mini|Honda RVF 750: Rennversion im Technik-Museum Speyer

Die RVF 750 (RC 45) ist ein Supersportler des japanischen Fahrzeugherstellers Honda. Die RVF 750 wurde im Herbst 1993 auf der Mailänder Motorradmesse EICMA der Öffentlichkeit als Homologationsmodell für die Superbike-WM vorgestellt. Zur Saison 2000 hin wurde sie von der Honda VTR 1000 SP1 abgelöst.

Bezeichnung Die Bezeichnung der RVF 750 (RC 45) setzt sich wie folgt zusammen: R: steht für Racing V: steht für V-Motor F: steht für Four 750: steht für den Hubraum (aufgerundet) RC: Das R steht bei Honda für Motoren mit einem Hubraum zwischen 601 ccm und 849 ccm. Das C seht für Straßenmotorräder / Sportler. 45: Steht für die fortlaufende Nummerierung der Honda-Konstruktionen innerhalb dieser Klasse. Geschichte Die Honda RVF 750 mit dem Werksinternen Kürzel RC 45 wurde als Nachfolgemodell der legendären Honda VFR 750 R RC 30 auf den Markt gebracht. Wie die RC 30 wurde auch die RC 45 nur in limitierter Stückzahl hergestellt und war auch nur als Einsitzer verfügbar. Der damalige Neupreis betrug 44.480 DM. Eingesetzt wurde die RC 45 in der Superbike-WM, in der FIM Endurance World Championship, bei dem in Japan wichtigen 8-Stunden-Rennen von Suzuka und bei Straßenrennen wie der Tourist Trophy auf der Isle of Man. Auch von der RC 45 gab es wieder eine kleine Version mit 400 cm³ Hubraum, die Honda RVF 400 (NC 35).

Technik Motor Als Antrieb fand wieder, wie bei der RC30 auch, ein 90-Grad-Vierzylinder-V-Motor Verwendung, was die Baubreite im Gegensatz zu den Reihenvierzylindermotoren deutlich verringerte. Die vier obenliegenden Nockenwellen wurden über Zahnräder von der Kurbelwelle aus angetrieben. Diese Bauweise erhöhte die Zuverlässigkeit gegenüber der Steuerkette oder dem Zahnriemen, weil ein Reißen oder Überspringen und somit ein Motorschaden ausgeschlossen war. Die Zahnräder waren im Gegensatz zum RC 30-Motor nicht mehr mittig platziert, sondern auf der rechten Seite neben den Zylindern. Dadurch konnte ein Kurbelwellenlager eingespart und somit die Baubreite weiter verringert werden. Völlig neu war die Elektronische Saugrohreinspritzung, von Honda PGM-FI genannt. Das Steuergerät war frei programmierbar.

Fahrwerk Die Fahrwerksgeometrie der RC 30 wurde für die RC 45 nur geringfügig geändert. Das Fahrwerk entsprach weitestgehend dem Standard der übrigen japanischen Superbikemodelle. Das heißt, es kam ein Brückenrahmen aus Aluminium zum Einsatz, und Lenkkopf- und Schwingenaufnahme waren in Druckguss ausgeführt. Das Vorderrad wurde von einer Upside-Down-Gabel mit 41 mm starken Tauchrohren geführt. Den Unterschied machte die Einarmschwinge, von Honda „Pro Arm“ genannt. Dieses System wurde in den 80er Jahren von Honda in Zusammenarbeit mit der französischen Firma elf france entwickelt, um in Langstreckenrennen die Radwechsel schneller durchführen zu können. Beide haben sich dieses System patentieren lassen, sodass jeder andere Hersteller, der es nutzen wollte, Patentgebühren entrichten musste. Nachteil des RC 45-Fahrwerks ist ein eigensinniges Einlenk- und Aufstellverhalten, das vom 16-Zoll-Vorderrad mit einem 130 Millimeter breiten Reifen verursacht wird, wie bei der Honda CBR 900 RR Fireblade und der Honda NR 750 RC 40 auch. Die Auswahl an aktuellen Sportreifen ist für diese Felgendimension ebenfalls beschränkt.

