mini|hochkant|Rolf Hecker (2018)

Rolf Hecker (geboren 7. Juni 1953 in Leipzig) ist ein deutscher Wirtschaftswissenschaftler und Editor. Er war an der Herausgabe der Marx-Engels-Gesamtausgabe beteiligt.

Leben Rolf Hecker besuchte die Oberschule (POS) und erweiterte Oberschule (EOS) in Leipzig. 1972 legte er sein Abitur an der ABF der Martin-Luther-Universität Halle ab. Er studierte von 1972 bis 1977 an der Lomonossow-Universität in Moskau und schloss 1977 an der ökonomischen Fakultät mit dem Dipl.-Ök. ab.Rolf Hecker: Laudatio für Heinrich Gemkow zum 75. Geburtstag. In: Vom mühseligen Suchen und glückhaften Finden. Rückblicke von Marx-Engels-Forschern und Historikern der Arbeiterbewegung. Kolloquium, Teil 1. (= Pankower Vorträge. Heft 54). Berlin 2003, S. 6. Er absolvierte ebenda eine Aspirantur am Lehrstuhl für Geschichte der ökonomischen Lehrmeinungen und promovierte 1981 zum Dr. oek.Rolf Hecker: Springpunkte. S. 317. Von 1980 bis 1990 arbeitete er in der „Marx-Engels-Abteilung“ des Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED in Berlin als Sekretär der Abteilungsleitung, dann als SektorleiterRolf Hecker: Laudatio für Heinrich Gemkow zum 75. Geburtstag. S. 6. bis zu dessen Auflösung 1990. Er war Mitglied der Redaktionskommission der Marx-Engels-Gesamtausgabe (MEGA) (1989).Marx-Engels-Gesamtausgabe. Abteilung I. Band 29; Marx-Engels-Gesamtausgabe. Abteilung II. Band 8, 9 und 10 sowie Marx-Engels-Gesamtausgabe. Abteilung III. Band 8. 1988 promovierte er mit der Arbeit: „Die Entwicklung der Werttheorie im ökonomischen Manuskript ‚Zur Kritik der politischen Ökonomie‘ von 1861 bis 1863 und im ersten Band des ‚Kapitals‘ von Karl Marx. Die Bedeutung der dritten deutschen Auflage des ersten Bandes des ‚Kapitals‘ von 1883 in der Entwicklungsgeschichte der politischen Ökonomie und der deutschen Arbeiterbewegung“ beim Wissenschaftlichen Rat des IML beim ZK der SED (Promotion B) und wurde zum Professor für Geschichte der Arbeiterbewegung ohne Lehrverpflichtung berufen.

Er war Mitbegründer des „Berliner Vereins zur Förderung der MEGA-Edition e.V“Carl-Erich Vollgraf: Zuerst die Nr. 349 im Vereinsregister - dann unbekannt; zunächst wohlbetucht, dann auf Spenden aus: Das launische Schicksal des „Vereins MEGA-Stiftung Berlin e. V.“ im deutschen Einigungsprozeß. In: Studien zum Werk von Marx und Engels. Beiträge zur Marx-Engels-Forschung. Neue Folge 1991. Argument, Hamburg 1991, ISBN 3-88619-742-5, S. 192–199. und ist seit 1997 dessen ehrenamtlicher Vorsitzender. Gemeinsam mit Richard Sperl († 2024) und Carl-Erich Vollgraf ist er seit 1991 Herausgeber der Beiträge zur Marx-Engels-Forschung. Neue Folge, in der Marx-Engels Forscher aus verschiedenen Staaten ihre Forschungsergebnisse und Diskussionsbeiträge publizieren. Hecker hat mit den von ihm herausgegebenen Dokumentenbänden zu Rjazanow und der ersten MEGA,David Borisovič Rjazanov und die erste MEGA. Beiträge zur Marx-Engels-Forschung. Neue Folge. Sonderband 1. Argument, Hamburg 1996, ISBN 3-88619-681-X. zur Zusammenarbeit des Frankfurter Instituts für Sozialforschung mit dem Moskauer Institut,Erfolgreiche Kooperation: Das Frankfurter Institut für Sozialforschung und das Moskauer Marx-Engels-Institut (1924–1928). Beiträge zur Marx-Engels-Forschung. Neue Folge. Sonderband 2. ISBN 3-88619-684-4. über das Ende der MEGA durch Stalin,Stalinismus und das Ende der ersten Marx-Engels-Gesamtausgabe (1931–1941). Beiträge zur Marx-Engels-Forschung. Neue Folge. Sonderband 3. ISBN 3-88619-684-4. über Isaak Iljitsch RubinIsaak Il'jič Rubin. Marxforscher — Ökonom — Verbannter (1886–1937). Beiträge zur Marx-Engels-Forschung. Neue Folge. Sonderband 4. ISBN 978-3-88619-699-9. und über die russischen und deutschen Marx-Engels-Werkausgaben (1945–1968)Die Marx-Engels-Werkausgaben in der UdSSR und DDR (1945–1968). Beiträge zur Marx-Engels-Forschung. Neue Folge. Sonderband 5. ISBN 3-88619-691-7. wichtige Dokumente zur Geschichte der Marx-Engels-Forschung erstmals ediert.

