mini|hochkant|Michael Mann bei der San Diego Comic-Con Inter­na­tional 2014 Michael Kenneth Mann (* 5. Februar 1943 in Chicago, Illinois) ist ein US-amerikanischer Regisseur, Produzent und Drehbuchautor. Er wird zu den wenigen Autorenfilmern des Hollywood-Kinos gezählt. Zu seinen bekanntesten Werken zählen die Filme Der letzte Mohikaner, Heat, Insider, Collateral, Ali, Miami Vice und Public Enemies.

Leben Michael Mann wurde 1943 in Humboldt Park, einem Arbeiterviertel von Chicago, geboren. Seine Eltern Esther und Jack Mann waren europäische Juden und besaßen ein Lebensmittelgeschäft im Stadtteil Budlong Woods.Michael Mann Biography | TVGuide.com

Nach seinem Abschluss an der High School studierte er vier Jahre lang an der University of Wisconsin–Madison Englische Literatur. 1965 zog Mann nach London, um dort an der London Film School zu studieren. Er schloss das Studium nach zwei Jahren mit einem Diplom ab, kehrte danach in die Vereinigten Staaten zurück und begann seine Karriere als Autorenfilmer.

Michael Mann ist seit 1974 mit der Kunstmalerin Summer Mann verheiratet und hat vier Töchter. Seine Tochter Ami Canaan Mann arbeitet als Regisseurin und Produzentin ebenfalls im Filmgeschäft.

2012 fungierte er bei den 69. Internationalen Filmfestspielen von Venedig als Jury-Präsident. bei labiennale.org, abgerufen am 10. Juni 2012.

Werke Nach dem Abschluss seines Studiums an der London Film School stellte Mann den kurzen Dokumentarfilm 17 Days Down the Line her, der aus Interviews von verschiedenen Landsleuten besteht, die sich über ihren Beruf definieren. 1970 drehte er den Jaunpuri. Danach arbeitete er als Drehbuchautor für Fernsehserien wie Starsky & Hutch, Police Story, Crime Story, Bronk und Vegas.

1979 drehte er mit dem Gefängnisdrama Ein Mann kämpft allein seinen ersten Spielfilm als Regisseur für das Fernsehen. 1981 wagte er schließlich den Sprung auf die Kinoleinwand. Der Einzelgänger, der von einem Einbrecher handelt, der aus einer Verbrecherorganisation aussteigen will, brachte ihm im selben Jahr bei den Filmfestspielen in Cannes eine Nominierung für die Goldene Palme ein. 1983 drehte Mann den Mystery- und Horrorfilm Die unheimliche Macht mit Jürgen Prochnow und Ian McKellen in den Hauptrollen, der kommerziell hinter den Erwartungen zurückblieb.

Dennoch ging es 1985 als ausführender Produzent mit der großen Erfolgsserie Miami Vice weiter, die 15 Emmy-Nominierungen erhielt, was damals ein absoluter Rekord war. Noch bevor die Serie 1989 auslief, begann Mann 1986 mit der Produktion der nächsten, stilistisch ähnlichen Fernsehserie, Crime Story, die auf den Erlebnissen des mit ihm befreundeten Ex-Polizisten Chuck Adamson basierte. Für diese Serie steuerte Mann auch einige Drehbücher bei.

Mit dem Thriller Blutmond drehte er 1986, basierend auf dem Roman Roter Drache von Thomas Harris, den ersten Teil der Hannibal-Lecter-Reihe. Auch dieser Film floppte; einem Budget von 15 Millionen US-Dollar standen nur Einnahmen von 10 Millionen US-Dollar gegenüber.

Sechs Jahre dauerte es, bis er wieder einen Versuch als Spielfilmregisseur unternahm – das Kriegsdrama Der letzte Mohikaner von 1992 erwies sich an den Kinokassen und bei Kritikern gleichermaßen als Erfolg. Manns Film gewann unter anderem einen Oscar für den besten Ton und zwei BAFTA Awards für die beste Kamera und das beste Make-up.

Angespornt durch diesen Erfolg verfilmte er danach das Drehbuch zum Fernsehserienpilotfilm Showdown in L.A. 1995 erneut als Heat mit Al Pacino und Robert De Niro in den Hauptrollen. Während der Film in den USA nur mäßig ankam, war sein Erfolg in Europa umso größer.

Mann widmete sich ab diesem Zeitpunkt vollständig der Regie von Kinofilmen und drehte 1999 seinen als Meisterwerk geltenden Film Insider mit Al Pacino und Russell Crowe in den Hauptrollen über einen Journalisten, der zusammen mit dem ehemaligen Manager eines Tabakkonzerns dunkle Machenschaften der Tabakindustrie aufdeckt. Der Film war im selben Jahr für insgesamt sieben Oscars nominiert (darunter für die beste Regie), ging bei der Verleihung aber leer aus.

