mini|Meistertrophäe der Serie A

Die Serie A ist die höchste Spielklasse im italienischen Fußball. Ihr formeller Name lautet Lega Nazionale Professionisti Serie A.

Ausrichter der Meisterschaft ist die Lega Nazionale Professionisti (deutsch „Nationale Profiliga“), in der Regel schlicht Lega Calcio genannt, eine Unterorganisation des italienischen Fußballverbandes Federazione Italiana Giuoco Calcio.

Der Meistertitel der Serie A wird umgangssprachlich als scudetto (deutsch „kleiner Schild“) bezeichnet, nach einem schildförmigen Abzeichen in den italienischen Nationalfarben, das der amtierende Meister in der Folgesaison auf dem Trikot trägt.

Erfolgreichster Teilnehmer ist Juventus Turin mit 36 gewonnenen Meisterschaften, gefolgt von Inter Mailand mit 21 und AC Mailand mit 19 Meisterschaften.

Insgesamt 18 Mal und damit am häufigsten wurden Spieler der Serie A zu Europas Fußballer des Jahres gewählt, am häufigsten Spieler von Juventus Turin (achtmal) und der AC Mailand (siebenmal), darunter vier italienische Spieler. Siebenmal stellte die Serie A den offiziellen FIFA-Weltfußballer des Jahres, zuvor wurde neunmal (immer) ein Spieler der Serie A inoffizieller Weltfußballer des Jahres.

Die Serie A gehört gemäß der UEFA-Fünfjahreswertung mit der englischen Premier League, der spanischen Primera División und der deutschen Fußball-Bundesliga zu den bedeutendsten europäischen Ligen.

Die Saison 2025/26 startet am 24. August 2025 und endet am 24. Mai 2026.legaseriea.it – Calendario e Risultati

Grundsätzliches mini|hochkant|Der scudetto, Trikotabzeichen des amtierenden Meisters

Seit der Saison 2004/05 besteht die Liga aus 20 Vereinen (zuvor 18). Die Vereine auf den letzten drei Plätzen, die also im Lauf der Saison die wenigsten Punkte holen konnten, steigen in die zweite Liga, die Serie B, ab. Entsprechend steigen drei Mannschaften der Serie B (Platz 1 und 2 sowie der Sieger der Play-offs zwischen Platz 3 bis 6) in die Serie A auf. Bei Punktegleichheit zwischen mehreren Mannschaften entscheidet der direkte Vergleich zwischen diesen Teams. Bis zur Saison 2005/06 fanden am Saisonende bei Punktgleichheit Entscheidungsspiele statt. Zuletzt spielten am Ende der Saison 2004/05 der FC Parma und der FC Bologna ein direktes Duell gegen den Abstieg.

Saisonbeginn ist der italienische Supercup, der Ende August ausgetragen wird. Zu Werbezwecken findet dieser gelegentlich auch im Ausland statt. Die eigentliche Meisterschaft beginnt üblicherweise Anfang September und dauert bis Ende Mai. Nach dem Ende der Hinrunde im Dezember beginnt nach kurzer Winterpause die Rückrunde traditionell am 6. Januar. Jede Mannschaft spielt während der Saison zweimal gegen jede andere Mannschaft in der Liga, jeweils einmal im heimischen Stadion und einmal auswärts, in der Spielstätte des Gegners.

Spieltag der Serie A ist traditionell Sonntagnachmittag, zwei Partien werden jedoch regelmäßig am Samstag ausgetragen. Das Spitzenspiel der Runde wird üblicherweise Sonntagabend gespielt. Teilweise finden Englische Wochen statt, in denen Spiele auch dienstags und mittwochs ausgetragen werden.

Meister ist jene Mannschaft, die am Ende der 38 Spieltage an erster Position steht, also die meisten Punkte errungen hat. Aufgrund der Platzierung der italienischen Liga in der UEFA-Fünfjahreswertung berechtigen die ersten vier Plätze zur direkten Champions-League-Teilnahme. Die Plätze fünf und sechs berechtigen ebenso wie der Gewinn der Coppa Italia zur Teilnahme an der Europa League.