Nach kurzer Arbeitslosigkeit war Hecker Mitarbeiter in der „MEGA-Arbeitsstelle“ an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (1992–1995) tätig.Über den Autor, S. 317.

Von 1991 bis 1997 war er Mitglied der Redaktion des Historisch-kritischen Wörterbuch des Marxismus (Band 1 bis 3). Hecker gehört dem wissenschaftlichen Beirat der Zeitschrift „International Critical Thought“ der Chinesischen Akademie für Sozialwissenschaften an () und ist seit 2007 Mitglied der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin.Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin Mitgliederverzeichnis Am 14./15. Juni 2013 ehrte ihn der Berliner MEGA-Förderverein mit einem Kolloquium, zu dem Martin Hundt die Laudatio hielt.Ein Blick in die Werkstatt von Karl Marx. Neue Forschungsergebnisse zu seinem Leben und Werk. Wissenschaftliches Kolloquium zum 60. Geburtstag von Prof. Dr. Rolf Hecker. Seit 2017 ist Hecker Gastprofessor an der Renmin-Universität Peking. Rolf Hecker ist Redakteur der wissenschaftlichen Zeitschrift Leibniz Online.

Rolf Hecker lebt mit seiner Ehefrau in Berlin und hat zwei Söhne.

Veröffentlichungen Monografien Die Ausarbeitung der Werttheorie im ökonomischen Manuskript 1861–1863 „Zur Kritik der politischen Ökonomie“ und im „Kapital“ von Karl Marx. Diplomarbeit (russ.; 85 Seiten), Moskauer Staatliche Lomonosov-Universität, Ökonomische Fakultät, Lehrstuhl für Politische Ökonomie, Moskau 1977. Die Herausbildung und Entwicklung der Werttheorie in den Arbeiten von K. Marx. (Dissertation zur Erlangung des wissenschaftlichen Grades eines Kandidaten der ökonomischen Wissenschaften; russ.; 184 Seiten), Moskauer Staatliche Lomonosov-Universität, Ökonomische Fakultät, Lehrstuhl für Geschichte ökonomischer Lehrmeinungen und Wirtschaftsgeschichte, Moskau 1981. (Promotion A) Die Entwicklung der Werttheorie im ökonomischen Manuskript ‚Zur Kritik der politischen Ökonomie‘ von 1861 bis 1863 und im ersten Band des ‚Kapitals‘ von Karl Marx. Die Bedeutung der dritten deutschen Auflage des ersten Bandes des ‚Kapitals‘ von 1883 in der Entwicklungsgeschichte der politischen Ökonomie und der deutschen Arbeiterbewegung. Berlin 1988 (Promotion B) Marx als Denker. Neue Forschungsergebnisse zu Werk und Biografie seit 1990. Zum 125. Todestag. (= Pankower Vorträge. Heft 116). Hrsg. „Helle Panke“ zur Förderung von Politik, Bildung und Kultur e. V. Berlin 2008. Springpunkte. Beiträge zur Marx-Forschung und „Kapital“–Diskussion. Karl Dietz Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-320-02349-2.

