Georg C. Horsetzky (Pseudonym in Frankreich Charles-Georges Horset; * 6. Dezember 1881 als Karl Georg Horžetzky in Wien; † 25. Juli 1954 in Lausanne) war ein österreichischer Produktionsleiter beim deutschen und französischen Film.
Leben und Wirken Der Sohn des Redakteurs Gustav Horžetzky und seiner Frau Adele, geb. Boskovitz,Wiener Stadt- und Landesarchiv, Geburtsregister der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, Nr. 1994/1881 (online auf FamilySearch, anmeldepflichtig). besuchte zunächst Untergymnasium und Handelsakademie und diente anschließend ein Jahr lang als Freiwilliger beim Militär. Ab 1906 lebte er einige Jahre in New York und heiratete dort die Sprachlehrerin Susanne Levin. Noch vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs kehrte Horsetzky mit seiner Frau nach Wien zurück. Die Kriegsjahre verbrachte er zu Feld, zuletzt als Platzkommandant in Udine. Nach seiner Heimkehr ließ er sich Ende 1918 mit seiner Frau und dem 1914 geborenen gemeinsamen Sohn evangelisch taufen,Taufbuch der Evangelischen Pfarrgemeinde H.B. Wien 1918–1919, S. 43–46 (online). konvertierte aber bereits 1920 wieder zum jüdischen Glauben.
1924 wurde Horsetzky in Berlin Geschäftsführer bei der Europa-Projektograf GmbH an der Seite von Gernot Bock-Stieber.HRB Nr. 24758, Eintrag im Berliner Handelsregister am 4. Juni 1924. Im Juni 1927 war er als Aktionär Mitgründer der Nero-Film AGBerliner Handelsregister HRB Nr. 40293. und schloss sich dem Team des Produzenten Seymour Nebenzahl an. Als Produktionsleiter war er im Jahr darauf an G. W. Pabsts viel beachteter Literaturverfilmung Die Büchse der Pandora beteiligt. Zu Beginn der 1930er Jahre arbeitete Horsetzky auch für andere Produktionsfirmen, unter anderem für die Hermann Millakowskys. Infolge der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten konnte Horsetzky nur noch die französische Fassung des deutschen Films Der Zarewitsch herstellen, dann musste er wegen seiner jüdischen Wurzeln aus Deutschland fliehen.
Zunächst kehrte der gebürtige Wiener nach Österreich heim und leitete in seiner Heimatstadt einige kleine Produktionsfirmen. 1937 fand sich Horsetzky in Paris ein und arbeitete dort erneut mit den gleichfalls eingetroffenen Berliner Kollegen Nebenzahl und Millakowsky zusammen. Mehrere französische Filmprojekte Horsetzkys scheiterten jedoch an der Finanzierung, und erst 1938 bzw. 1939 konnte er unter dem Pseudonym Charles-Georges Horset erneut als Produktionsleiter arbeiten. Es handelte sich dabei um zwei Inszenierungen der Emigranten Robert Wiene (dessen letzter Film Ultimatum) und erneut Pabst (dessen letzter französischer Film Jeunes filles en détresse). Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs fand Horsetzky keine Arbeitsmöglichkeit mehr. Nach Kriegsende blieb er mit seiner Familie weiterhin in Paris und erhielt 1948 die französische Staatsbürgerschaft.Décret Nr. 18813-46 (online , kostenpflichtig). Er starb 1954 während eines Aufenthalts in der Schweiz im Hôpital cantonal von Lausanne.Archives cantonales vaudoises, SB 267/53/3/110, Registre des décès, Nr. 916/1954 (PDF; 234 MB).
Nach der Scheidung von seiner ersten Gattin heiratete Horsetzky 1926 Lotte Gumpel, geb. Mecklenburg, doch wurde die Ehe 1928 für ungültig erklärt.Landesarchiv Berlin, Heiratsregister Standesamt Berlin-Wilmersdorf, Nr. 404/1926 (online auf Ancestry, kostenpflichtig). Von 1940 bis zu seinem Tod war er mit der gebürtigen Dänin Ilse Brinck verheiratet.Archives de Paris, Actes de mariage 8. Arrondissement, Nr. 88/1940 (online, Bild 15). Aus dieser Ehe ging 1945 sein zweiter Sohn hervor.
Filmografie (Auswahl) 1926: Der Feldherrnhügel 1927: Die Gefangene von Shanghai 1928: Liebeskarneval 1928: Das letzte Fort 1928: Die Büchse der Pandora 1929: Tagebuch einer Kokotte 1929: Meineid 1929: Trust der Diebe 1929: Unschuld (Die kleine Veronika) 1930: Gaukler (Les saltimbanques) 1930: Ariane 1930: Westfront 1918 1931: M 1931: Wiener Liebschaften 1931: Opernredoute 1931: Eine Nacht im Grandhotel 1931: Die Dreigroschenoper 1932: Ein bißchen Liebe für dich 1932: Skandal in der Parkstraße 1933: Das Testament des Dr. Mabuse 1933: Son altesse impériale (Der Zarewitsch) 1935: Die ganze Welt dreht sich um Liebe 1938: Ultimatum 1939: Jeunes filles en détresse
Literatur Kay Weniger: „Es wird im Leben dir mehr genommen als gegeben …“. Lexikon der aus Deutschland und Österreich emigrierten Filmschaffenden 1933 bis 1945. Eine Gesamtübersicht. ACABUS Verlag, Hamburg 2011, ISBN 978-3-86282-049-8, S. 582. Frank Arnau (Hrsg.): Universal Filmlexikon 1933. Universal Filmlexikon G.m.b.H., Berlin/London/Paris 1933, S. D 127 ().
Weblinks
(Archiv Günter Peter Straschek)
Einzelnachweise
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