammenarbeit (NADEL) an der ETH Zürich.

Filmisches Schaffen und Lehre mini|Marianne Pletscher und Werner Schneider (2013) Nach Pletschers Einsätzen als Reporterin Auslandskorrespondentin und Redaktorin spezialisierte sie sich auf Dokumentarfilme, hauptsächlich für die TV-Sendungen DOK und Sternstunde des deutschen und rätoromanischen Fernsehen. Während ihrer Tätigkeit beim Fernsehen realisierte sie auch einige Filme als freie Autorin. Seit Juli 2011 wirkt sie als Selbständige. Sie hat über 50 mittellange und lange Dokumentarfilme realisiert und zahlreiche Preise gewonnen.

Neben der Arbeit als Filmautorin begann sie in den 1990er Jahren auch als Dozentin für Dokumentarfilm zu arbeiten, sowohl beim Schweizer Fernsehen SRF, als auch am Medienausbildungszentrum (MAZ) Luzern, an der Medienwerkstatt Bern und der Internationalen Hochschule für Film und Fernsehen (EICTV) in San Antonio de los Baños auf Kuba. Diese Lehrtätigkeit führte sie oft aus mit ihrem Lebenspartner, Kameramann Werner Schneider. Mit ihm zusammen realisierte sie bis zu seinem Tod im Jahr 2007 die meisten Filme. Mehrfach war sie im Auftrag dieser Schulen auch als Supervisorin tätig. Nach 2007 betreute und bildete sie im Auftrag der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) in Nepal Kameraleute, Journalisten und Filmemacher im Fach Dokumentarfilm aus. Sie arbeitete als Coach für junge Filmemacher in der Schweiz und in Spanien.

Themen ihres Œuvres sind u. a. Frauen, Kinder, Gesundheit, Alter, Sterben, Minoritäten, Flüchtlinge, Entwicklungszusammenarbeit, Kriminalität, Gefängnis, Theater, Schriftsteller. Sie sagt über sich: «Themen fliegen mir zu».

2025 veröffentlichte die Cinémathèque suisse Eine Ausstellung zum frühen feministischen Film der Schweiz,Eine Ausstellung zum frühen feministischen Film der Schweiz, auf home-expo.cinematheque.ch die unter anderem auch Marianne Pletschers wichtigen Film zum Zürcher Frauenhaus Hier habe ich gelernt, dass eine Frau auch ein Mensch sein kann behandelt.Sophie Holzberger: «Ich habe nichts zu verlieren»: Filme aus den Frauenhäusern, in: Schöbi, Caroline, Waack, Linda, Winzeler, Seraina (Hg.) Texte zum feministischen Film der Schweiz, Repérages 01/2025, Die Ausstellung enthält auch ein Videointerview mit Marianne Pletscher.

Bücher Weggehen ist nicht so einfach – Gewalt gegen Frauen in der Schweiz. Limmat Verlag, Zürich 1977/1985, ISBN 3-85791-011-9. mit Niklaus Scherr, Thomas Schaffroth, Katharina Ley, Rita Schiavi, Adriano Gloor: Basta – Fremdarbeiter in den 80er Jahren. Limmat Verlag, Zürich 1980, ISBN 3-85791-026-7. zus. mit anderen: Wer hat Angst vorm schwarzen Mann – Notizen zur schweizerischen Asylpolitik. Limmat Verlag, Zürich 1981, ISBN 3-85791-026-7. als Hrsg.: Da und doch so fern – Vom liebevollen Umgang mit Demenzkranken. Rüffer & Rub Sachbuchverlag, Zürich 2014/15, ISBN 978-3-907625-74-3, auch als Hörbuch. mit Marc Bachmann (Fotos): Wohnen wir im Paradies? – die Bernoullihäuser in Zürich. Lars Müller Publishers, Zürich 2016, ISBN 978-3-03778-502-7. mit Marc Bachmann: 90 plus. Mit Gelassenheit und Lebensfreude. Limmat-Verlag, Zürich, ISBN 978-3-85791-876-6.Bericht in Alzheimer.chPortrait Visit mit Marc Bachmann: „Wer putzt die Schweiz“ Migrationsgeschichten mit Stolz und Sprühwischer. Limmat-Verlag Zürich, ISBN 978-3-03926-035-5 Daneben arbeitet sie regelmässig als Autorin für die Internet-Zeitschrift journal21.ch und diverse andere Zeitungen.

Filmografie

Auszeichnungen und Ehrungen 1986: Preis für die beste ausländische TV-Produktion am Filmfestival Havanna, für Jenseits der Landstrasse 1988: 2. Preis Dokumentarfilmfestival New York, für Schalttag 1995: Grosser Preis Rencontres Nord-Sud, für Das Tal der Frauen 1996: Spezialpreis der Jury Filmfestival Piemont, für Das Tal der Frauen italienische Version 1996: Zürcher Fernseh- und Radiopreis, für Heimat oder Hölle mit Hans Haldimann 1999: 1. Premi Cristal der Cuminanza rumantscha radio e television, für Seguir la glüm (Der Film heisst in der deutschen Version «Die Bräute Jesu») 1999: Anerkennungspreis der Stiftung Kloster St Johan Mustair für Seguir la glüm, zusammen mit Susanna Fanzun 2003: Sonderpreis des Bergfilmfestivals Trento, für Das harte Brot der Berge 2003: Katholischer Medienpreis der Schweizer Bischofskonferenz, für Besser Sterben 2006: Berner Radio- und Fernsehpreis, für Tiere als Therapeuten 2010: Von der Schweizer Tageszeitung Tages-Anzeiger wird Marianne Pletscher als «Grande Dame des Schweizer Dokumentarfilms» bezeichnet. 2020: Marianne Pletscher wird als eine von 5 Filmpionierinnen der Schweiz im Schweizer Landesmuseum gefeiert. Mit Podium und einem online verfügbaren Interview in der Serie Her Story Box.

Weblinks

Website von Marianne Pletscher Marianne Pletscher bei Verband Filmregie und Drehbuch Schweiz

Marianne Pletscher auf Play SRF Artikel und virtuelle Ausstellung der Cinémathèque suisse auf den Plattformen Home - virtuelle Ausstellungen der Cinémathèque suisse und Repérages - Zeitschrift der Cinémathèque suisse, publiziert März 2025.

Einzelnachweise

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