miniatur|Henry Peter Rickmers (1993)

Henry Peter Rickmers (* 14. Dezember 1919 auf Helgoland; † 6. Mai 2013 ebenda) war ein deutscher Kommunalpolitiker (CDU), der als Verwaltungsleiter in der Nachkriegszeit und als Bürgermeister am Wiederaufbau seiner Heimatinsel maßgeblich beteiligt war.

Leben Henry Peter Rickmers, Sohn von Anna Martina Rickmers, geborener Denker, und des Kaufmanns Hans Karl Rickmers, stammte aus einer alten Helgoländer Rickmers-Familie, die ab 1719 auf der Insel nachweisbar ist.https://ofb.genealogy.net/famreport.php?ofb=helgoland&ID=I638&nachname=RICKMERS&modus=&lang=de Sein Vater besaß ein Geschäft für zollfreie Lebensmittel im heutigen Lung Wai. Nach eigenen Angaben ging Henry Peter Rickmers im Alter von 16 Jahren nach Bad Segeberg und besuchte dort die Deutsche Oberschule bis zum Abitur 1939.hier und im Folgenden (bis auf die NSDAP-Mitgliedschaft) nach: Henry P. Rickmers, Frank Woosnam unter Mitarbeit von Beate Griese: Helgoland – eine Insel auf dem Wege nach Europa. Otterndorf 1992, Seite 15. Deutsche Oberschule nannte sich die Dahlmann-Schule. Schon mit 18 Jahren, am 22. Juni 1938, beantragte er die Aufnahme in die NSDAP, zum 1. September 1938 wurde er aufgenommen. Mitgliederkarteikarte in: National Archives and Records Administration (NARA) Mikrofilm A3340-MFKL-M0138-01308 Rickmers wurde nach der anschließenden Pflichtzeit beim Reichsarbeitsdienst zur Kriegsmarine einberufen. Seit 1944 Kommandant eines Minensuchboots, war er am Unternehmen Hannibal beteiligt. Sein Boot (M 341) rettete 37 Schiffbrüchige der Wilhelm Gustloff.Vor 50 Jahren 1945: Flucht, Vertreibung, Kriegsende. Ausstellung vom 25. März bis 19. November 1995. Warendorf 1995. Im April 1945 war es an der Rettung Überlebender nach der Versenkung der Karlsruhe beteiligt. Nach dem Krieg konnte er nicht auf seine Heimatinsel zurückkehren, weil sie durch die Bombardierung der Royal Air Force am 18. April 1945 unbewohnbar geworden war.Mitteilung Frank Botter, ehemaliger Bürgermeister von Helgoland.

Ab dem Wintersemester 1945/46 studierte Rickmers Rechtswissenschaft an der Universität Hamburg. Dem Ersten Staatsexamen am 16. November 1948 folgte 1949 ein Referendariat im Bereich des Oberlandesgerichts Celle, ab 1. August 1950 führte er es im Kreis Pinneberg letztlich ohne Abschluss weiter.Hamburger Abendblatt vom 15. November 2018 . In Cuxhaven, wo seine Eltern wohnten, wurde er zum Vorsitzenden des Clubs Hallunner Moats uun Tress (Helgoländer Friesisch für „Helgoländer Freunde in Cuxhaven“) gewählt, ein Mittelpunkt für die evakuierten Helgoländer, die in 180 Ortschaften lebten.Hamburger Abendblatt vom 7. Mai 2013

Ab 1. November 1950 leitete Rickmers das Helgoland-Büro in Pinneberg. Als Verwaltungsangestellter des Bundes im Kreis Pinneberg hatte er später ihre Rückkehr zu besorgen. Er betrieb die Freigabe Helgolands zum 1. März 1952. Von der britischen Militärregierung als Leiter der Helgoland-Verwaltung eingesetzt, war er bis 1956 am Wiederaufbau der Insel maßgeblich beteiligt. Die Sprengung von Bunkeranlagen auf Helgoland hatte den Wiederaufbau noch schwerer gemacht.

Als die Gemeinde Helgoland 1956 offiziell gegründet wurde, wählten die Insulaner Rickmers zum Bürgermeister. In seiner 24-jährigen Amtszeit bis 1981 begrüßte er unter anderem Ludwig Erhard, Erich Mende und Willy Brandt als Inselgäste. Wichtig waren ihm die regelmäßigen Besuche des Hamburger SV mit der Mannschaft um Uwe Seeler und Willi Schulz. Als Mitglied der Christlich Demokratischen Union Deutschlands vertrat er die Gemeinde von 1959 bis 1964 und von 1980 bis 1994 im Pinneberger Kreistag.Elmshorner Nachrichten vom 8. Mai 2013, S. 10

Henry Peter Rickmers war evangelisch, ab 1951 verheiratet mit Erna „Erni“ Rickmers, geborener Krüss, und hatte zwei Kinder (Kirsten und Detlev). Seine zehn Jahre jüngere Frau baute das Appartement-Haus Insulaner auf. Hamburger Abendblatt vom 15. November 2018 Sie war Tochter des Elektrikers Ludwig Krüss und Schwester von James Krüss. Peter Rickmers überlebte sie um ein Jahr.

Ehrenämter

Leiter des Helgoländer Bezirks der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (ab 1954)

Ehrungen Kriegsauszeichnungen Bundesverdienstkreuz am Bande Bundesverdienstkreuz I. Klasse (1980) Ehrenbürger von Helgoland Freiherr-vom-Stein-Medaille (Schleswig-Holstein) (1986)

Veröffentlichungen Eigenständige Publikationen von ihm sind nicht nachweisbar, wohl aber Interviewbände mit ihm als Gesprächspartner und Titel, die durch seinen prominenten Namen eine höhere Auflage erwarten ließen. Helgoland ruft. 1952. Schicksal einer Heimat. 1965. Helgoland, deutsche Schicksalsinsel. 1980. mit Frank Woosnam unter Mitarbeit von Beate Griese: Helgoland – eine Insel auf dem Wege nach Europa. Otterndorf 1992.Woosnam hatte 1947 die Sprengung Helgolands befehligt 500 Tips für Helgoland. 7. Auflage. 1982 (bis zur 6. Auflage wird als Verfasser Gerhard Eckert genannt). mit Christian Müller: Auf Helgoland ist alles anders. Hamburg 2002.

Literatur Rickmers, Henry Peter. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s Who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 1004.

Weblinks

Anmerkungen

Kategorie:Verwaltungsjurist Kategorie:Bürgermeister (Kreis Pinneberg) Kategorie:CDU-Mitglied Kategorie:Militärperson (Kriegsmarine der Wehrmacht) Kategorie:Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse Kategorie:Träger der Freiherr-vom-Stein-Medaille (Schleswig-Holstein) Kategorie:Ehrenbürger im Kreis Pinneberg Kategorie:Person (Helgoland) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1919 Kategorie:Gestorben 2013 Kategorie:Mann