mini|Kirche St. Ursula Die evangelische Dorfkirche Sankt Ursula befindet sich in dem Ortsteil Kirchhasel der Gemeinde Uhlstädt-Kirchhasel im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt in Thüringen.

Lage Wenige Meter südlich der von Rudolstadt nach Jena führenden Bundesstraße 88 steht diese Dorfkirche im Ortsteil der Gemeinde Uhlstädt-Kirchhasel am Nordrand der Saaleaue.

Kirchturm Eine Besonderheit der denkmalgeschützten Kirche ist der etwa 14 Meter hohe Turm an der Nordseite des gotischen Langhauses. Er ist einer der seltenen runden Kirchtürme, der Anfang des 14. Jahrhunderts ursprünglich als Wehr- und Wartturm und erst im folgenden Jahrhundert als Kirchturm genutzt wurde. Zitiert nach Im unteren Teil kreisförmig gemauert, ist sein Querschnitt oben achteckig. Die Außenflächen des romanischen Rundturms sind mit Fensteröffnungen und Luken versehen. Der Achteckaufsatz mit großen spitzbogigen Schallöffnungen wurde etwa um 1500 ergänzt. Der Turmhelm aus dem 18. Jahrhundert ist schlank und geradlinig zur Spitze zulaufend. Kleine klassizistische Giebel zieren das Gesims vor der Spitzhaube. Im Erdgeschoss befinden sich an der Turmostseite ein gemauerter Altar und eine rechteckige Sakramentsnische.

Kirchenschiff Das mittelalterliche Langhaus, als einfaches Rechteck am Turm angesetzt, weist keinerlei Reste einer Bewehrung auf. Zitiert nach Ein Steinmetzzeichen neben dem Portal, das Bild des heiligen Franziskus mit einem Kranz in der Hand, das sogenannte „Kirchhaseler Hammermännchen“, weist auf die Entstehung vor 1500 hin. 1669 wurde das Langhaus unter Erhaltung gotischer Details neu errichtetLieselotte Swietek: Dorfkirchen in Thüringen. Verlagshaus Thüringen, 1990, ISBN 3-86087-014-9, S. 53. und 1862–64 instandgesetzt. Der Saal, von Holztonne überwölbt, besitzt an vier Seiten Emporen des 19. Jahrhunderts. An der Südseite befindet sich ein Sakristeianbau von 1862. Das Kircheninnere wurde 1968–70 umfassend erneuert und enthält eine wertvolle Ausstattung.

Altar Der spätgotische Schnitzaltar der Saalfelder Schule entstand um 1500. Als Flügelaltar zeigt er in zwei Reihen übereinander angeordnete Figuren der Heiligen in lebhafter Bewegung, die sonst in anderen Altären still verharrend und elegisch blickend dargestellt sind. Im Mittelschrein steht die Strahlenkranzmadonna, flankiert von Heiligenfiguren, diese sind im Schrein in zwei Registern angeordnet: oben Elisabeth (links) und Magdalena (rechts), darunter Petrus (links) und Paulus (rechts). An den Innenseiten der Flügel analoge Ordnung: linker Flügel oben Aegidius und ein Bischof, darunter Martin und Laurentius; rechter Flügel oben Nikolaus und Ulrich, darunter Katharina und Barbara. Die Flügelaußenseiten enthält die gemalte Darstellung des Martyriums der heiligen Ursula, die der Kirche den Namen gab.

Kanzel Der auf einer Säule stehende Kanzelkorb aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts enthält in seinen rundbogigen Brüstungsfeldern Gemälde: Moses, das Jesuskind, Christus als Auferstehender sowie Petrus, Paulus und die vier Evangelisten. Die Kanzel ist wahrscheinlich bei der Kircheninstandsetzung 1864 verändert worden, weil seitdem der Treppenzugang aus der außen angebauten Sakristei erfolgte. Vorher befand sich die Treppe sicher an der Kircheninnenwand auf der Ostseite der Kanzel.

Orgel Die ursprüngliche Orgel wurde 1722 von Johann Conrad Vockeroth, Orgelbauer in Löbschütz, erbaut. Ein erster bislang bekannter Eingriff wurde 1886 vorgenommen. Die Gemeinde Kirchhasel kaufte 1898 die Orgel der abgerissenen Garnisonkirche Rudolstadt an. Der Orgelbauer Hermann Muth aus Paulinzella führte 1899 in einem Um- und Erweiterungsbau beide Instrumente zu einer zweimanualigen Orgel zusammen. Der heutige Zustand stammt von dem neobarockisierenden Umbau 1971 durch Orgelbauer Schüßler aus Greiz. Der Prospekt der Orgel ist original aus dem Jahr 1722 erhalten.

Seelsorge 1895–1927 Jungermann, Jakob Heinrich Wilhelm 1927–1935 Schroeter, Hermann Karl 1935–1947 Stock, Georg Wilhelm Gerhard 1948–1955 Bedbur, Werner Otto 1956–1966 Unbekannt, Oskar Paul Wilhelm Friedrich 1968–1979 Bräutigam, Rainer Martin 1981–1992 Forchmann, Volkmar Ernst Karl 1993–2002 Weiland, Gotthard 2003–2015 Knoche, Stefan Friedemann 2018–2025 Hertel, Bärbel

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