Herausgeber Carl-Erich Vollgraf, Richard Sperl, Rolf Hecker (Hrsg.): Beiträge zur Marx-Engels-Forschung. Neue Folge. Argument, Hamburg 1991 ff. David Borisovič Rjazanov und die erste MEGA. (= Beiträge zur Marx-Engels-Forschung. Neue Folge. Sonderband 1). Argument, Hamburg 1997, ISBN 3-88619-681-X. Erfolgreiche Kooperation: Das Frankfurter Institut für Sozialforschung und das Moskauer Marx-Engels-Institut (1924–1928). (= Beiträge zur Marx-Engels-Forschung. Neue Folge. Sonderband 2). Argument, Hamburg 2000, ISBN 3-88619-684-4. Stalinismus und das Ende der ersten Marx-Engels-Gesamtausgabe (1931–1941). (= Beiträge zur Marx-Engels-Forschung. Neue Folge. Sonderband 3). Argument, Hamburg 2001, ISBN 3-88619-684-4. Isaak Il'jič Rubin. Marxforscher – Ökonom – Verbannter (1886–1937). (= Beiträge zur Marx-Engels-Forschung. Neue Folge. Sonderband 4). Argument, Hamburg 2012, ISBN 978-3-88619-699-9. Die Marx-Engels-Werkausgaben in der UdSSR und DDR (1945–1968). (= Beiträge zur Marx-Engels-Forschung. Neue Folge. Sonderband 5). Argument, Hamburg 2006, ISBN 3-88619-691-7. Boris Ivanovič Nikolaevskij. Auf den Spuren des Marx-Engels-Nachlasses und der Archive der russischen Sozialdemokraten (1922–1940). (= Beiträge zur Marx-Engels-Forschung Neue Folge Sonderband 6). Argument, Hamburg 2021. ISBN 978-3-86754-686-7. Marx’ Weg von Bonn nach Paris (= Beiträge zur Marx-Engels-Forschung. Neue Folge 2020/2021). Argument, Hamburg 2022, ISBN 978-3-86754-687-4. Elmar Altvater, Rolf Hecker u. a.: Kapital.doc. Das Kapital (Band 1) von Marx in Schaubildern mit Kommentaren. Westfälisches Dampfboot, Münster 1999, ISBN 3-89691-437-5. Familie Marx privat. Die Foto- und Fragebogen-Alben von Marx’ Töchtern Laura und Jenny. Eine kommentierte Faksimileausgabe. Hrsg. v. Izumi Omura, Valerij Fomičev, Rolf Hecker und Shun-ichi Kubo. Mit einem Essay von Iring Fetscher, Akademie-Verlag, Berlin 2005, ISBN 3-05-004118-8. Rolf Hecker, Hans Hübner, Shunichi Kubo (Hrsg.): Grüß Gott! Da bin ich wieder! Karl Marx in der Karikatur. Eulenspiegel Verlag, Berlin 2008, ISBN 978-3-359-01698-4. (2., korr. u. erg. Auflage. 2018, ISBN 978-3-359-01354-9) Karl Marx. Das Kapital. Karl Dietz Verlag, Berlin 2009–2017. Karl Marx. Das Kapital Band 1.1. Resultate des unmittelbaren Produktionsprozesses. Sechstes Kapitel des ersten Bandes des ‚Kapitals‘ (Entwurf). Bearb. und Kommentierung: Rolf Hecker und Hildegard Scheibler. ISBN 978-3-320-02169-6. Karl Marx: Das Kapital 1.2. Die sogenannte ursprüngliche Akkumulation. 24. Kapitel des Ersten Bandes des „Kapitals“. ISBN 978-3-320-02209-9. Karl Marx: Das Kapital 1.3. Briefe über das Kapital. ISBN 978-3-320-02225-9. Karl Marx: Das Kapital 1.4. Friedrich Engels über „Das Kapital“. ISBN 978-3-320-02252-5. Karl Marx: Das Kapital 1.5. Wertformanalyse. ISBN 978-3-320-02335-5. Izumi Omura, Shunichi Kubo, Rolf Hecker, Valerij Fomičev (Hrsg.): Karl Marx is my father. The documentation of Frederick Demuth’s parentage. Karl Marx ist mein Vater. Eine Dokumentation zur Herkunft von Frederick Demuth. Far Eastern Booksellers, Tokyo 2011, ISBN 978-4-87394-004-5 Japanisch, Englisch und Deutsch Rolf Hecker, Angelika Limmroth (Hrsg.): Jenny Marx. Die Briefe. Karl Dietz Verlag, Berlin 2014, ISBN 978-3-320-02297-6. Rolf Hecker und Ingo Stützle (Hg. und editiert von): Karl Marx: Das Kapital 1.5. Die Wertform, Berlin 2017, ISBN 978-3-320-02334-8. Rolf Hecker und Ingo Stützle (Hg.): Engels’ »Anti-Dühring«. Kontext, Interpretationen, Wirkung (Begleitband zur Neuen Studienausgabe). Karl Dietz Verlag. Berlin 2020, ISBN 978-3-320-02370-6.

