Heinrich Mohr (* 10. September 1874 in Lauda; † 20. Juni 1951 in Freiburg im Breisgau) war ein deutscher römisch-katholischer Geistlicher und Volksschriftsteller.
Leben Mohr besuchte von 1881 bis 1887 die Volksschule in Lauda und ab 1887 das Gymnasium Tauberbischofsheim. Nach seinem Abitur im Jahre 1893 und dem folgenden Theologiestudium in Freiburg begann Mohr, der schon früh eine schriftstellerische Tätigkeit anstrebte, zunächst eine kirchliche Laufbahn. Er empfing am 1. Juli 1897 die Priesterweihe und war danach Vikar in Mosbach, Schwetzingen, Wiesental und Karlsruhe. 1900 wurde er Kaplan in Neusatzeck und 1902 Kurat in Weitungen. Ab 1904 lebte er als freier Schriftsteller.LEO-BW.de: Mohr, Heinrich, online auf www.leo-bw.de, abgerufen am 13. Juli 2017. 1941 verweigerte ihm die Schweiz auf Antrag des Kantons Basel-Stadt die Einreise in die Schweiz.Staatsarchiv Basel-Stadt Signatur: PD-REG 3a 33736 ()
1927 wurde ihm die Ehrendoktorwürde durch die Theologische Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg verliehen.
Mohr vertrat in der Weimarer Zeit deutsch-nationale Positionen, trat in Gegnerschaft zum "linken" Flügel des Zentrums um Joseph Wirth und wandte sich bereits 1930 dem Nationalsozialismus zu. 1933 empfing ihn Adolf Hitler zu einem einstündigen Gespräch in seiner Münchener Wohnung. Obwohl sich Mohr ab 1934 von der Politik der Partei distanzierte, wurde er 1946 von der französischen Militärregierung verurteilt. Laut Wirth war Mohr ein "voller Nazipfaffe". Aufgrund seiner politischen Verbindungen versuchte sich Mohr vor allem im Rektorat Martin Heideggers in Freiburger Universitätsangelegenheiten einzumischen.
Mohr starb 1951 in Freiburg und wurde in seiner Heimatstadt Lauda beigesetzt. Dort ist eine Straße nach ihm benannt.
Werk Mohrs Schaffen als Autor galt der religiösen Erbauungsliteratur. Mit seinen Schriften, wie z. B. „Die Seele im Herrgottswinkel. Sonntagsbüchlein für schlichte Leute“ oder „Das Dorf in der Himmelssonne“ wollte er die einfachen Leute und besonders die Landbevölkerung erreichen. Während des Ersten Weltkrieges erschienen in kurzer Folge Sammlungen von Feldpredigten wie „Stimme der Heimat“, „Lose Blätter für Heimat und Feld“ und Schriften wie „Kriegsschwänke aus alter Zeit“, „Gottes Streiter“ und „Gib Frieden“. Diese Bücher wurden in einem besonders kleinen Format verlegt, um im Marschgepäck der Soldaten Platz zu haben. Neben eigenen Heimatgeschichten, Schwänken und religiösen Texten veröffentlichte er auch Bearbeitungen bekannter volkstümlicher Werke wie der Sieben Schwaben von Ludwig Aurbacher oder des Güldenen Tugendbuchs von Friedrich Spee.
Ab 1903 gab Mohr das „St.-Lioba-Blatt“ und ab 1912 die „Dorfstube“ heraus. Beide wurden 1931 unter dem Titel „Das Himmelreich“ zusammengeschlossen. Ab 1929 war Mohr auch Herausgeber von „Das Kleinste Pfarrblatt – das Organ des Ortspfarrers“.
Schriften (Auswahl)
Das Dorf in der Himmelssonne. Herder, Freiburg 1911. Die Seele im Herrgottswinkel. Sonntagsbüchlein für schlichte Leute . Herder, Freiburg 1913.
Literatur Hermann Ginter: Heinrich Mohr. In: Necrologium Freigurgense 1951–1955 in Freiburger Diözesan-Archiv Bd. 77 (= Dritte Folge, Neunter Band), 1957, S. 184 (Digitalisat).
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