Geschichte Vorgeschichte mini|Der CFC Genua wurde 1898 erster italienischer Meister Zwischen der Einführung der Meisterschaft 1898 bis nach der Saison 1928 wurde der italienische Meister in einer Meisterrunde zwischen den Siegern der diversen Regionalverbände ausgespielt, ähnlich dem deutschen System vor 1962. Die ersten italienischen Meisterschaften halten keinem aktuellen Vergleich stand. Es waren kleine Turniere, die an einem sonnigen Nachmittag ausgespielt wurden. Die erste italienische Meisterschaft fand am 8. Mai 1898 in Turin statt. Daran nahmen vier Mannschaften teil: Der spätere Meister CFC Genua sowie die Turiner Vereine Internazionale Torino, FC Torinese und Ginnastica Torino.

mini|links|AC Mailand, Meister der Spielzeit 1901 mini|links|1905 folgte Juventus Turin, der „scudetto“ ging erstmals nach Turin mini|Inter Mailand tat es den Mailänder Stadtrivalen gleich und gewann 1910 ebenfalls im zweiten Jahr nach Vereinsgründung den ersten Meistertitel Wegen des Ersten Weltkrieges pausierte die Meisterrunde von 1916 bis 1919. Schon bald wurde der Spielbetrieb wieder aufgenommen und nach altem Modus fortgefahren. In den Nachkriegswirren beanspruchten allerdings zwei Fußballverbände den italienischen Meistertitel für sich. Neben der Federazione Italiana Giuoco Calcio formierte sich 1919 die Confederazione Calcistica Italiana (CCI), in der ebenfalls eine Meisterschaft ausgespielt wurde. Dieser Verband ging jedoch bereits 1922 wieder in der FIGC auf, so dass es mit der SG Pro Vercelli (CCI) und US Novese (FIGC) in jenem Jahr ganz offiziell zwei italienische Meister gab.

Bald nach dem Krieg nahm das Interesse am Fußball enorm zu, und langsam etablierte sich der Profifußball. Der erste dokumentierte professionelle Fußballspieler war Virginio Rosetta, der 1923 von der US Pro Vercelli zu Juventus Turin wechselte. Edoardo Agnelli brachte Kapital zum Turiner Verein, wodurch es den Turinern ermöglicht wurde, Rosetta für die damalige Rekordsumme von 50.000 Lire nach Turin zu transferieren.

Die Professionalisierung des Fußballs brachte für die damaligen Seriensieger CFC Genua und US Pro Vercelli das Ende der Erfolge. Seit 1924 konnte weder Genua noch Pro Vercelli einen nationalen Titel auf Profiebene erringen.

1927 wurde dem zweiten Turiner Verein, dem FC Turin, der bereits gewonnene Titel aufgrund einer Regelwidrigkeit wieder aberkannt.

Die ersten Jahre und der Zweite Weltkrieg (1929–1949) Zu Beginn der Meisterschaft 1929 wurde der Spielmodus geändert. Seitdem wird der Meister nicht mehr unter den Regionalsiegern, sondern unter sämtlichen teilnehmenden Mannschaften ermittelt. Die Meisterschaft wurde dadurch verlängert, erstmals dauerte die Meisterschaft über den Jahreswechsel an. Weiterhin erzwang der damalige italienische Diktator Mussolini, der bekennender Fußballfan war, die Zusammenlegung der Mailänder Vereine Inter Mailand und US Milanese zu Ambrosiana Inter. Die Trennung erfolgt unmittelbar nach dessen Sturz 1943.

Wegen des Zweiten Weltkriegs musste die Austragung der Meisterschaft zwischen 1944 und 1946 erneut unterbrochen werden. Auch wenn es in dieser Zeit keine offiziellen Meister gab, wurde 1944 eine inoffizielle Meisterschaft ausgespielt, bei der die Mannschaft der AC Spezia, die mit Spielern aus der örtlichen Freiwilligen Feuerwehr verstärkt war, den Titel erringen konnte. Die Serie A nahm unter diesem Namen erstmals 1946 ihren regulären Spielbetrieb auf. Dem ging die Gründung der Lega Calcio mit Sitz in Mailand einher. Diese konstituierte sich erstmals am 14. Mai 1946. Zunächst entstand nur eine gesamtitalienische Profiliga; an dieser nahmen 1947/48 21 Mannschaften teil; es ist bis heute die höchste Anzahl an Vereinen. Eine darauf folgende Reform gründete die Serie A und Serie B mit jeweils 18 Mannschaften. Seitdem trägt die Serie A diesen Namen.