Beiträge in Zeitschriften und Büchern Der kritische Rationalismus und die Dialektik der Marxschen Wertlehre. In: Beiträge zur Marx-Engels-Forschung 2. Berlin 1978, Festschrift für Helmut Reichelt S. 93–104. (Digitalisat) Einige Probleme der Wertformanalyse in der Erstausgabe des „Kapitals“ von Karl Marx. In: Hallesche Arbeitsblätter zur Marx-Engels-Forschung. Heft 8. Halle 1979, S. 76–94. Digitatlsat Hauptrichtungen der Verfälschung der Marxschen Werttheorie in der BRD. In: Beiträge zur Marx-Engels-Forschung. 11. Berlin 1982, S. 105–116. Digitalisat Zur Herausgabe des Marxschen ‚Kapitals‘ und der Vorarbeiten. In: Deutsche Zeitschrift für Philosophie. Berlin 1982, Heft 4, S. 480–491. Einige Probleme der Entwicklung der Werttheorie. In: Der zweite Entwurf des ‚Kapitals‘. Analysen Aspekte Argumente. Dietz Verlag, Berlin 1983, S. 78–97. Einige Aspekte der Bedeutung der Veränderungen von der 1. zur 2. Auflage des ersten Bandes des „Kapitals“ für die Entwicklung der Marxschen Werttheorie. In: Beiträge zur Marx-Engels-Forschung 16. Berlin 1984, S. 148–154. Digitalisat Rolf Hecker, Edgar Klapperstück, Eike Kopf: Zur Herausgabe der dritten deutschen Auflage des ersten Bandes des „Kapitals“ im MEGA-Band II/8. In: Beiträge zur Marx-Engels-Forschung 17. Berlin 1984, S. 76–88. Rolf Hecker, Alexander Tschepurenko: Marx’ Werttheorie – Hauptgegenstand der Angriffe der bürgerlichen ‚Marxologie‘ auf ökonomischem Gebiet. In: Marx-Engels-Jahrbuch. 8. Dietz Verlag, Berlin 1985, S. 103–129. (Digitalisat) Einige Aspekte der Textveränderungen von der 2. zur 3. deutschen Auflage des ersten Bandes des „Kapitals“. In: Beiträge zur Marx-Engels-Forschung 23. Berlin 1987, S. 43–50 Digitalisat Die Entwicklung der Werttheorie von der 1. zur 3. Auflage des ersten Bandes des Kapitals von Karl Marx (1867–1883). In: Marx-Engels-Jahrbuch 10. Dietz Verlag, Berlin 1986, S. 147–196. Digitalisat