Martin Keune (* 27. Juli 1959 in Kierspe; † 27. Dezember 2017 in Berlin) war ein Schriftsteller mit Wohnsitz in Berlin und Semlin.
Leben und Wirken Keune war Geschäftsführer einer Werbeagentur. Er war einer der Gründer und Vorsitzenden des Berliner Vereins Flüchtlingspaten Syrien.Christin Schmidt: Flüchtlingspaten Syrien: Martin Keune ist ein „guter Deutscher“. Märkische Allgemeine Zeitung, 12. August 2015, abgerufen am 29. Dezember 2017.Virginia Kirst: Flüchtlingspaten: Berliner holen Syrer auf eigene Kosten nach Deutschland. Die Welt, 20. August 2015, abgerufen am 29. Dezember 2017.Esther Diestelmann: Flüchtlingshilfe: Lebenslange Verpflichtung für völlig Fremde. Zeit Online, 18. September 2015, abgerufen am 29. Dezember 2017.Susanne Arlt: „Flüchtlingspaten Syrien“: Engagierte Bürger unterstützen Asylbewerber. Deutschlandfunk, 9. Juli 2015, abgerufen am 29. Dezember 2017.Website des Vereins „Flüchtlingspaten Syrien e. V.“, abgerufen am 29. Dezember 2017.„Aktion Syrer retten“. Video über die Arbeit der Flüchtlingspaten Syrien e. V.; Erstausstrahlung beim NDR, abgerufen am 14. Oktober 2016.Jennifer Gregorian: Ab 10 € pro Monat Menschenleben retten. Interview mit Martin Keune über seine Arbeit für die Flüchtlingspaten Syrien e. V. auf Spezialinfo, 18. Januar 2017, abgerufen am 29. Dezember 2017.
1978 arbeitete Martin Keune als Pflastermaler am Berliner Kranzler-Eck am Kurfürstendamm.Martin Keune: Bericht über die Arbeit als Pflastermaler, in: martinkeune.de, 3. Oktober 2012, abgerufen am 18. August 2016.Martin Keune: Vollspast: Alexander Abasov rollt ins Berufsleben: Inklusion mit Behinderungen. Passage über die Pflastermalerzeit in Keunes Reportageroman Vollspast, abgerufen am 18. August 2016.
Von 1984 bis 1989 arbeitete Keune als Background Artist, Drehbuchautor und in der Comic-Abteilung der Trickfilmproduktion von Gerhard Hahn, bevor er sich mit einer eigenen Werbeagentur selbständig machte.
Von 2003 bis 2013 war Martin Keune als passionierter Läufer Mitveranstalter des Semliner Drei-Seen-Laufs, einer seit 1978 bestehenden Volkslaufveranstaltung mit zuletzt bis zu 1000 Teilnehmern, die traditionell am letzten Julisamstag stattfindet.Semliner 3-Seen-Lauf. Ortsbeirat Semlin, abgerufen am 29. Dezember 2017.
Im Juni 2016 versteigerte Keune drei Tafeln Kinder Schokolade mit dem Kinderporträt des Fußballspielers Jérôme Boateng zugunsten der Flüchtlingspaten Syrien. Boateng hatte die Tafeln zuvor für die Flüchtlingsinitiative signiert. Die Aktion war eine satirische Replik auf vorhergegangene abwertende Äußerungen von Alexander Gauland und Pegida Bodensee und erregte deutschlandweite Medienaufmerksamkeit.Erlöse für Flüchtlingshilfe: Boateng signiert Schoko-Packungen und lässt sie versteigern. In: Stern.de, 7. Juni 2016, abgerufen am 26. Juni 2016.Boateng signiert Kinderschokolade. In: jetzt.de, 7. Juni 2016, abgerufen am 26. Juni 2016.Heiko Hesse: Boateng-Schokolade rettet ein Kind. Märkische Allgemeine, 10. Juni 2016, abgerufen am 26. Juni 2016 (Alexander Gauland war bis 2005 Herausgeber der Märkischen Allgemeinen).Jerome Boateng: DFB-Star signiert nach Anfeindungen Kinderschokolade für die Flüchtlingshilfe. In: focus.de, 7. Juni 2016, abgerufen am 26. Juni 2016.Benjamin Prüfer: Boateng reagiert unheimlich cool auf den Wirbel um seine Person. In: Huffington Post, 7. Juni 2016, abgerufen am 26. Juni 2016. Die drei Tafeln erzielten zusammen einen Versteigerungserlös von 3690 €.
