Nanzdietschweiler ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Kusel in Rheinland-Pfalz. Sie entstand 1969, als im Zuge der rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform die Orte Nanzweiler, Dietschweiler und Nanzdiezweiler zu dieser neuen Gemeinde zusammengelegt wurden. In der Folgezeit entwickelte sich Nanzdietschweiler in erster Linie zu einer Wohngemeinde. Nanzdietschweiler gehört seit 2017 zur Verbandsgemeinde Oberes Glantal, davor zur Verbandsgemeinde Glan-Münchweiler.
Geographie Nanzdietschweiler liegt im oberen Glantal am Übergang des Landstuhler Bruch zum Nordpfälzer Bergland. Der Ort liegt zwischen 220 m und . Die höchsten Erhebungen der Gemarkung erreichen . Der Ort ist gekennzeichnet von zum Wandern einladenden Wäldern, Wiesen und dem artenreichen Glan, welcher unter anderem durch das für Ornithologen interessante Vogel- und Naturschutzgebiet „Heimerbrühl“ fließt.
Die Gemeinde war früher in drei Teile gegliedert: Nanzweiler, Dietschweiler und Nanzdiezweiler. Hinzu kam noch Kreuz, das zu Dietschweiler gezählt wird. Die Grenze verlief mit dem Glan (Nanzweiler/Nanzdiezweiler) und auf der Höhe des heutigen Sportplatzes (Nanzweiler/Dietschweiler). Hierbei macht der Ortsteil Kreuz mit der alten Getreidemühle, der Dietschweiler Mühle, allerdings eine Ausnahme. Er liegt zwar auf der rechten Glanseite (Nanzdiezweiler), zählt aber zu Dietschweiler. Zur Gemeinde gehört auch der Wohnplatz Lützelbacherhof.
182 Hektar der Gemarkung sind bewaldet und 26 Hektar besiedelt.
Geschichte Nanzweiler wurde 1350 als Nantzwilre erstmals urkundlich erwähnt,Martin Dolch, Albrecht Greule: Historisches Siedlungsnamenbuch der Pfalz. Speyer, Verlag der Pfälzischen Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften 1991, S. 327. Dietschweiler 1436 als Dyetzwiller.Martin Dolch, Albrecht Greule: Historisches Siedlungsnamenbuch der Pfalz. Speyer, Verlag der Pfälzischen Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften 1991, S. 104. Das Siedlungsgebiet beider Orte erstreckte sich zu beiden Seiten des Glans. Die Seite links des Glans unterstand dem Kloster Hornbach und ab dem 16. Jahrhundert den Herren und späteren Grafen von der Leyen. Die Seite rechts des Glans war Reichsgut und unterstand ab dem 15. Jahrhundert Kurpfalz. Rechts des Glans entwickelten sich zwei weitere Gemeinden Nanzweiler und Diezweiler, die 1816 zu Nanzdiezweiler vereinigt wurden.
Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Ersten Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Ersten Französischen Kaiserreichs war, waren die Orte rechts des Glans in den Kanton Landstuhl im Departement Donnersberg und die Orte links des Glans in den Kanton Waldmohr im Saardepartement eingegliedert. Im Jahre 1816 kamen sie zum Königreich Bayern. Die Aufteilung in die beiden Kantone blieb bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts bestehen, beide Kantone gehörten jedoch von 1818 an gemeinsam zum Landkommissariat Homburg.
Im Zuge der rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wurde am 7. Juni 1969 aus den drei bis dahin selbstständigen Gemeinden Dietschweiler, Nanzdiezweiler und Nanzweiler die neue Ortsgemeinde Nanzdietschweiler gebildet. Der Name der neuen Gemeinde setzt sich dabei aus Elementen aller drei Ortsteile zusammen.
Bevölkerungsentwicklung Die Entwicklung der Einwohnerzahl bezogen auf das heutige Gemeindegebiet von Nanzdietschweiler; die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten Jahr Einwohner 1815 687 1835 853 1871 899 1905 945 1939 1.190 Jahr Einwohner 1950 1.338 1961 1.424 1970 1.440 1987 1.259 2005 1.268
Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Nanzdietschweiler besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.
