mini|Friedrich Gotthold Kunze: Wand-Bilderfibel (1847), „im Selbst-Verlage des Verfassers“ Selbstverlag (auch: Eigenverlag sowie neudeutsch Selfpublishing bzw. als wörtliche Übersetzung aus dem Englischen auch Self-PublishingDuden: Selfpublishing bzw. Self-Publishing, siehe dazu Abschnitt „Bedeutung“ und „Herkunft“, online unter duden.de. oder die englische Variante Vanity Publishingvanity publishing, online unter woerterbuch.reverso.net.Definition von vanity publishing in British English, Definition des Begriffs mit Beispielsätzen im Collins Englisch Wörterbuch, online unter collinsdictionary.com) bezeichnet die Veröffentlichung eines reproduzierbaren Werkes durch einen Autor selbst, der damit zum Selbstverleger (auch: Selfpublisher)Duden: Selfpublisher bzw. Self-Publisher, siehe dazu Abschnitt „Bedeutung“ und „Herkunft“, online unter duden.de. wird. In der Regel auf Werke in Buchform bezogen, können zum Beispiel auch Werke auf Tonträgern im Selbstverlag veröffentlicht werden.

Der Begriff „Selbstverlag“ ist nicht eindeutig definiert. Es finden sich Belege, wonach damit ausschließlich die Begründung eines gewerblich angemeldeten Unternehmens für die Veröffentlichung eigener Publikationen gemeint ist, und andere, wonach er im weiteren Sinne die „Selbstfinanzierung“ einer Selbstpublikation überhaupt bedeuten kann. des Autorenhaus Verlags: „Selbstverlag: Vom Autor gegründeter Verlag, in dem seine Werke erscheinen; Ausgangspunkt mancher ^Mini-Verlage“, online abrufbar unter autoren-magazin.de

Bezugnehmend auf den inzwischen auch im deutschen Sprachraum etablierten Begriff „Selfpublishing“ werden Autoren von Selbstpublikationen auch als „Selfpublisher“ bezeichnet. Eine zuweilen von Selfpublishern für sich selbst gewählte Bezeichnung ist daneben „Indie-Autor“David Gray et al.: Indie-Autoren und E-Book-Selbstverleger: „Wir haben nichts zu fürchten als die Furcht selbst“, Artikel vom 20. September 2011, online unter literaturcafe.de. – und dies wiewohl Autoren, die in einem Independent-VerlagDuden: Indie, online unter duden.de. etwas veröffentlicht haben, damit eben per se keine Selfpublisher bzw. Selbstverleger sind.

Definitionen Während der Ursprung des Wortes „Verlag“ von „vorlegen“ kommt, wozu bei Buchverlagen u. a. auch die Vorleistung von Autorenhonoraren zählt,Duden: Herkunft des Verbs „verlegen“, online abrufbar unter duden.de in Aktionsbündnis für faire Verlage hat ein „Selbstverleger“ selbst die Kosten vorzulegen, wenn er für die Erstellung eines Buches die Dienstleistungen z. B. von einer Druckerei in Anspruch nimmt.

In dem Abschnitt „Fachwörterlexikon“ eines Fachbuches von 1998 zur „Berufsfachkunde für Kaufleute in Zeitungs-, Zeitschriften- und Buchverlagen“ heißt es zum Stichwort Selbstverlag: „Herstellung und Vertrieb eines Werkes durch den Verfasser im eigenen Namen und für eigene Rechnung“.Siehe S. 591 in Reinhard Mundhenke: Der Verlagskaufmann. Berufsfachkunde für Kaufleute in Zeitungs-, Zeitschriften- und Buchverlagen. 8. völlig überarbeitete Auflage. Societäts-Verlag, Frankfurt am Main 1998, ISBN 3-7973-0676-8. „Im eigenen Namen“ meint hierbei, dass der Autor anstelle einer Verlagsangabe im Impressum oder/und auf der Umschlagseite des Buches seinen eigenen Namen oder keinen Namen oder „im Selbstverlag“ anführt – eine Praxis, die bis heute üblich ist, insbesondere sofern ausschließlich auf die Dienste einer Druckerei für die Erstellung eines selbstverlegten Buches zurückgegriffen wird. Einige Selbstverleger kreieren dafür bisweilen markenrechtlich ungeschützte, noch nicht genutzte Verlagsnamen.Frank Demant: mit Hinweis „2.) Wenn ihr wollt, denkt euch einen Phantasienamen aus …“

