Oberweiler im Tal ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Kusel in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein an. Im Süden auf der Gemarkungsgrenze zu Eßweiler liegt die Ruine der um 1300 errichteten Sprengelburg.
Geographie Der Ort liegt im Talbachtal zwischen dem Königberg (im Osten), dem Bornberg (im Südwesten) und dem Herrmannsberg (im Westen) im Nordpfälzer Bergland. Im Norden befindet sich Hinzweiler und südlich liegt Eßweiler.
Geschichte Oberweiler wurde im Jahr 1290 erstmals urkundlich erwähnt. Der Ort gehörte zum Verwaltungskomplex Eßweiler Tal. Um 1300 wurde im Süden auf einem Ausläufer des Königsberges die Sprengelburg errichtet. Burgherren waren die Ritter von Mülenstein, Lehnsmänner der Wildgrafen.Daniel Hinkelmann: Die Ritter Mülenstein von Grumbach (1318-1451) und ihr Schloß Springeburg (nach Erkenntnissen bis April 1978). Westrich Kalender 1979
Den Rittern von Mülenstein gehörte auch der Hof Neideck, der um 1400 erstmals als hof zu Nydeckin erwähnt wurde. Er soll im Bornberg zwischen Graulsdell und Zährenberg gelegen sein. 1595 war der Hof laut Johannes Hofmann nicht mehr bewirtschaftet und zerfallen. In einer Karte von 1843 war Neideck als Kratzerhof (vielleicht nach den Grafen Kratz von Scharfenstein, Nachfolger der Mülensteiner bei der Verwaltung des Eßweiler Tales) eingetragen, nördlich davon eine Gewanne Hofstatt. Möglicherweise war dieses Hofgut burgähnlich befestigt.
1595 kam Oberweiler mit dem gesamten Eßweiler Tal zum Herzogtum Pfalz-Zweibrücken. 1755 wechselte es wieder zu den Wildgrafen. Nach 1792 wurde das Linke Rheinufer von französischen Revolutionstruppen eingenommen und die Region in die Französische Republik eingegliedert. Von 1798 bis 1814 gehörte Oberweiler zum Kanton Wolfstein im Département du Mont-Tonnerre (Donnersberg). Von 1816 bis zum Ende des Ersten Weltkrieges zum Königreich Bayern, danach zum Freistaat Bayern. Seit 1946 gehört Oberweiler im Tal zu Rheinland-Pfalz. Mit der Bildung der Verbandsgemeinde Wolfstein zum 1. Januar 1972 wurde die für Oberweiler im Tal zuständige Bürgermeisterei Eßweiler aufgelöst. Seit 2014 gehört die Gemeinde der Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein an.
Zwischen 1700 und 1789 wurde auf der Gemarkung Quecksilber abgebaut.
Im Jahr 1609 wurden in Oberweiler 135 Einwohner gezählt, 1802 waren es 229.
Bevölkerungsentwicklung Die weitere Entwicklung der Einwohnerzahl der Gemeinde Oberweiler im Tal, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen: Jahr Einwohner 1815 273 1835 351 1871 348 1905 312 1939 248 1950 280 1961 240 Jahr Einwohner 1970 244 1987 223 1997 187 2005 155 2011 165 2017 158
Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Oberweiler im Tal besteht aus sechs Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.
Bürgermeister Frank Christoffel wurde am 18. November 2024 Ortsbürgermeister von Oberweiler. Da bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 kein Wahlvorschlag eingereicht wurde, oblag die Neuwahl des Bürgermeisters gemäß rheinland-pfälzischer Gemeindeordnung dem Rat. Nachdem dieser auf seiner konstituierenden Sitzung zunächst kein Bewerber finden konnte, wurde der bisherige Erste Beigeordnete Frank Christoffel im November einstimmig gewählt.
Sein Vorgänger war seit 2014 Harry Kelemen, der dieses Amt als Nachfolger des überraschend verstorbenen Emil Ginkel bereits von 1991 bis 1993 ausgeübt hatte. Kelemen, der 2019 vom damaligen Gemeinderat wiedergewählt worden war, trat bei der Wahl 2024 nicht erneut an.
Wappen
Wirtschaft und Infrastruktur Durch den Ort führt die Landesstraße 372. Im Osten verläuft die Bundesstraße 270. Auf dem Reckweilerhof ist der nächstgelegene Bahnhof der Lautertalbahn.
Siehe auch Liste der Kulturdenkmäler in Oberweiler im Tal
Weblinks
Ortsgemeinde Oberweiler im Tal auf den Seiten der Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein Oberweiler im Tal bei regionalgeschichte.net
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Kusel Kategorie:Ersterwähnung 1290