Technische Daten Motor Bauart: Flüssigkeitsgekühlter Vierzylinder-Viertakt-V-Motor mit vier obenliegenden Nockenwellen, 90 Grad Bankwinkel, 16 Ventile Hubraum: 749,2 cm³ Bohrung und Hub: 72 × 46 mm Leistung: 88 kW / 120 PS bei 11750/min Drehmoment: 72 Nm bei 7400/min Leerlaufdrehzahl: 1300/min Schmiersystem: Nasssumpfschmierung Ölmenge: 4,5 Liter Kraftstoffsystem Gemischbildung: Elektronische Kraftstoffeinspritzung Durchlass: 46 mm Luftfilter: Papierfilter Tankinhalt: 18 Liter (inklusive 4 Liter Reserve mit Warnanzeige) Elektrik Zündsystem: Computergesteuerte digitale Transistorzündung Zündzeitpunkt: 15 Grad vor OT Zündkerzentyp: CR9EHVX-9 (NGK) Anlasser: Elektrostarter Batterie: 12 V/8 Ah Scheinwerfer: 12 V 60/55 W; Doppelscheinwerfer Antrieb Kupplung: Lamellenkupplung im Ölbad (hydraulisch betätigt) Getriebetyp: 6 Gänge klauengeschaltet Getriebeübersetzung: 1. Gang: 2,400 2. Gang: 1,941 3. Gang: 1,631 4. Gang: 1,434 5. Gang: 1,291 6. Gang: 1,192 Primärübersetzung: 1,939 Enduntersetzung: 2,353 (17 × 40 t) Fahrwerk Länge: 2165 mm Breite: 710 mm Höhe: 1100 mm Radstand: 1410 mm Sitzhöhe: 770 mm Bodenfreiheit: 130 mm Trockengewicht: 189 kg Leergewicht: 212 kg (vorne: 107 kg, hinten: 105 kg) Max. zulässiges Gesamtgewicht: 317 kg (vorne: 154 kg, hinten: 163 kg) Felgen: Alufelgen mit 6 (vorne) und 8 (hinten) U-Profil-Speichen Felgenmaße: vorne: 3.50 × 16 Zoll hinten: 6.00 × 17 Zoll Bereifung: vorne: 130/70 ZR 16 Dunlop Sportmax D 204F (Radial) hinten: 190/50 ZR 17 Dunlop Sportmax D 204 (Radial) Reifendruck: vorne: 2,5 bar hinten: 2,9 bar Bremsen: vorne: Doppelscheibenbremse mit 310 mm Durchmesser, Vierkolben-Bremszangen hinten: Einscheibenbremse mit 220 mm Durchmesser, Doppelkolben-Bremszange Rahmen: Brückenrahmen, Kastenprofil aus extrudiertem Aluminium Radaufhängung vorne: voll einstellbare Upside-down-Gabel mit 41 mm Durchmesser Federweg: 120 mm Lenkkopfwinkel: 65,5 Grad Nachlauf: 92 mm Radaufhängung hinten: Pro-Link-Pro-Arm-Schwinge mit voll einstellbarem Federbein und externem Ausgleichbehälter Federweg: 130 mm

Rennerfolge mini|Gesamtsieger Suzuka 8 Hours 1997, Honda RC45, gefahren von Shinichi Ito und Tōru Ukawa, im Sprite Cool Design des Teams Hori-Pro Honda with HARC, aufgenommen 2022 mini|Gesamtsieger Suzuka 8 Hours 1998, Honda RC45 des Teams Lucky-Strike Honda & Iwaki, gefahren von Shinichi Ito und Tōru Ukawa 1994: Dritter der Superbike-WM mit Aaron Slight 1995: Dritter der Superbike-WM mit Aaron Slight 1996: Zweiter der Superbike-WM mit Aaron Slight 1997: Superbike-Weltmeister mit John Kocinski 1998: Zweiter der Superbike-WM mit Aaron Slight 1999: Zweiter der Superbike-WM mit Colin Edwards

1994: 1. Platz beim 8-Stunden-Rennen von Suzuka mit Doug Polen / Aaron Slight 1995: 1. Platz beim 8-Stunden-Rennen von Suzuka mit Aaron Slight / Tadayuki Okada 1997: 1. Platz beim 8-Stunden-Rennen von Suzuka mit Shin’ichi Itō / Tōru Ukawa 1998: 1. Platz beim 8-Stunden-Rennen von Suzuka mit Shin’ichi Itō / Tōru Ukawa 1999: 1. Platz beim 8-Stunden-Rennen von Suzuka mit Tadayuki Okada / Alex Barros

1995: Meister der AMA Superbike Championship mit Miguel Duhamel 1996: Sieger beim Daytona 200 mit Miguel Duhamel 1998: Meister der AMA Superbike Championship mit Ben Bostrom

Quellen Honda-Broschüre 1994 MO-Sonderheft Motorradtest ’97

Weblinks http://www.honda.de/specials/geschichte/pdf/mc_1994_RVF750_RC45.pdf Vergleichstest auf www.motorradonline.de

Kategorie:Motorradmodell Kategorie:Supersportler RVF 0750 RC45