Henri Auguste Ménégaux (* 17. Mai 1857 in Audincourt; † 15. Juli 1937 in Bourg-la-Reine) war ein französischer Ornithologe, Malakologe,Zumindest handelt seine 296-seitige Dissertationsschrift Recherches sur la circulation des lamellibranches marins (1890) über das Thema. Zoologe und Mitarbeiter am Muséum national d’histoire naturelle (MNHN) in Paris.Jacques Berlioz (1939), S. 162.

Leben und Wirken Schon früh begann Ménégaux eine akademische Laufbahn und begann zunächst als Privatdozent für Naturwissenschaften an der Sekundarstufe. Im Jahr 1901 berief ihn Professor Émile Oustalet (1844–1905), der damalige Lehrstuhlinhaber für Zoologie der Abteilung Säugetiere und Vögel am MNHN, als wissenschaftlichen Assistenten. Hier übernahm er zunächst die Aufgaben des verstorbenen Eugène de Pousargues (1859–1901). Es war die Epoche seiner Karriere, in der er sich auf die höheren Wirbeltiere spezialisierte. Während Oustalet das Feld der Vogelkunde besetzte, widmete sich sein engster Mitarbeiter Ménégaux dem zweiten Forschungsschwerpunkt des Lehrstuhls, der Mammalogie.Jacques Berlioz u. a. (1938), S. 144. Unter der Führung des damaligen Museumsdirektors Jean Octave Edmond Perrier (1844–1921) publizierte er 1903 zwei Bände unter dem Namen La vie des animaux illustrée: Les Mammifères. Zwei weitere Bände über die Vögel wurden in der gleichen Zeit von Julien Salmon unter dem Namen La vie des animaux illustrée: Les Oiseaux publiziert.

Mit dem Tod von Oustalet im Jahre 1905 wurde die Stelle des Lehrstuhlinhabers vakant. Schließlich wurde Édouard Louis Trouessart (1842–1927), ein ausgewiesener Mammaloge auf den Lehrstuhl berufen. Es war die Motivation für Ménégaux seinen Forschungsschwerpunkt im Jahr 1906 auf das Feld der Ornithologie verlagern. Hier war er zwanzig weitere Jahre Verantwortlicher für Vogelstudien in Frankreich. Zumeist befasste er sich mit der Systematik der Vögel, aber auch mit praktischen ornithologischen Fragen. So wurde er im Jahr 1914 zum korrespondierenden Mitglied der Académie d’Agriculture gewählt. Zusätzlich war er Förderer der Vogelberingung in Frankreich.

In seiner Zeit wurden viele ornithologische Studien vorangetrieben und so war es nötig eine französische Zeitschrift zu publizieren, die sich ausschließlich dem Feld der Ornithologie widmete, wie es sie beispielsweise schon länger in Ländern wie England mit The Ibis, in Deutschland mit dem Journal für Ornithologie oder den Vereinigten Staaten mit The Auk gab. So gründete er zusammen mit Louis Simon Denis (1863–1914) im Jahr 1909 die Fachzeitschrift Revue française d’ornithologie.Henry Auguste Ménégaux, La Revue française d’ornithologie, 1915, S. 346. Obwohl die Zeitschrift mit bescheidenem Erfolg startete, kämpfte Ménégaux nach dem Tod von Denis im Jahre 1914 als alleiniger Geschäftsführer für den Erhalt und führte sie in der schwierigen Zeit von 1914 bis 1918 durch den Ersten Weltkrieg.Jacques Berlioz u. a. (1938), S. 145.

Am 1. Mai 1921 wurde auf Bestreben von Ménégaux die Société Française d’Ornithologie gegründet.Avis aux Abonnés Hier steht der Stichtag für Gründungsmitglieder. Im Jahr 1923 wurde er zu ihrem Präsidenten gewählt und die Revue française d’ornithologie wurde ihr offizielles Organ. Mit fast 70 Jahren ging er im Jahr 1926 schließlich in Pension, forschte und publizierte aber privat weiter.Jacques Berlioz (1939), S. 163. Mit dem Ruhestand gab er die Leitung der Revue française d’ornithologie und seine Präsidentschaft bei der Société Française d’Ornithologie auf. Dies hielt ihn aber nicht davon ab, weiterhin ornithologische Fragen zu bearbeiten und er kooperierte am Dictionaire Larousse. Auch wenn sich seine Gesundheit im letzten Lebensabschnitt verschlechterte, publizierte er bis kurz vor seinem Tod. Sein Tod überkam ihn, noch bevor er den vierten Band von Les oiseaux de France vollenden konnte.

Mitgliedschaften Am 12. März 1919 beim jährlichen Treffen der British Ornithologists’ Union (B.O.U.) in London wurde er zum Ehrenmitglied der B.O.U. gewählt.William Lutley Sclater, S. 367. Am 34. Treffen der American Ornithologists’ Union am 13. November 1916 in Philadelphia wurde er zum MitgliedJohn Hall Sage, S. 78. und beim 36. Treffen am 11. November 1918 in New York City zum Ehrenfellow der American Ornithologists’ Union gewählt.Theodore Sherman Palmer, S. 93.

Ménégaux war außerdem Ritter der Ehrenlegion.

Erstbeschreibungen von Henry Auguste Ménégaux Henry Auguste Ménégaux hat einige Arten und Unterarten als Erstautor beschrieben.

Säugetierarten Zu den Säugetierarten, die Ménégaux gehören chronologisch: Myotis vivesi , 1901 aus der Gattung der Mausohren

Vogelarten Zu den Vogelarten, die Ménégaux auch zusammen mit Carl Eduard Hellmayr beschrieben hat, gehören chronologisch: Flussufer-Ameisenwürger (Thamnophilus cryptoleucus) ( & , 1906) Weißbauch-Ameisenfänger (Drymophila devillei) ( & , 1906) Blaukappenhäherling (Garrulax courtoisi) , 1923

Vogelunterarten Zu den Vogelunterarten, die Ménégaux auch zusammen mit Carl Eduard Hellmayr beschrieben hat, gehören chronologisch: Nördlicher Grauerdhacker (Geositta peruviana paytae) & , 1906 Ockerstirn-Blattspäher (Philydor rufum riveti) & , 1906 Morgenammer (Zonotrichia capensis pulacayensis) (, 1909) Schopfente (Lophonetta specularioides alticola) (, 1909) Bergwald-Baumsteiger (Lepidocolaptes lacrymiger aequatorialis) (, 1912)

Werke (Auswahl) Jahr 1890

Jahr 1893

Jahr 1903

Jahr 1904

Jahr 1905

Jahr 1906

Jahr 1907

Jahr 1908

Jahr 1909

Jahr 1910

Jahr 1911

Jahr 1912

Jahr 1913

Jahr 1914

Jahr 1915

Jahr 1916

Jahr 1917

Jahr 1918

Jahr 1919

Jahr 1920

Jahr 1921

Jahr 1922

Jahr 1923

Jahr 1925

Jahr 1932

Jahr 1934

Jahr 1937

Jahr 1939

Literatur

Einzelnachweise

Kategorie:Ornithologe Kategorie:Malakologe Kategorie:Franzose Kategorie:Wissenschaftlicher Mitarbeiter eines Museums in Paris Kategorie:Kurator einer naturwissenschaftlichen Sammlung Kategorie:Mitglied der Ehrenlegion (Ritter) Kategorie:Geboren 1857 Kategorie:Gestorben 1937 Kategorie:Mann