miniatur|Eleonore Feuerbach Eleonore Feuerbach (auch als Leonore Feuerbach bekannt) (* 25. September 1839 in Bruckberg bei Ansbach, Mittelfranken; † 23. Juni 1923 in München) war eine deutsche Schriftstellerin und Tochter des Philosophen Ludwig Feuerbach.
Leben Eleonore Feuerbach wurde als erstes Kind des Philosophen Ludwig Feuerbach (1804–1872) und dessen Ehefrau Bertha, geb. Löw (1803–1883) geboren. Ihre im Jahr 1842 in Bruckberg geborene Schwester Mathilde verstarb bereits 1844 im Kindesalter. Gemeinsam mit ihrer Cousine Luise und ihrem Cousin Anselm Ludwig, den Kindern ihres verstorbenen Onkels Eduard August Feuerbach (1803–1843) erhielt sie im Schloss Bruckberg durch Hauslehrer den schulischen Elementarunterricht.Werner Schuffenhauer: „… die Tochter nicht nur meines Leibes, sondern auch Geistes“ - Leonore Feuerbach, in: Aufklärung und Kritik. Sonderheft 2/2012, S. 21. Seit frühester Jugend begleitete sie ihren Vater auf Reisen und Exkursionen, so im Herbst 1867 nach Goisern im Salzkammergut zu dem befreundeten Bauernphilosophen Konrad Deubler (1814–1884).Vgl. Schuffenhauer 2012, S. 23.
Nach Ludwig Feuerbachs zweitem Schlaganfall im Jahre 1870, der ihn insbesondere hinsichtlich der Kommunikation auf fremde Hilfe angewiesen machte, war es Eleonore Feuerbach, die den Schriftverkehr ihres Vaters mit dessen Freunden und Bekannten, bei präziser Kenntnis seiner Auffassungen unterstützte.Vgl. Schuffenhauer 2012, S. 25.
Nach dem Tod ihres Vaters 1872 ordnete Eleonore seinen schriftlichen Nachlass. Einen Teil der Briefe ihres Vaters stellte sie zunächst dem Journalisten und Philosophen Karl Grün, für dessen Veröffentlichung: Ludwig Feuerbach in seinem Briefwechsel und Nachlaß. 2 Bde. C. F. Winter, Leipzig / Heidelberg 1874 zur Verfügung. Im Frühjahr 1874 verschickte sie, die von Johann Daniel Schreitmüller zu Lebzeiten des Philosophen angefertigte Büste nach Bad Goisern zu Konrad Deubler, wo die Feuerbach-Büste noch heute im Heimatmuseum zu sehen ist.Hans-Jürgen Stubig: „Recherchen und Ergebnisse hinsichtlich der Schreitmüller-Büste von Ludwig Feuerbach und deren Verbleib“, in: Aufklärung und Kritik. Sonderheft 2/2012, S. 100. 1876 übergab sie den schriftlichen Nachlass ihres Vaters dem Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg, wo ihn Wilhelm Bolin für die Veröffentlichung: Ludwig Feuerbach – Sein Wirken und seine Zeitgenossen, Verlag der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, Stuttgart 1891 nutzen konnte.
1879 veröffentlichte sie im Otto Wigand Verlag das Buch: Ludwig Feuerbach. Aussprüche aus seinen Werken gesammelt von Leonore Feuerbach.Werner Schuffenhauer: „… die Tochter nicht nur meines Leibes, sondern auch Geistes“ - Leonore Feuerbach, in: Aufklärung und Kritik. Sonderheft 2/2012, S. 20. 1887 erhielt sie den Nachlass ihres Vaters vom Germanischen Nationalmuseum zurück, um ihn schließlich 1919 der Universitätsbibliothek München mit folgendem Zueignungsbrief zu übereignen:
Auf diesem Briefwechsel und diesem schriftlichen Nachlass in München beruhen wesentliche Teile der heutigen Feuerbach-Forschung.
Von Bruckberg über Nürnberg (Rechenberg) und Bad Aibling fand Eleonore Feuerbach ihre letzte Lebensstation in München. Nach einem schweren Schlaganfall im Sommer 1922, verstarb sie dort am 23. Juni 1923. Ihre Urne wurde in der Grabstätte der Feuerbachs auf dem Johannis-Friedhof in Nürnberg beigesetzt.Vgl. Schuffenhauer 2012, S. 27.
Schriften Ludwig Feuerbach. Aussprüche aus seinen Werken gesammelt von Leonore Feuerbach. Otto Wigand Verlag, Leipzig 1879.
Literatur Max Ackermann: Anselm Feuerbach – Sein Buch „Ein Vermächtnis“ in: Hermann Glaser; Rainer Lindenmann; Max Ackermann (Hrsg.): Die Feuerbachs. Eine deutsche Familie im 19. Jahrhundert. Schrenk-Verlag, Nürnberg 2006. Wilhelm Bolin: Ludwig Feuerbach – Sein Wirken und seine Zeitgenossen, Verlag der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, Stuttgart 1891. Arnold Dodel-Port (Hrsg.): Konrad Deubler. Tagebücher, Biographie und Briefwechsel des oberösterreichischen Bauernphilosophen. B. Elischer Verlag Leipzig 1886. Karl Grün: Ludwig Feuerbach in seinem Briefwechsel und Nachlass, sowie in seiner philosophischen Charakterentwicklung, 2 Bde., Verlag C. F. Winter, Leipzig und Heidelberg 1874. Werner Schuffenhauer: „… die Tochter nicht nur meines Leibes, sondern auch Geistes“ – Leonore Feuerbach, in: Aufklärung und Kritik. Sonderheft 2/2012, . Werner Schuffenhauer (Hrsg.): Ludwig Feuerbach. Gesammelte Werke, Bd. 1, Akademieverlag, Berlin 1981. Hans-Jürgen Stubig: „Recherchen und Ergebnisse hinsichtlich der Schreitmüller-Büste von Ludwig Feuerbach und deren Verbleib“, in: Aufklärung und Kritik. Sonderheft 2/2012, .
Weblinks
Ludwig-Feuerbach-Gesellschaft Nürnberg e. V.
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