Die Filmbiografie Ali (2001) über den Boxer Muhammad Ali (gespielt von Will Smith) teilte dieses Schicksal. Beide Filme floppten an den Kinokassen; Ali spielt bei einem Budget von 130 Millionen US-Dollar weltweit nur 90 Millionen US-Dollar ein, Insider bei einem Budget von 90 Millionen Dollar nur 60 Millionen Dollar.

Mann kehrte 2004 mit dem Actionthriller Collateral auf die Kinoleinwand zurück und landete damit einen großen Erfolg bei Kritikern und Zuschauern. Der mit Tom Cruise und Jamie Foxx besetzte Film spielte das Dreifache seiner Produktionskosten ein. Große Beachtung fand auch die Tatsache, dass Mann den Film bis auf wenige Szenen mit digitalen Kinokameras von Sony und Thomson auf HDCAM drehte. Diese Arbeitsweise behielt er auch für nachfolgende Filme bei. Ebenfalls 2004 produzierte er die Filmbiographie Aviator von Martin Scorsese, in der Leonardo DiCaprio die Rolle des amerikanischen Filmproduzenten und Flugzeugindustriellen Howard Hughes übernahm.

2006 eröffnete Mann mit Miami Vice, der Kinoversion der gleichnamigen Fernsehserie, das Filmfestival von Locarno. Die Hauptrollen in dem Film übernahmen Colin Farrell und Oscar-Preisträger Jamie Foxx.

2007 beabsichtigte Mann, einen in den 1930er Jahren spielenden Film noir zu drehen, in dem ein Detektiv die schmutzigen Geheimnisse von Hollywood-Schauspielern kaschiert. Das mit Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle geplante Projekt scheiterte allerdings schon in der Vorproduktion, weil Mann ein Budget von 120 Millionen US-Dollar verlangte.We Read It: Michael Mann & John Logan's Unmade 1930s Noir A Nasty Look At Old Hollywood That Doesn't Quite Work bei indiewire.com, abgerufen am 1. Mai 2016.

Am 17. März 2008 begann Mann mit der Produktion des Films Public Enemies. Der Film behandelt das Leben des Bankräubers John Dillinger (dargestellt von Johnny Depp) und des FBI-Agenten Melvin Purvis (Christian Bale), der die Bande zur Strecke bringt. Der Film wurde am 18. Juni 2009 in Chicago uraufgeführt und spaltete die Kritik. Während einige Kritiker ihn als makellosen Film, „der die klassische Symbiose von Tönen, Licht, Farben und exzellenter Kameraarbeit verkörpert und mit überzeugenden Schauspielern und einer Regie, die immer weiß, was sie will“Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 2. August 2009, abgerufen am 15. Dezember 2013 (kostenpflichtig) lobten, sahen andere einen Film, „der nichts Wesentliches über John Dillinger erzählt, nicht besonders spannend ist und dem Genre des Gangsterfilms zwar eine eigene Ästhetik, aber keine Vision abgewinnt“.Anne Leweke in Die Zeit: Feier der Mantelfalten

Im Mai 2013 begannen die Dreharbeiten zu Manns Film Blackhat, der den Cyber-Terrorismus thematisiert und in dem Chris Hemsworth die Hauptrolle spielt.Richard Verrier: Michael Mann movie begins filming in L.A. Los Angeles Times, 29. Mai 2013. Abgerufen am 2. Mai 2016. Der Film fiel bei der Kritik nahezu ausnahmslos durch und floppte auch an den Kinokassen.Blackhat bei boxofficemojo.com, abgerufen am 2. Mai 2016.

Anfang August 2022 veröffentlichte er zusammen mit Meg Gardiner den Roman Heat 2, der seinen Film Heat aus dem Jahr 1995 fortsetzt und zugleich auch ein Prequel zum Film ist. Das Buch ist Manns Debüt als Autor. Er plant, basierend auf dem Material, auch einen entsprechenden Film zu realisieren.

Stil Viele seiner Werke zeichnen sich durch einen charakteristischen visuellen Stil aus. So legt Michael Mann sehr viel Wert auf die Kameraarbeit und nimmt oft selbst die Kamera in die Hand. So filmte er zum Beispiel in Heat etwa 60 Prozent des Films selbst. Seit seinem Film Collateral aus dem Jahr 2004 dreht er seine Filme mit digitalen Kinokameras im hochauflösenden Videoformat HD.

Auf der Plattform Current werden Manns Filme als „üppige Kino-Effekte, mit einer Farbenpalette in Pastell-Tönen, pulsierenden Rock- und Soul-Soundtracks, hyperkinetischen Kameraläufen und Filmschnitten, kombiniert mit einer an Andy Warhol und Roy Lichtenstein erinnernden Ästhetik“Current (1/1993) bezeichnet.

Wiederkehrende Mitwirkende Michael Mann arbeitet bevorzugt mit einem wiederkehrenden Stab.

