Käthe Graus, geborene Käthe Braun, verheiratete Käthe Krepela (* 21. Januar 1921 in Düren; † 12. April 1974 in EssenKäthe Graus. Nachruf. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1975. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 83. Jg., Hamburg 1975, S. 80.), war eine deutsche Opern- und Operettensängerin (Sopran) sowie Gesangslehrerin.

Leben Käthe Graus, Tochter eines Papiergroßhändlers, wollte Schriftstellerin werden, änderte aber ihren Berufswunsch in Sängerin ab. Sie studierte an der Kölner Musikhochschule Konzertgesang. 1949 war sie als Gast an den Städtischen Bühnen Münster engagiert. Als sie bei einer Aufführung von Verdis Oper Ein Maskenball in Münster als Amelia einsprang, wurde ihre Sopranstimme auch für die Oper entdeckt. Während ihres Engagements in Münster sang sie 1949 erfolgreich an den Städtischen Bühnen Essen vor.

Graus war ab der Spielzeit 1949/50 als Solistin für Oper und Operette an den Städtischen Bühnen Essen verpflichtet.Käthe Graus. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1950. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 58. Jg., Berlin 1950, S. 137 und S. 387 (Register). Sie sang in Essen zahlreiche Partien des jugendlich-dramatischen Sopranfachs und war dort unter anderem als Donna Anna in Don Giovanni, als Agathe in Der Freischütz, als Leonore in Der Troubadour, als Desdemona in Othello und als Madame Butterfly zu hören. Sie sang auch einige Wagner-Rollen, unter anderem die Elsa in Lohengrin und die Eva in Die Meistersinger von Nürnberg. Weitere Rollen waren die Titelpartien in Die schalkhafte Witwe von Ermanno Wolf-Ferrari und in Carl Orffs einaktiger Oper Die Kluge. 1960 sang sie in der deutschen Erstaufführung von Bohuslav Martinůs Oper Mirandolina die Titelpartie. Als Höhepunkt ihrer künstlerischen Laufbahn galt ihre Interpretation der Marschallin in der Oper Der Rosenkavalier. Sie gehörte in Essen bis zu ihrem Tode nahezu 25 Jahre ohne Unterbrechung zum festen Ensemble.Käthe Graus. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1974. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 82. Jg., Hamburg 1974, S. 271 und S. 724 (Register).

Graus trat auch als Lied- und Konzertsängerin hervor. Sie hatte auch mehrere Hörfunkeinsätze mit „beachtliche[n] Erfolge[n]“. Sie interpretierte zahlreiche moderne Rollen, wie die Braut in der Funkoper Der Wald von Wolfgang Fortner, die Königin Isabella in der Funkoper Columbus von Werner Egk und die Ismene in Antigone von Arthur Honegger. Sie bevorzugte zunehmend Operetten, wie auf Schallplattenaufnahmen dokumentiert ist. Zu ihren Bühnenpartien gehörte auch die Rosalinde in der Operette Die Fledermaus.

Später kam eine Anstellung als Gesangsausbilderin an der Folkwang-Schule hinzu. Zuletzt war sie mit Josef Krepela verheiratet, dem Kapellmeister und Chordirektor der Städtischen Bühnen Essen sowie Dirigenten des auf Evergreens und Operettenmelodien spezialisierten Ruhrlandorchesters. Aus dieser Ehe ging eine Tochter hervor.

Tondokumente Ein Walzertraum: Gesamtaufnahme 1954. Westdeutscher Rundfunk – Franz Marszalek, Käthe Graus (Prinzessin Helene); Herbert Ernst Groh (Leutnant Niki); Herta Talmar (Franzi Steingruber); Kurt Großkurth (Fürst Joachim XIII.); Peter Alexander (Graf Lothar); Lilian Benningsen (Friederike von Insterburg); Willy Hofmann (Leutnant Montschi), Line Music Service 5.01133 (2 CD) Die Försterchristl: Gesamtaufnahme 1955. Westdeutscher Rundfunk – Franz Marszalek, Käthe Graus (Komtesse Josefine Sternfeld); Franz Fehringer (Franz Földessy); Herta Talmar (Christl Lange); Peter Alexander (Peter Walperl); Peter René Körner (Kaiser Josef II.); Carl Brückl (Hans Lange), Hamburger Archiv für Gesangskunst 30140 (2 CD)

Literatur Käthe Graus. In: Herbert A. Frenzel, Hans Joachim Moser (Hrsg.): Kürschners biographisches Theater-Handbuch. Schauspiel, Oper, Film, Rundfunk. Deutschland, Österreich, Schweiz. De Gruyter, Berlin 1956, , S. 224. Käthe Graus. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1975. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 83. Jg., Hamburg 1975, S. 80 (Nachruf).

Einzelnachweise

Kategorie:Opernsänger Kategorie:Sopran Kategorie:Darstellender Künstler (Essen) Kategorie:Gesangspädagoge Kategorie:Hochschullehrer (Folkwang Universität, Standort Essen) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1921 Kategorie:Gestorben 1974 Kategorie:Frau