mini|Hof des Teatro San Moisè Das Teatro San Moisè war ein Opernhaus in Venedig, das von 1640 bis 1818 Bestand hatte. Es lag in herausragender Lage in der Nähe des Palazzo Giustiniani und der Kirche San Moisè nahe der Mündung des Canal Grande.

Geschichte Das Theater wurde vom San-Bernaba-Zweig der Giustiniani-Familie erbaut. Als erste Produktion kam 1640 die heute verlorene Oper L’Arianna von Claudio Monteverdi heraus. Danach ging das Haus in die Hände der Familie Zane über und wurde von der Gesellschaft Ferrari verwendet. Monteverdis Librettist Giovanni Faustini war einer der ersten Impresarios dieses Theaters.

Von Anbeginn war das San Moisè eines der kleineren Theater Venedigs und zugleich eines der einflussreichsten. Im Jahr 1668 wurde die Anzahl der Plätze auf 800 erweitert. Im Jahre 1674 wurde es vom Impresario Francesco Santurini wiederbelebt, der durch Halbierung der Preise für Eintrittskarten zu 2 Lire einen wahren Umsturz verursachte. Dies führte letztlich dann sogar zu einem Kassenerfolg, der einen regelrechten Opern-Enthusiasmus auslöste und die Gründung weiterer Theater in der Stadt bewirkte.

Während des frühen 18. Jahrhunderts waren hier Francesco Gasparini, Antonio Vivaldi und Tomaso Albinoni in San Moisè aktiv. Während der 1740er Jahre erreichte die neapolitanische Opera buffa Venedig und San Moisè war eines der ersten Häuser, die sich auf dieses Genre konzentrierten, namentlich durch Werke von Baldassare Galuppi, die dieser in Zusammenarbeit mit Carlo Goldoni schuf. In den 1770er und 1780er Jahren war das Theater von dem produktiven Librettisten Giovanni Bertati beherrscht, der in den Jahren 1793–94 kurzzeitig Poeta de' cesari teatri in Wien werden sollte und der das Teatro San Moisè zwischen 1772 und 1787 leitete. Zu dieser Zeit konzentrierte sich das Repertoire auf drammi giocosi von Pasquale Anfossi, Antonio Salieri, Giovanni Paisiello und anderen Komponisten.

Das San Moisè wurde 1818 nach der Präsentation einer Reihe von Farsen von Gioachino Rossini, dessen zweite Oper La cambiale di matrimonio hier 1810 Premiere hatte, in den Vorjahren endgültig geschlossen. Das Theater ging am 3. Februar 1818 in Konkurs.Arnold Jacobshagen: Opera semiseria. Gattungskonvergenz und Kulturtransfer im Musiktheater, Steiner, 2005, S. 112. Es wurde zunächst als Puppentheater geführt und dann zum Teatro Minerva umgebaut. Bis zum Ende des 20. Jahrhunderts fungierte der Gebäudekomplex teilweise mit kaufmännischer Nutzung und zum anderen als Wohnhaus.Luca Zoppelli: Venice. In: Stanley Sadie (Hrsg.): The New Grove Dictionary of Opera. Band 4: Roe – Z, Appendices. Macmillan u. a., London u. a. 1998, ISBN 0-333-73432-7, S. 913 ff. Am 19. Juli 1896 fand hier die erste öffentliche Filmvorführung der Brüder Lumière in Venedig statt.

Uraufführungen (Auswahl) mini|Teil des Deckenfreskos, über das das Teatro San Moisè verfügte 1642: L’amore innamorato von Francesco Cavalli 1649: L’Euripo von Francesco Cavalli 1685: Clearco in Negroponte von Domenico Gabrielli 1716: La costanza trionfante degl’amori e degl’odii von Vivaldi 1717: Tieteberga von Vivaldi 1718: Artabano, re de’ Parti von Vivaldi 1718: Armida al campo d’Egitto von Vivaldi 1718: Gl’inganni per vendetta von Vivaldi 1765: L’amore in ballo von Giovanni Paisiello 1766: Le serve rivali von Tommaso Traetta 1773: L’innocente fortunata von Giovanni Paisiello 1774: Le nozze in contrasto von Giovanni Valentini 1775: La contadina incivilita von Pasquale Anfossi 1775: Didone abbandonata von Pasquale Anfossi 1775: L’avaro von Pasquale Anfossi 1776: Le nozze disturbate von Giovanni Paisiello 1777: Lo sposo disperato von Pasquale Anfossi 1778: La scuola de’ gelosi von Antonio Salieri 1778: Ezio von Pasquale Anfossi 1778: La forza delle donne von Pasquale Anfossi 1779: Azor Re di Kibinga von Pasquale Anfossi 1781: Gli amanti canuti von Pasquale Anfossi 1781: Il trionfo di Arianna von Pasquale Anfossi 1787: L’orfanella americana von Pasquale Anfossi 1787: Don Giovanni o sia Il Convitato di Pietra von Giuseppe Gazzaniga 1801: Martino Carbonaro von Giuseppe Gazzaniga 1802: Le metamorfosi di Pasquale von Gaspare Spontini 1810: Adelina von Pietro Generali 1810: La cambiale di matrimonio von Gioachino Rossini 1811: L’equivoco stravagante von Gioachino Rossini 1812: L’inganno felice von Gioachino Rossini 1812: La scala di seta von Gioachino Rossini 1812: L’occasione fa il ladro von Gioachino Rossini 1813: Il signor Bruschino, ossia il figlio per azzardo von Gioachino Rossini 1815: Bettina vedova von Giovanni Pacini

Siehe auch Musik in Venedig – Oper Liste der Theater und Opernhäuser in Venedig

Literatur Luca Zoppelli: Venice. In: Stanley Sadie (Hrsg.): The New Grove Dictionary of Opera. Band 4: Roe – Z, Appendices. Macmillan u. a., London u. a. 1998, ISBN 0-333-73432-7, S. 913 ff. Myron Schwager: Public opera and the trials of the Teatro San Moisè. In: Early Music. Bd. 14, Nr. 3, 1986, , S. 387–396, . Stephan Burianek: Die venezianische Oper im 17. Jahrhundert. (s. Weblink).

Einzelnachweise

Weblinks

Venipedia Teatro San Moisè auf seniorplaza.nl Stephan Burianek: Die Venezianische Oper im 17. Jahrhundert. S. 7.

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