Der Markenname Datsun wurde, ursprünglich als Datson, 1931 von der DAT Motorcar Company für ein neues Pkw-Modell eingeführt. Dieses war kleiner als die Modelle der Pkw-Baureihe DAT 41, daher bezog sich der Name auf Sohn des DAT. Allerdings änderte man schon nach einem Jahr die letzte Silbe des Namens auf „sun“ (englisch für „Sonne“), da son in der japanischen Sprache „Verlust“ bedeutet, die Sonne hingegen auch Bestandteil der japanischen Flagge ist. So entstand der Name Datsun.Die japanische Automobilindustrie. HUP, 1985, ISBN 0-674-47255-1, S. 33.
1934Jeff Daniels: Datsun: Leistungsstarke Challenger aus dem Osten. In: Tom Northey (Hrsg.): World of Automobiles. Volume 5, Orbis, London 1974, S. 495. übernahm die Nissan Motor Co. Ltd die Kontrolle über DAT Motorcar Co. Während Nissan-Pkw zuerst nur in der Oberklasse vertreten waren und den DAT 41 ersetzten, waren die Datsun-Pkw darunter als Massenmobile eingegliedert. Der Export von Fahrzeugen aus dem Nissan-Konzern außerhalb Asiens begann in den 1950er Jahren. Auch die im japanischen Markt als Nissan vermarkteten Pkw und Nutzfahrzeuge wurden für den Export als Datsun vermarktet. Einer der Hauptgründe neben dem geringeren Werbeaufwand lag daran, dass Nissan im Zweiten Weltkrieg viele militärische Produkte hergestellt hatte und der Markenname daher insbesondere in den USA negativ besetzt war.
1974 wurde beschlossen, die Strategie zu ändern und die Marke Datsun auslaufen zu lassen. Das wurde damit begründet, dass die Änderung des Namens durch eine zukünftige globale Strategie den Wert des Konzerns steigere. Ab 1984 verschwand der Name Datsun in Europa und Nordamerika, in Asien sukzessive bis März 1986. Einzige Ausnahme war der Datsun Pick-up, der auf asiatischen und afrikanischen Märkten teilweise bis 2002 weiter als Datsun vertrieben wurde.
2014 belebte Nissan die Marke wieder als Einstiegsmarke für Asien, Osteuropa und Südafrika. Es wurde in Russland, Indien und Indonesien produziert. Aufgrund der Weiterentwicklung der Nissan-Konzernstrategie nach dem Ausscheiden von Carlos Ghosn wurden sukzessive alle Werke geschlossen, so dass nach dem letzten Werk in Indien im April 2022 die Marke wieder eingestellt wurde.Nissan ends production of Datsun brand vehicles for emerging markets
Geschichte Die Ursprünge von Datsun Vor dem Start von Datsun baute Kaishinsha Jidōsha Kōjō (, engl. Kaishinsha Motorcar Works Tokioter Stadtteil Azabu-Hiroo), 1914 ein Automobil mit dem Namen DAT. Der Name des neuen Autos war eine Abkürzung der Nachnamen der drei Unternehmenspartner: Kenjirō Den (, Den Kenjirō) Rokurō Aoyama (, Aoyama Rokurō) Meitarō Takeuchi (, Takeuchi Meitarō). Kenjirō Den, Rokurō Aoyama und Meitarō Takeuchi waren Freunde und Finanziers von Masujirō Hashimoto, einem der Begründer der japanischen Automobilindustrie. Dieser gründete 1911 Kaishinsha Jidōsha Kōjō. 1918 wurde diese als Aktiengesellschaft K.K. Kaishinsha (, Kabushiki kaisha Kaishinsha) reorganisiert und 1925 zur Kommanditgesellschaft G.K. DAT Jidō Shōkai (, Gōshi-gaisha Datto ~, engl. DAT Motorcar Co.), umbenannt und man konstruierte und produzierte auch Lkw zusätzlich zu den DAT-Personenkraftwagen. Gleichzeitig spezialisierte man sich ab 1918 auf die Produktion von Nutzfahrzeugen, da die Nachfrage nach Pkw zu dieser Zeit sank. Kaishinsha montierte die ersten DAT Truck für den militärischen Bereich.
