Reisenberg ist eine Marktgemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Bezirk Baden in Niederösterreich.

Geografie Reisenberg liegt im Industrieviertel in Niederösterreich. Der Ort Reisenberg liegt am Reisenbach, die Gemeinde erstreckt sich zwischen den Flüssen Leitha und Fischa. Das Gebiet ist eben in einer Höhe von 180 Metern über dem Meer. Nördlich des Ortes liegt der 218 Meter hohe Goldberg. Die Fläche der Marktgemeinde umfasst achtzehn Quadratkilometer. Davon werden 87 Prozent landwirtschaftlich genutzt, drei Prozent sind Gärten und zwei Prozent sind bewaldet.

Gliederung Es existieren keine weiteren Katastralgemeinden und Reisenberg ist die einzige Ortschaft. Diese verfügt über die außenliegenden Ortsteile Erholungszentrum Reisenberg und Neu-Reisenberg außerdem ragt ein Teil des Siedlungsgebietes von Wasenbruck (Hauptteil in Mannersdorf am Leithagebirge) in das Gemeindegebiet.

Nachbargemeinden

Geschichte mini|links|1873: Pfarrkirche und Friedhof von Reisenberg am Goldberg (Mitte unten) mini|links|1873: Der Ortskern von Reisenberg (Mitte oben) Der Name des Goldberges stammt vom goldfarbenen Sand, der im Tertiär im damaligen Meer abgelagert wurde. Dieser Berg war schon in keltischer und römischer Zeit besiedelt. Das bezeugen die Funde eines Grabes aus der Latènezeit und von römischen Münzen. Die erste schriftliche Erwähnung des Ortes stammt aus einer Urkunde von 1045. Heinrich III. schenkte seinem Getreuen Reginold die Hälfte des Ortes Risinperhc (Reisenberg, wie der Goldberg früher hieß).

In der Mitte des 12. Jahrhunderts besaß der Adelige „Sigloch des Risinperge“ eine Burg am Goldberg. Das geht aus einer Schenkungsurkunde der Klosterneuburger Traditionsnotiz hervor. In der Burg befand sich eine wehrhafte Kapelle, deren starkes Mauerwerk die Basis für die dem hl. Pankraz geweihte Kirche wurde.

Die Kirche von Reisenberg wurde vermutlich in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts im romanischen Stil gebaut. Im 14. Jahrhundert erfolgte die Erweiterung um den gotischen Westturm. Zu diesem Zeitpunkt war Reisenberg schon Vikariat. 1429 scheint Reisenberg bereits im Pfarrverzeichnis auf.

Beim Angriff der Türken auf Wien wurden in Reisenberg 1529 Häuser niedergebrannt und auch die Kirche schwer beschädigt. Nach dem Wiederaufbau erhielt der Ort 1554 das Marktrecht. Die folgenden Jahrhunderte brachten nicht nur wechselnde Besitzer, wie die Herrschaften Scharfenegg, Trautmannsdorf, die Familien Windisch-Graetz, Teuffenbach, Eleonore, die Gemahlin Kaiser Ferdinand II., und den Grafen Cavriani, sondern auch kriegerische Auseinandersetzungen und Seuchen. So geht aus einem Steuerverzeichnis von 1693 hervor, dass Reisenberg wegen der bei der Türkeninvasion erlittenen Schäden steuerfrei war. Von 1698 bis 1703 wurde die Kirche wegen der schweren Schäden umgebaut und erneuert. Von 1886 bis 1888 wurde die Volksschule als zweiklassiges, einstöckiges Gebäude errichtet. 1886 wurde auch die Freiwillige Feuerwehr gegründet, 1892 wird erstmals die Blasmusikkapelle erwähnt. Im selben Jahr wurde der Leithadamm errichtet, da der Ort in der Vergangenheit mehrmals überschwemmt worden war (z. B. 1770, 1813). Die Landwirtschafts-Genossenschaft und die Raiffeisenkasse wurden 1897 eingerichtet.