Laut einer Dissertation von Jong-Rak Shin im 2007 ist der Begriff Selbstverlag „nicht fest definiert.“Siehe S. 22 in: Jong-Rak Shin: Selbstverlag im literarischen Leben des Exils in den Jahren 1933–1945; Dissertation, Juni 2007, PDF-Datei mit 220 Seiten (793 kB) Nach ihm lässt sich der Begriff entsprechend der Bedeutung des Wortes umfassend als „Veröffentlichung durch sich selbst“ definieren. Und Shin zitiert hierzu wiederum das Lexikon des gesamten Buchwesens, Bd. 3 (Leipzig 1937, S. 271), worin es heißt: „Im Selbstverlag erfolgt die Vervielfältigung und Verbreitung eines Werkes nicht durch einen Verlag, sondern durch den Autor persönlich.“ Ferner erläutert er, sich dabei auf Kurt Hiller beziehend:Kurt Hiller: Zur Sozialgeschichte von Buch und Buchhandel, Bonn 1966, S. 169; Fußnote 31 bei Jong-Rak Shin: Selbstverlag im literarischen Leben des Exils in den Jahren 1933–1945 „Selbstveröffentlichungsversuche von Schriftstellern, sich von den berufsmäßigen Verlegern unabhängig zu machen, sind im Grunde genommen Selbstverlage.“Siehe S. 18 in: Jong-Rak Shin: Selbstverlag im literarischen Leben des Exils in den Jahren 1933–1945; Dissertation, Juni 2007, PDF-Datei mit 220 Seiten (793 kB)

miniatur|Titelblatt des Erstdrucks von Johann Heinrich Voß: Homers Odüßee (1781) mit Unterzeile: „auf Kosten des Verfassers“ Das Verlagswörterbuch des Autorenhaus Verlags definiert Selbstverlag verengend als einen vom Autor gegründeten Verlag, in dem seine Werke erscheinen und der wiederum Ausgangspunkt für einen „Mini-Verlag“ sein kann. In diesem Sinne kann auch buchmarkt-college.de, eine branchennahe Website-Kooperation von BuchMarkt und Uni-Online, verstanden werden: „Beim Selbstverlag verlegt der Verfasser sein Werk selbst, zahlt die Kosten für Herstellung und Vertrieb und trägt das gesamte Risiko selbst.“buchmarkt-college.de: Ein derartiger Selbstverlag tritt nominell wiederum als „Verlag“ und nicht als „Selbstverlag“ auf, wie z. B. der Linden-Verlag von Erich Loest, der vorwiegend Loests eigene Werke publiziert und seit 1989 seinen Sitz in Leipzig hat.

Die Hamburger Akademie für Fernstudien (HAF) bezieht sich in ihren „5 Schritten zum Selbstverlag“ ebenfalls auf eine Verlagsgründung, meint aber an anderer Stelle auch: „Mit Book-on-Demand sind Sie Selbstverleger“.Hamburger Akademie für Fernstudien (HAF): Was bringt Ihnen Book-on-Demand?; „Book-on-Demand-Unternehmen bieten Ihnen als Autor und Selbstverleger Vorteile, aber auch Nachteile gegenüber anderen Verlagsmodellen.“ online abrufbar unter buch-schreiben.de Da das Book-on-Demand-Druckverfahren meist nur in Verbindung mit Dienstleistern für Selbstpublikationen wie z. B. einem Selbstkostenverlag oder einer Self-Publishing-Plattform Anwendung findet, wäre bei dessen Nutzung keine Verlagsgründung notwendig. Dies folgt wiederum Definitionen, wonach der Begriff Selbstverlag in dem Sinne allgemeiner zu verstehen ist, wenn ein Buch auf eigene Kosten für Herstellung und Vertrieb erscheint und ein Selbstverleger das Risiko für die Veröffentlichung eines Werkes selbst trägt. So gilt für den Verband deutscher Schriftsteller wie auch für den Friedrich-Bödecker-Kreis als Selbstverleger, wer sein Werk „selbstfinanziert“ hat.Bewerbungen um Aufnahme in die Autorendatenbank des FBK, online auf der Website des Friedrich-Bödecker-Kreises Und im dtv-Lexikon (Ausgabe von 1980) heißt es analog dazu: „Selbstverlag, Vertrieb eines Werkes der Literatur, Musik oder bildenden Kunst durch den Urheber selbst.“Siehe S. 312 in: dtv-Lexikon – Ein Konversationslexikon in 20 Bänden, Bd. 16, Sac–Seml. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1966, Ausgabe von 1980