Die nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick über die wiederholte Zusammenarbeit von Darstellern und Crew-Mitgliedern.

Der Einzelgänger (1981) Die unheimliche Macht(1983) Manhunter – Roter Drache(1986) Der letzte Mohikaner(1992) Heat(1995) Insider(1999) Ali(2001) Collateral(2004) Miami Vice(2006) Public Enemies(2009) Blackhat(2015) Ferrari(2023) Schauspieler Robert Prosky William Petersen Dennis Farina Tom Noonan Stephen Lang Wes Studi Al Pacino Diane Venora Jon Voight Ted Levine Mykelti Williamson Bruce McGill Jamie Foxx Jada Pinkett Smith Barry Shabaka Henley John Ortiz Domenick Lombardozzi Stabsmitglieder Drehbuch Michael Mann Michael MannChristopher Crowe Michael Mann Michael MannEric Roth Michael MannStephen J. RiveleChristopher WilkinsonEric Roth Stuart Beattie Michael Mann Michael MannRonan BennettAnn Biderman Morgan Davis Foehl Troy Kennedy Martin Kamera Donald E. Thorin Alex Thomson Dante Spinotti Emmanuel Lubezki Dion BeebePaul Cameron Dion Beebe Dante Spinotti Stuart Dryburgh Erik Messerschmidt Musik Tangerine Dream The RedsMichel Rubini Randy EdelmanTrevor Jones Elliot Goldenthal Pieter BourkeLisa Gerrard James Newton Howard John Murphy Elliot Goldenthal Harry Gregson-WilliamsAtticus RossLeopold Ross Daniel Pemberton Schnitt Dov Hoenig Dov HoenigArthur Schmidt Pasquale BubaWilliam GoldenbergDov HoenigTom Rolf William GoldenbergDavid RosenbloomPaul Rubell William GoldenbergLynzee KlingmanStephen E. RivkinStuart Waks Jim MillerPaul Rubell William GoldenbergPaul Rubell Jeffrey FordPaul Rubell Mako KamitsunaJeremiah O’DriscollStephen E. RivkinJoe Walker Pietro Scalia Szenenbild Mel Bourne John Box Mel Bourne Wolf Kroeger Neil Spisak Brian Morris John Myhre David Wasco Victor Kempster Nathan Crowley Guy Hendrix Dyas Maria Djurkovic Kostümbild Anthony Mendleson Colleen Atwood Elsa Zamparelli Deborah L. Scott Anna B. Sheppard Marlene Stewart Jeffrey Kurland Michael KaplanJanty Yates Colleen Atwood Massimo Cantini Parrini

Auszeichnungen Michael Mann erhielt als „Nobody“ völlig überraschend 1971 beim Filmfestival von Cannes für seinen Kurzfilm Jaunpuri den Sonderpreis der Jury.

Für seinen ersten Film als Regisseur, Ein Mann kämpft allein, erhielt er 1979 einen Emmy. Zudem wurde ihm vom Directors Guild der Best Directors Award verliehen. Der Film brachte ihm auch Aufmerksamkeit in Hollywood.

Für Insider erhielt Mann unter anderem diverse Preise von der Filmkritikervereinigung aus L.A. und dem National Board of Review und einen Preis für die Verteidigung der Meinungsfreiheit.

1990 bekam er einen Emmy Award für The DrugWars.

Für seinen 2004 erschienenen Film Collateral erhielt Mann einen National Board of Review Award.

Sein Film Heat wurde von den Nutzern der IMDb in deren Liste der 250 besten Filme auf Platz 103 gewählt (Stand: August 2026).Top 250 in der Internet Movie Database, abgerufen am 31. August 2026.

2004 erhielt Michael Mann einen Hollywood Film Award und wurde zum Director of the Year ernannt. Total Film platzierte Mann auf Rang 28 der 100 größten Regisseure aller Zeiten. Sight & Sound gaben ihm Platz 5 auf ihrer Liste der zehn besten Regisseure der letzten 25 Jahre, Entertainment Weekly platzierte Michael Mann auf Platz 8 der 25 besten aktiven Filmregisseure.

Filmografie Als Regisseur 1970: Jaunpuri (Kurzfilm) 1972: 17 Days Down the Line (Dokumentar-Kurzfilm) 1979: Ein Mann kämpft allein (The Jericho Mile, Fernsehfilm) 1981: Der Einzelgänger (Thief) 1983: Die unheimliche Macht (The Keep) 1986: Manhunter – Roter Drache / Blutmond (Manhunter) 1989: Showdown in L.A. (L.A. Takedown, Fernsehfilm) 1990: The Drug Wars: The Camarena Story (Fernsehserie) 1992: Der letzte Mohikaner (The Last of the Mohicans) 1995: Heat 1999: Insider (The Insider) 2001: Ali 2004: Collateral 2006: Miami Vice 2009: Public Enemies