Ab den 1870ern entstand Neu-Reisenberg als organische Fortsetzung der Fabrikssiedlung Marienthal am anderen Ufer der Fischa, hier waren die Geschäfte und Wirtshäuser beheimatet, die von der Marienthaler Bevölkerung frequentiert wurden.

Im Jahr 1954 öffnete ein Kindergarten in den Räumlichkeiten des Gemeindehauses, 1961 wurde die neue Volksschule fertiggestellt.

Einwohnerentwicklung

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Pfarrkirche Reisenberg mini|Trockenrasen im Naturschutzgebiet Goldberg

Katholische Pfarrkirche Reisenberg hl. Pankratius Schuchkapelle Naturschutzgebiet Goldberg

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaftssektoren Von den 35 landwirtschaftlichen Betrieben des Jahres 2010 waren 24 Haupterwerbsbauern. Im Produktionssektor arbeiteten 72 Menschen im Bereich Warenherstellung und 22 in der Bauwirtschaft. Die größten Arbeitgeber im Dienstleistungssektor waren die Bereiche soziale und öffentliche Dienste (40) und der Handel (32 Erwerbstätige). WirtschaftssektorAnzahl BetriebeErwerbstätige2011200120112001Land- und Forstwirtschaft 1)35423739Produktion1879876Dienstleistung643512796 1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999

Arbeitsmarkt, Pendeln Im Jahr 2011 lebten 778 Erwerbstätige in Reisenberg. Davon arbeiteten 135 in der Gemeinde, mehr als achtzig Prozent pendelten aus.

Verkehr Eisenbahn: Die nächste Bahnhöfe sind Gramatneusiedl an der Ostbahn, fünf Kilometer im Nordwesten und Götzendorf fünf Kilometer östlich an der Schnellbahnlinie S60. Straße: Die wichtigste Straßenverbindung ist die Leitha Straße B60.

Öffentliche Einrichtungen In Reisenberg befindet sich ein Kindergarten.

Politik

Gemeinderat Der Gemeinderat hat 19 Mitglieder. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 1990 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 11 SPÖ, 7 ÖVP und 1 FPÖ. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 1995 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 10 SPÖ und 9 ÖVP. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2000 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 14 SPÖ und 5 ÖVP. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2005 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 15 SPÖ und 4 ÖVP. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2010 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 14 SPÖ, 4 ÖVP und 1 BLR. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2015 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 14 SPÖ, 3 ÖVP und 2 BLR. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2020 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 14 SPÖ, 3 ÖVP und 2 BLR. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2025 hat der Gemeinderat folgende Verteilung: 14 SPÖ und 5 ÖVP.

Bürgermeister

1996–2021 Josef Sam (SPÖ) seit 2021 Günter Sam (SPÖ)

Wappen Der Gemeinde wurde 1962 folgendes Wappen verliehen:

Blasonierung: In einem von Silber und Rot geschachteten Schild befindet sich ein mit 3 goldenen Ähren belegtes blaues Herzschild.

Die Ähren im Wappen stehen für die lange Tradition der Landwirtschaft in der Gemeinde. Die Farben Blau und Gelb lehnen sich an die Landesfarben von Niederösterreich an, die Schildfarben beziehen sich auf das Rot-Weiß-Rot der österreichischen Nationalfarben.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

Hans Fryba (1899–1986), Kontrabassist und Komponist Mathias Hietz (1923–1996), Bildhauer Mit der Gemeinde verbundene Persönlichkeiten

André de la Varre (1904–1987), Reise-Filmemacher

Literatur

Josef Steindl: Beiträge zur Heimatkunde von Ebergassing und der umliegenden Gemeinden. Gemeindeverwaltung Ebergassing, Ebergassing 1965, S. 110 f.

Weblinks

Website von Reisenberg Topothek Reisenberg Bildmaterial zur Gemeinde Reisenberg, verortet, beschlagwortet und datiert

Einzelnachweise

Kategorie:Ersterwähnung 1045 Kategorie:Katastralgemeinde im Bezirk Baden (Niederösterreich)