Die Sitzverteilung im Gemeinderat: Wahl SPD CDU WGR Gesamt 2024 2 9 5 16 Sitze 2019 4 8 4 16 Sitze 2014 6 10 – 16 SitzeDer Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen 2009 6 10 – 16 Sitze 2004 7 9 – 16 Sitze WGR = Wählergruppe Nanzdietschweiler e. V.
Bürgermeister Gerd Müller (parteilos) wurde am 28. August 2024 Ortsbürgermeister von Nanzdietschweiler. Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 hatte er sich mit einem Stimmenanteil von 58,4 % gegen einen Mitbewerber durchgesetzt und war damit für fünf Jahre gewählt worden.
Müllers Vorgängerin Annette Filipiak-Bender (CDU) hatte das Amt fünf Jahre ausgeübt und war 2024 nicht erneut angetreten. Zuvor hatte Martin Holzhauser (CDU) das Amt 15 Jahre inne.
Wappen
Die Flagge ist Blau-Weiß-Blau im Verhältnis 2:5:2 gespalten.
Gemeindepartnerschaft Nanzdietschweiler hat seit 1985 eine Kommunalpartnerschaft mit der Gemeinde Butten im Département Bas-Rhin im Elsass/Frankreich.
Kultur Am zweiten Wochenende im September wird in Dietschweiler und am dritten Wochenende in Nanzweiler die Kerwe gefeiert.
Nanzdietschweiler verfügt über eine in der Trägerschaft der Verbandsgemeinde stehende Grundschule, die im Ortsteil Dietschweiler angesiedelt ist und vier Klassen umfasst. Die Schulen in Nanzweiler und Nanzdiezweiler sind inzwischen aufgelöst worden. Darüber hinaus existiert in der Gemeinde ein Kindergarten. Es gibt verschiedene Sehenswürdigkeiten in diesem Ort, z. B. die Dietschweiler Mühle. Unweit davon ist die historische Waschanlage zu sehen, die in direkter Nachbarschaft zur alten Eisenbahnstrecke, dem jetzigen Glan-Blies-Weg, liegt.
Vereine Musikverein FCK-Fanclub „Trafo“ Freiwillige Feuerwehr Wildsauverein Sportverein Schützenverein „Freischütz“ Pfälzerwald-Verein Obst- und Gartenbauverein Gesangvereine Dietschweiler Kerwe e. V.
Verkehr Straße Durch Nanzweiler und Dietschweiler verläuft die Landesstraße 358, die von Glan-Münchweiler nach Bruchmühlbach verläuft. In Dietschweiler endet die aus Börsborn kommende Kreisstraße 10, durch Nanzweiler verlaufen zudem die Kreisstraßen 54, 58 und 59.
Schiene mini|Empfangsgebäude des Bahnhofs Dietschweiler Die heute zur Gemeinde gehörenden Orte erhielten 1904 mit Eröffnung der Glantalbahn Anschluss an das Eisenbahnnetz. Der entsprechende Bahnhof trug zunächst den Namen Dietschweiler-Nanzweiler, ehe er 1912 in Dietschweiler umbenannt wurde. Anfang der 1960er Jahre wurde zudem einen Kilometer nördlich der Haltepunkt Nanzweiler eröffnet, wodurch besagte Bahnstrecke im südlichen Abschnitt Homburg-Glan-Münchweiler belebt werden sollte. Bereits Ende der 1970er Jahre wurde er wieder aufgelassen. Der Personenverkehr wurde 1981 eingestellt; da der Güterverkehr bereits zuvor zwischen Schönenberg-Kübelberg und Glan-Münchweiler eingestellt worden war, war er fortan ohne regulären Verkehr. Ende der 1980er Jahre wurden die Gleise abgebaut. 2002 wurde auf der Trasse der 2006 auf voller Länge fertiggestellte Glan-Blies-Weg eröffnet.
Siehe auch Liste der Kulturdenkmäler in Nanzdietschweiler
Literatur
Weblinks
Internetpräsenz der Ortsgemeinde Nanzdietschweiler Ortsgemeinde Nanzdietschweiler auf den Seiten der Verbandsgemeinde Oberes Glantal Informationen zum Ortsteil Dietschweiler Sehenswürdigkeiten in und um Nanzdietschweiler
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Kusel Kategorie:Gemeindegründung 1969