Martin Keune starb am 27. Dezember 2017 im Alter von 58 Jahren an einem Gehirntumor, von dem er erst knapp drei Monate vorher erfahren hatte.
Werke 1999: Mertenspuppe, Kriminalroman, dtv 2000: Kaktus Joe oder Die kubistische Geliebte, Kriminalroman, als E-Book 2011 2009: Groschenroman. Das abenteuerliche Leben des Erfolgsschriftstellers Axel Rudolph, Biografischer Roman, be.bra verlag 2011: Vollspast. Inklusion mit Behinderungen, EigenverlagLaszlo Scholtze; Inklusion trotz Amt. Rezension auf literaturkritik.de, 14. Mai 2014, abgerufen am 29. Dezember 2017. In: Impulse. Magazin der Bundesarbeitsgemeinschaft für Unterstützte Beschäftigung 03/2011, , S. 26–29, abgerufen am 29. Dezember 2017 (pdf; 2,7 MB). 2013: Black Bottom: historischer Kriminalroman, be.bra verlagBlack Bottom: Martin Keune & Swingband (live im Soda Club). Ausschnitte aus einer Lesung im Berliner „Soda Club“ am 31. August 2013 mit der Frank Hultzsch Band und dem Titelsong des Romans. Kurz nach der nächtlichen Lesung, in der es u. a. um den Mord am Türsteher eines Musikclubs geht, stirbt der Türsteher des „Soda Clubs“ unter den Schüssen unbekannter Angreifer. Veröffentlicht am 3. September 2013, abgerufen am 29. Dezember 2017 (YouTube-Video; 4:48 Minuten). 2014: Die Blender: historischer Kriminalroman, be.bra verlagAutor zersägt Stuhl bei Lesung! Bei einer Lesung aus „Die Blender“ zersägt Martin Keune den Autorenstuhl – ein Protest gegen die geplante Schließung der Stadtbibliothek in Rathenow, abgerufen am 14. Oktober 2016. Video auf YouTube, veröffentlicht am 20. Mai 2014, abgerufen am 29. Dezember 2017 (Video, 2:56 Minuten). 2015: Knockout: historischer Kriminalroman, be.bra verlagCrimeTime – Martin Keune liest aus „Knockout“. Video einer Lesung im ehemaligen Bordell über dem Café Brel, Berlin, Savignyplatz, auf Lesenlive, abgerufen am 14. Oktober 2016 (Video; 36:22 Minuten).
Semliner Hefte Seit Sommer 2010 erscheinen vierteljährlich die Semliner Hefte, kleine Bücher eines Autorenkollektivs aus Keune, Heike Brett, Martina Huchthausen, Frieder Neumann (†) und anderen zu Dorfgeschichte, Fauna, Flora sowie Kinderbücher und Reiseführer rund um das westhavelländische Dorf Semlin. Martin Keune war der Herausgeber der Reihe und fotografierte und layoutete die 32-seitigen Drucke. Von den bisherigen 28 Ausgaben schrieb er: 2010: Semliner Krug: ein Märchen aus dem Westhavelland 2011: Seeumrundung: Wanderführer um den Hohennauener und Ferchesarer See, mit Heike Brett 2011: Die Semliner Seifenmaus, Kinderbuch, illustriert von Kristina Heldmann 2012: Semliner Tiere: Was in Semlin so kreucht und fleucht 2012: Verrat in Semlin. Neues aus dem Leben des Axel Rudolph 2013: Semliner See. Der Hohennauener, Semliner und Ferchesarer See: Fakten, Mythen, Katastrophen, mit Heike Brett 2013: Die Tote im Schilf. Semliner Kriminalroman 2014: Es geschah im Schloss: Die Geschichte der Lötze.Christin Schmidt: Neues Semliner Heft mit spannenden Geschichten über die „Lötze“ – Was ist „Rathenower Roulette“? In: Märkische Allgemeine, 20. Februar 2014, abgerufen am 14. November 2016. 2014: Semlin im Krieg. Das Dorf im Ersten Weltkrieg (mit Heike Brett) 2014: Semliner Bäume. Alte, Riesen, Zugereiste: Ein Staun- und Wanderbuch 2014: Semlin bei Nacht: Von Bibern, Anglern, Sternenfreunden 2015: Semlin 2041: Das Dorf in der ZukunftChristin Schmidt: Gewagte Prognose: Semlin im Jahr 2041 – Die Zukunft ist bunt und womöglich nass. Rezension in: Märkische Allgemeine, 15. Juni 2015, abgerufen am 14. November 2016. 