Selbstverleger sind demnach grob insofern zu unterscheiden, ob sie für eine Selbstpublikation lediglich eine Druckerei oder/und einen Dienstleister für SelbstpublikationenHamburger Akademie für Fernstudien (HAF): Book-on-Demand: Verlag oder Druckerei?; siehe Abschnitt „Mit Book-on-Demand sind Sie Selbstverleger“; online abrufbar unter buch-schreiben.de beauftragen oder buchstäblich einen Selbstverlag begründen bzw. einen eigenen Verlag als Unternehmen anmelden und somit, gleich einem Verleger, Aufträge für Dienstleistungen zur Erstellung ihrer Veröffentlichungen vergeben.Hamburger Akademie für Fernstudien (HAF): 5 Schritte zum Selbstverlag; mit den Überschriften: 1. Verlagstaufe, 2. Anmeldung, 3. Buchgestaltung und Geschäftsausstattung, 4. Kalkulation, 5. Werbung und Vertrieb sowie Erfolgreiche Selbstverleger – gibt es die? online abrufbar unter buch-schreiben.de

Allgemeines Autoren oder Institutionen haben als Selbstverleger den kompletten Prozess einer Buchveröffentlichung zu steuern und zu verantworten. Neben dem Schreiben oder der Auswahl von Inhalten müssen sie das Lektorat, die Wahl der Ausstattung (Schriftart, Papiersorte, Umschlag etc.) sowie Kalkulation, werbewirksame Öffentlichkeitsarbeit und Marketing besorgen oder damit Dienstleister beauftragen.

Abgrenzungen Etwas im Selbst- oder Eigenverlag herauszugeben steht im Gegensatz zur Veröffentlichung innerhalb eines Verlages bzw. eines Publikumsverlages, der in der Regel nach Maßgabe eines miteinander geschlossenen Vertrages das Werk eines Autors vom Lektor bis zum Verkauf betreuen lässt. Wichtige Leistungen eines Verlages sind Korrekturvorschläge, Layout, Herstellung (Druck, Bindung), Vertrieb und Werbung. Dem Autor wird ein prozentualer Anteil am Ladenverkaufspreis (Tantiemen), nicht selten auch ein Vorschuss eingeräumt. in Aktionsbündnis für faire Verlage Inwiefern dies auch für den zuweilen einer Verlagsart zugerechneten Zuschussverlag gelten kann, ist nicht eindeutig zu klären, da Zuschussverlage einerseits wiederum als Druckkosten-, Herstellkosten- und Selbstkostenverlage bzw. so genannte „Druckkostenzuschussverlage“Verlagswörterbuch – D des Autorenhaus Verlags: „Druckkostenzuschussverlag: Fälschlicherweise gebrauchter Begriff für Unternehmen, die sich vom Autor dafür bezahlen lassen, dass sie sein Werk drucken, aber meist weit mehr als einen Zuschuss zu den Druckkosten nehmen. ^Dienstleisterverlag ^Pseudoverlag ^Vanity Press.“, online abrufbar unter autoren-magazin.de auftreten und deren jeweilige Abgrenzung vom Geschäftsmodell eines Verlags zu dem eines Dienstleisters für Selbstpublikationen in Teilen fließend und nicht eindeutig zu belegen sind.Ronit Wolf: , Die Zeit, 20. Februar 2009

Wiewohl hierüber ebenfalls Selbstpublikationen erstellt und zum Teil auch als Dienstleistung für einen „Selbstverlag“ ausgewiesen werden,Siehe Startseite von Lulu.com mit der Charakterisierung: , online auf der Website von Lulu.com„Books-on-Demand-Selbstverlag.de“, online auf der Website von xlibri.de und zugleich Weiterleitung zu dessen Startseite, abgerufen am 1. Mai 2014. wird (siehe Abschnitt: Definitionen sowie 2. Absatz in der Einleitung) die Inanspruchnahme von Dienstleistern wie z. B. den seit etwa 2010 auftretenden Self-Publishing-Plattformen nicht einhellig als weitere Form eines Selbstverlags angesehen.

Begründungszusammenhänge

Die Angaben der Verlage zu der Anzahl der bei ihnen zur Überprüfung eingereichten Manuskripte sind unterschiedlich und nicht zu belegen, aber es gilt unisono, dass von diesen Manuskripten lediglich ein winziger Bruchteil ins Verlagsprogramm übernommen wird. Eine Publikation selbst zu publizieren ist somit oft die einzige Möglichkeit, überhaupt etwas zu veröffentlichen. Die Gründe für die Selbstpublikation eines Werks im Selbstverlag sind vielfältig und beruhen nicht immer auf der vorangegangenen Ablehnung eines Manuskriptes durch einen Verlag. Zudem betreffen sie nicht nur einzelne Autoren, sondern auch Institutionen wie z. B. Universitäten und Bibliotheken.