Nachlassende Nachfrage aus dem militärischen Bereich in den 1920er Jahren zwang DAT Jidō Shōkai, die Fusion mit anderen Automobilherstellern zu prüfen. 1926 wurde die in Tokio beheimatete DAT Jidō Shōkai mit der in Osaka ansässigen Jitsuyō Jidōsha Seizō K.K. (englisch Jitsuyo Jidosha Co., Ltd. bzw. Jitsuyo Motors; gegründet 1919 als Tochtergesellschaft von Kubota) zur DAT Jidōsha Seizō K.K. (, engl. DAT Automobile Manufacturing Co., Ltd.), mit Sitz in Osaka verschmolzen. Jitsuyō Jidōsha begann 1920 mit der Produktion eines dreirädrigen Fahrzeuges mit einer geschlossenen Kabine, entwickelt von William R. Gorham, dem im folgenden Jahr eine vierrädrige Version folgte. Von 1923 bis 1925 produzierte Jitsuyō Jidōsha auch Pkw und Lkw unter dem Namen „Lila“.Die komplette Encyclopedia von Motorfahrzeugen 1885 bis zur Gegenwart Edited by GN Georgano 1968, EP Dutton and Company; New York, NY.
DAT Jidōsha Seizō verkaufte unter dem Namen DAT bereits seit 1914 Pkw ab der Mittelklasse.Modellhistorie DAT (PDF; 222 kB) 1930 erließ die japanische Regierung eine ministerielle Verordnung, die es erlaubte, Autos mit Motoren bis 500 cm³ ohne Führerschein zu fahren.Erlass japanischer Regierung 1930 Dadurch begann DAT Jidōsha Seizō die Entwicklung einer Pkw-Linie mit 495-cm³-Motor, um diese Autos im neuen Marktsegment unter dem Projektnamen „Sohn von DAT“ zu verkaufen, woraus schließlich der Name Datson wurde.
Der erste Prototyp des Datson war im Sommer 1930 fertiggestellt; das Serienfahrzeug der Bauzeit von 1931 bis 1932 war der Datson 10. Nachdem ein Hurrikan das Werk beschädigte, mussten Reparaturen vorgenommen werden; gleichzeitig überarbeitete man das Modell. Der Name wurde nun aufgrund der oben genannten Gründe in Datsun geändert und so startete 1932 der Datsun 11 als erster Datsun. 1931 übernahm das Automobilzuliefererunternehmen Tobata Casting, das bislang auch DAT belieferte, die DAT Automobile Manufacturing Co., Ltd. 1928 war die Unternehmens-Holding Nihon Sangyo entstanden, deren Aktien an der japanischen Börse unter dem Kürzel Ni-San geführt wurden. Besitzer war Yoshisuke Aikawa, dem auch das Unternehmen Tobata Casting gehörte.
Für 1933 hatte die Regierung die Verordnung überarbeitet und die Grenze auf 750 cm³ erhöht. Dies nutzte auch DAT und wertete das Modell zum Datsun 12 auf.. Abgerufen am 2. April 2024. Nach einer weiteren Überarbeitung zum Datsun 13 wurde nun auch ein kleiner Lkw von der Serie hergestellt, der Datsun Truck.
1933 kam es zur Fusion zwischen Tobata Casting und Nihon Sangyo und am 26. Dezember wurde das Unternehmen unter dem Namen Jidosha Seizo Co., Ltd., was in etwa mit ‚Automobilhersteller‘ übersetzt werden kann, mit einem Kapital von 10 Millionen Yen neu gegründet. Datsun sollte zukünftig Fahrzeuge für den Massenbedarf produzieren, während das höherpreisige Segment unter einem neuen Markennamen bedient werden sollte. Im März 1933 erwarb Tobata Casting ein großes Gelände in Yokohama, auf dem eine Automobilfabrik errichtet werden sollte. Für das geplante Werk war es nötig, in den Vereinigten Staaten Ingenieure anzuwerben und Anlagen sowie Werkzeuge für die Fertigung zu beschaffen. Mit dieser Aufgabe wurde der in Japan lebende amerikanische Ingenieur William R. Gorham betraut, der seit 1921 in Aikawas Konzern tätig war. Während seiner Reise konnte Gorham fast neue, stillgelegte Produktionsanlagen des US-Automobilherstellers Graham-Paige erwerben.
Im Mai 1934 wurde die Fabrik in Yokohama schließlich fertiggestellt.
Nachdem Ni-San im Juni 1934 während einer Aktionärsversammlung Hauptanteilseigner wurde, wurde der Mutterkonzern von Datsun in seinen auch heute noch gültigen Namen Nissan Motor Co., Ltd. umbenannt und Aikawa wurde zum ersten Unternehmenspräsidenten ernannt.
