thumb|right|Lebendrekonstruktion von Apatosaurus thumb|right|Schädel von Barosaurus thumb|right|Schädel von Kaatedocus
Die Diplodocidae sind ein Taxon sauropoder Dinosaurier, die im Oberjura fossil nachweisbar sind. Zu ihnen gehörten unter anderem die gut bekannten Gattungen Diplodocus und Apatosaurus. Einige Gattungen dürften zu den längsten bekannten Dinosauriern gehört haben, wie z. B. Supersaurus oder Seismosaurus (wobei letzterer häufig als jüngeres Synonym von Diplodocus angesehen wird). Sereno (1998) definierte die Diplodocidae als stammlinienbasiertes Taxon (stem-based definition), das alle Taxa umfasst, die näher mit Diplodocus als mit Dicraeosaurus verwandt sind. Einige Hautabdrücke einiger Diplodociden wurden erstmals von Stephen Czerkas im Jahr 1992 gefunden und waren vermutlich Abdrücke eines Schwanzes.Stephen A. Czerkas: The new look of sauropods. In: Journal of Vertebrate Paleontology. Bd. 13, Supplement to Nr. 3 = Abstracts of Papers. Fifty-Third Annual Meeting Society of Vertebrate Paleontology. New Mexico Museum of Natural History and Science, Albuquerque, New Mexico. October 13–16 1993, , 1993, S. 26A.
Merkmale Die Vertreter der Diplodociden waren aufgrund ihrer Knochenanatomie relativ leicht gebaut. Hals und Schwanz waren enorm verlängert. Ein weiteres Merkmal ist der lange, niedrige, abfallende Schädel mit stiftförmigen Zähnen. Die Vorderbeine waren wesentlich kürzer als die Hinterbeine.John S. McIntosh: Sauropoda. In: David B. Weishampel, Peter Dodson, Halszka Osmólska (Hrsg.): The Dinosauria. University of California Press, Berkeley CA u. a. 1990, ISBN 0-520-06726-6, S. 345–401.
Systematik Äußere Systematik Die Diplodocidae werden meistens als das Schwestertaxon der Dicraeosauridae betrachtet. Beide Gruppen werden häufig, wie z. B. von Harisson und Kollegen (2004), als Fragellicaudata zusammengefasst und bilden zusammen mit den Rebbachisauridae und basalen Gattungen die Gruppe Diplodocoidea.Jerald D. Harris, Peter Dodson: A new diplodocoid sauropod dinosaur from the Upper Jurassic Morrison Formation of Montana, USA. In: Acta Palaeontologica Polonica. Bd. 49, Nr. 2, , S. 197–210, online.
Kladogramm nach Harrison et al. (2004):
Upchurch et al. (2004) dagegen halten die Fragellicaudata für ungültig und stellen alle drei Familien als Schwestertaxa dar.Paul Upchurch, Paul M. Barrett, Peter Dodson: Sauropoda. In: David B. Weishampel, Peter Dodson, Halszka Osmólska (Hrsg.): The Dinosauria. 2nd edition. University of California Press, Berkeley CA u. a. 2004, ISBN 0-520-24209-2, S. 259–324.
Innere Systematik Lovelace und Kollegen (2008) unterteilen die Diplodocidae in die Apatosaurinae und in die Diplodocinae.David M. Lovelace, Scott A. Hartman, William R. Wahl: Morphology of a specimen of Supersaurus (Dinosauria, Sauropoda) from the Morrison Formation of Wyoming, and a re-evaluation of diplodocid phylogeny. In: Arquivos do Museu Nacional. Bd. 65, Nr. 4, 2007, , S. 527–544, . Das folgende Kladogramm nach Tschopp et al. 2015 listet die nach einer jüngsten Revision der Diplodocidae gültigen Gattungen auf und zeigt ihre Verwandtschaft:Emanuel Tschopp, Octávio Mateus, Roger B.J. Benson. A specimen-level phylogenetic analysis and taxonomic revision of Diplodocidae (Dinosauria, Sauropoda). PeerJ, 2015; 3: e857 DOI: 10.7717/peerj.857
Dyslocosaurus, nur durch einige Beinknochen bekannt, wird als Diplodocoidea incertae sedis klassifiziert. Ein weiterer möglicher Diplodocide ist Dystrophaeus, dessen fossile Überreste stark fragmentiert sind, wodurch seine taxonomische Einordnung sehr schwierig ist.
Alter und Paläobiographie Alle sicher den Diplodocidae zuordenbaren Fossilien stammen aus dem Kimmeridgium und Tithonium (Oberjura). Funde stammen hauptsächlich aus der nordamerikanischen Morrison-Formation, aus der Dinosaurier-Enzyklopädie, einschließlich Daten der großen Fundstätten.. Aus Europa ist lediglich Dinheirosaurus bekannt. Ein afrikanischer Diplodocide ist Tornieria.
Einzelnachweise
Weblinks
Kategorie:Sauropoda Kategorie:Sauropoden