Il Grande Torino

mini|links|Die als Grande Torino bekannte Meistermannschaft des Torino F.C. hier 1948, etwa ein Jahr vor der Tragödie von Superga. Nach dem Krieg beherrschte die AC Turin die italienische Meisterschaft. Die Mannschaft, die als „Grande Torino“ bekannt wurde, wird bisweilen heute noch als eine der besten Mannschaften bezeichnet, die jemals in der Serie A gespielt hat. Am 4. Mai 1949 verunglückte die gesamte Mannschaft des designierten Meisters, AC Turin, bis auf eine Ausnahme bei einem Flugunfall am Superga-Hügel bei Turin. Der Titel wurde den Turinern postum zugesprochen. Damit begann zugleich auch die Wende im italienischen Fußball. Seitdem dominieren, bis auf wenige Ausnahmen, die eingangs erwähnten italienischen Großklubs das nationale Fußballgeschehen. Juventus, Inter und Milan gewannen seit dem Zweiten Weltkrieg 55 Mal die nationale Meisterschaft.

Seit 1956/57 dürfen nicht-italienische Schiedsrichter Partien leiten; des Weiteren erfolgte in jenem Jahr die erste Liveübertragung eines Spiels im Fernsehen, damals allerdings vorverlegt auf einen Samstag. Aus heutiger Sicht sehr interessant ist die Kritik des damaligen Präsidenten des Italienischen Olympischen Komitees (CONI), Onesti, an der italienischen Fußball-Liga am 3. August 1958. Darin wirft der Präsident dem Verband vor, viel zu viel Geld für den Fußball auszugeben. Dabei fällt auch der Begriff „ricchi scemi“ (‚reiche Dummköpfe‘).

Unter der Führung von Aldo Stacchi wurden im Ligabetrieb ab August 1965 radikale Änderungen vorgenommen. Ab der Saison 1967/68 wurde die Serie A von 18 Vereinen auf 16 reduziert; die Wiederaufstockung auf 18 Mannschaften erfolgte 1987. Sehr viel drastischer war die zweite Maßnahme. Nach der skandalösen Niederlage des zweimaligen Weltmeisters gegen Nordkorea bei der WM 1966 durften, um die italienische Nationalmannschaft zu stärken und die italienischen Erfolge in den 1930er Jahren zu wiederholen, zwischen 1966 und 1980 keine Ausländer an der Meisterschaft teilnehmen. Zwei Jahre nach Aufhebung der Sperre wurde Italien 1982 Fußball-Weltmeister. Einige Vereine hielt das aber nicht ab, dennoch Ausländer einzusetzen, indem sie diese einbürgerten. Seit Mai 1980 dürfen wieder Ausländer an der nationalen Meisterschaft teilnehmen.

Wettskandal, Kommerzialisierung und Nord gegen Süd 1973 forderte der Fußballverband mehr Geld vom Nationalen Olympischen Komitee. Die 500–600 Milliarden Lire, die der Verband aus Geldern des Totocalcio (Fußballtippspiel) erhielt, reichten nicht mehr aus, um das 50-Milliarden-Lire-Loch (25 Millionen Euro) der Vereine zu stopfen. Eine Lösung war nicht in Sicht, so war der Wettskandal acht Jahre später nur eine der Folgen der Verschuldung der Vereine und der Liga.

Zum erwähnten Skandal kam es schließlich 1980/81, als die AC Mailand und Lazio Rom wegen illegaler Wettgeschäfte zwangsabsteigen mussten. Den Mailändern gelang zwar der sofortige Wiederaufstieg aus der Serie B, jedoch stieg man ein Jahr später wieder ab, ehe man sich wieder in der Serie A festsetzen konnte. Die erwähnte Dreierdominanz war in diesen Jahren nachhaltig gebrochen, so dass wieder verstärkt andere Vereine den Meistertitel erobern konnten. So wurde 1983 die AS Rom nach über 40 Jahren wieder Meister und 1985 erstmals Hellas Verona. Weiter sorgte die SSC Neapel mit Diego Maradona ab Mitte der 1980er Jahre für Abwechslung und unterbrach die norditalienische Dominanz. Die Neapolitaner gewannen in den Spielzeiten 1986/87 und 1989/90 die Meisterschaft.

mini|links|Die SSC Neapel gewann die Meisterschaften 1987, 1990, 2023 und 2025