2015: Semliner Gesichter. Fotoprojekt mit 100 Porträtfotos der EinheimischenChristin Schmidt: Semliner Gesichter – Das schönste Wort der Welt: Semlin. In: Märkische Allgemeine, 13. Oktober 2015, abgerufen am 14. November 2016. 2015: Semlin für Anfänger 2016: So ein Zirkus in Semlin. Kinderbuch (illustriert von Kristina Heldmann)Heiko Hesse: Märchen aus Semlin: Zuviel Schnaps und ein Löwe als Orgelspieler. Rezension in: Märkische Allgemeine, 19. Dezember 2016, abgerufen am 19. Dezember 2016. 2017: 1945: Kriegsende in Semlin, Die ersten Wochen nach dem Zweiten Weltkrieg (mit Heike Brett) 2017: Semliner Kindergarten (mit Heike Brett und Ingrid Schmidt)Martin Keune: Semlin im Havelland: Darum hat man Kindergärten gebaut. Textausschnitt in: Märkische Allgemeine, 4. August 2017, abgerufen am 1. Oktober 2017. 2017: Semliner Insekten-Buch
Ausstellungen 1981: Lüdenscheider Künstler, Städtische Galerie Lüdenscheid. Gemeinschaftsausstellung mit Nitrofrottagen von Martin Keune 1982: Balance, Federzeichnungen und Nitrofrottagen in der Galerie „Claquoise“, Sindelfingen 1985: Martin Keune im Untergrund, Federzeichnungen und Folienschnitte im „Untergrund“, Berlin-Moabit 2014: Slow Targets. Ausstellung mit fotografischen Arbeiten von Martin Keune. Galerie Fehler 1, Berlin 2015: The Prophecies, drei Fotozyklen in der Stiftung Wissenschaft und Politik
Weitere Veröffentlichungen 1972: Die Maus auf dem Mars, 100 Gewinnertexte des Fabulier-Wettbewerbes. Darunter von Martin Keune: Der Roboter. Wien, Ueberreuter 1984: Jetzt geht’s rund durch den Wedding. Eine historische Stadtteilwanderung, Geschichtswerkstatt Wedding. Mit 10 Aquarellen von Martin Keune. 1984: Taxi. Ein Lesebuch, Autorengruppe Taxi. Mit Illustrationen von Martin Keune. 1988: Diese Katze Rap, Songproduktion für KidTV; Text Martin Keune, gesungen von Pascal von Wroblewsky. 1990: Kochbuch für Stümper, Ratgeber von Thomas Platt und Martin Keune; Illustrationen von Rötger Feldmann. Berlin, Altamira 1991: Golem, Literaturcomic von Dino Battaglia nach Gustav Meyrink. Lettering und Nachwort: Martin Keune. Berlin, Altamira 1991: Reisen für Stümper, Ratgeber von Thomas Platt und Martin Keune; Illustrationen von Rötger Feldmann. Berlin, Altamira 1999: Berlin für die Tasche, ein Reiseführer im Spielkartenformat, illustriert und geschrieben von Martin Keune. Berlin, Nicolai 2000: Partytips für Stümper, Ratgeber von Thomas Platt und Martin Keune; Illustrationen von Rötger Feldmann. Kiel, Achterbahn 2004: Genussbarometer Deutschland von Thomas Platt. Darin von Martin Keune: „Das Ausnahmegefühl in der Achterbahn“. Berlin, Ch. Links 2010: Wulff, tu’s nicht, Songproduktion für Campact gegen die Atom-Laufzeitverlängerung durch Christian Wulff; Text und Videoproduktion Martin Keune, gespielt von der Red House Sugar Farm. 2015: Bücher auf den Punkt gebracht von Ulrich Hopp und Ingrid Feix. Darin von Martin Keune: „Gurkenherzen in Bornstedt“. Berlin, be.bra verlag 2016: Warum wir das schaffen müssen, Corinna Meinhold/Anja Lerz (Hrsg.). Darin von Martin Keune: „Helfen? Eine verrückte Idee“. Moers, Brendow Verlag 2016: Herzoffen, fotografische Bebilderung eines Gedichtbandes von Nina Omilian 2017: Kritzel Dich durch Berlin, Reiseführer, Brendow
Weblinks
Martin Keune im Literaturport Berlin/Brandenburg Blog von Martin Keune
Einzelnachweise
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