Die Datsun-Historie vor und während des Zweiten Weltkriegs 1935 hatte das Unternehmen in Yokohama eine echte Fertigungslinie nach dem Vorbild der Ford Motor Company aufgebaut und produzierte nun den Datsun 14. Sechs Modelle dieser frühen Datsuns wurden 1936 nach Neuseeland exportiert, einen Markt, den Datsun erst im Mai 1962 offiziell belieferte. 1937 wurde im Werk in Yokohama neben dem Datsun 16 und dem Datsun Truck auch der Lkw Nissan 80 für die Kaiserlich Japanische Armee und der erste Nissan-Pkw Nissan 70 produziert. Aufgrund des Ausbruchs des Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieges wurde die Pkw-Produktion beschränkt und hauptsächlich Lkw produziert.
Der 1938 erschienene Datsun 17 war aufgrund der Rohstoffknappheit während des Krieges bereits deutlich spartanischer ausgestattet, und Ende 1938 wurde die Produktion komplett eingestellt. In der Fertigung kam der auf dem Lkw Nissan 80 basierende Nissan 90 hinzu, während der Nissan 70, der vor allem an das Militär geliefert wurde, dann 1943 eingestellt wurde. Danach kam erst 1960 mit dem Nissan Cedric wieder ein Pkw von Nissan auf den Markt. 1944 endete auch die Produktion des Datsun Truck und lediglich die Nissan 80 und 90 wurden noch für die Armee produziert.
Die Datsun-Historie nach dem Zweiten Weltkrieg bis zur vorläufigen Einstellung der Marke Als der Pazifikkrieg endete, produzierte Datsun vorerst nur Lastwagen für die Besatzungstruppen. 1946 nahm man die Produktion des Datsun 1121 auf, der auf dem letzten Datsun Truck, abgeleitet vom Datsun 17, basierte. Der Datsun 17 war auch die Grundlage für Datsuns erstes Nachkriegsmodell, den Datsun DA, mit dem 1947 die Pkw-Produktion wieder aufgenommen wurde. Bereits 1948 wurde der Datsun DA durch das überarbeitete Modell Datsun DS ersetzt. 1952 kam der Datsun DC-3 ins Programm und begründete damit Datsuns Historie als Sportwagenhersteller. Alle bisherigen Datsun-Modelle ähnelten den zeitgenössischen Modellen der Austin Motor Company.
Nachdem die von den Besatzungstruppen kontrollierten japanischen Produktionsstätten 1955 wieder unter japanische Kontrolle zurückkehrten, knüpfte Nissan Kontakt mit Austin und schloss einen Kooperationsvertrag mit Austin ab. Dieser bevollmächtigte den Konzern, den Austin A40 als Nissan A40 und den Austin A50 Cambridge in Lizenz als Nissan A50 zu produzieren. Außerdem durften alle Komponenten für eigene Entwicklungen verwendet werden. Dadurch erschien 1955 der von Datsun auf Austin-Komponenten entwickelte Datsun 110 und ein davon abgeleiteter Datsun Pick-up. 1957 wurde diese Baureihe durch den Datsun 210 samt abgeleitetem Pick-up eingeführt, der Begründer der Datsun-Bluebird-Serie wurde. 1958 kam der Datsun Cablight auf den Markt, ein Kleintransporter, der unterhalb der Nissan-Lkw und -Busse angesiedelt war, aber das Angebot des Datsun Pick-up bei Nutzlast und Karosserievarianten ergänzte. Er wurde später durch den auch in Europa erhältlichen Datsun Cabstar ersetzt.
1959 begann die Fertigung der Datsun-Fairlady-Sportwagen / Roadster-Serie, die auch zu den ersten Exportmodellen gehörte und günstiger war als gleichartige Modelle von MG und Triumph. Sie wurde 1968 durch die Datsun-Z-Reihe ersetzt. Dieser erschwingliche Sportwagen war sehr profitabel für Datsun und wurde seinerzeit zum meistverkauften Sportwagen weltweit.Daniels, S. 496–497. Er hatte Motor und Fahrwerkskomponenten des Bluebird.Daniels, S. 497.
Auf die Fairlady folgte 1964 der Datsun Coupe 1500 auf Basis der Fairlady; er wurde in der Evolution der Modellreihe im Export als Datsun 200SX bekannt. 1966 kam im Segment der unteren Mittelklasse der Datsun Sunny, mit Hinterradantrieb und eher noch in Kleinwagengröße, als Konkurrent des Toyota Corolla auf den Markt. Die japanische Nachfrage nach Fahrzeugen im sogenannten One-Box-Design, mit schmalen Außenmaßen und viel Laderaum auf kleiner Fläche, bediente Datsun ab 1969 mit dem Datsun Sunny Cab, welcher mit Komponenten sowohl des Sunny wie auch des Bluebird ausgestattet war. 10 Jahre später wurde dieser durch den Datsun C20 abgelöst, welcher auch in Europa als Datsun Vanette bekannt wurde.