mini|300px|Konstanzer Altstadt mit Münster Konstanz (AusspracheAnmerkung: Nicht nur Dialektsprecher, sondern auch bundesweite Medien (bspw. Tagesschau) verwenden diese Aussprache. lokal [], ,Uschi Götz, Stephan Rehfeld: Ein „Ausbund an Gegend“. In: Deutschlandradio Kultur. 8. Februar 2008, abgerufen am 26. November 2014. standarddeutsch [], alemannisch [] und ähnlichBadisches Wörterbuch. Band III, S. 224, Artikel Konstanz, auch Schweizerisches Idiotikon. Band III, Sp. 553, Anmerkung zum Artikel Chostenzer (Digitalisat).) ( oder oder Letter C. Constantia. In: Orbis Latinus. Columbia University, abgerufen am 24. Juni 2024. Vgl. Albert Sleumer: Kirchenlateinisches Wörterbuch. Verlag Gebrüder Steffen, Limburg an der Lahn 1926 und Georg Olms Verlag, Hildesheim / Zürich / New York 2006 (= 4. Nachdruck der Ausgabe von 1926), S. 237 und 808.) ist die größte Stadt am Bodensee und Kreisstadt des Landkreises Konstanz. Die vormalige Freie und zugleich Reichsstadt gehört zur Bundesrepublik Deutschland und liegt an der Grenze zur Schweiz. Seit dem 1. April 1956 ist Konstanz eine Große Kreisstadt und bildet ein Oberzentrum innerhalb der Region Hochrhein-Bodensee im Regierungsbezirk Freiburg des Landes Baden-Württemberg. In Konstanz sind zwei Hochschulen ansässig, die Universität Konstanz und die Hochschule Konstanz Technik, Wirtschaft und Gestaltung (HTWG). Die Geschichte des Ortes reicht bis in die römische Zeit zurück.
Geographie Lage mini|Blick vom Münsterturm auf Hafen und Konstanzer Trichter, rechts das Konzilgebäude Konstanz. Im Hintergrund Kreuzlingen mini|Die Imperia an der Hafeneinfahrt am Bodensee, im Hintergrund die Alpen Konstanz liegt am Bodensee, am Ausfluss des Rheins aus dem oberen Seeteil direkt an der Grenze zur Schweiz (Kanton Thurgau). Die Schweizer Nachbarstadt Kreuzlingen ist mit Konstanz zusammengewachsen, so dass die Staatsgrenze mitten zwischen einzelnen Häusern und Straßen hindurch, aber auch zum Tägermoos hin entlang des Grenzbaches verläuft. Bei gutem Wetter kann man die Alpen sehen, besonders bei Föhn.
Auf der linken (südlichen) Rheinseite liegen die Altstadt und der Stadtteil Paradies; die neueren Stadtteile hingegen befinden sich auf der rechten (nördlichen) Rheinseite, auf der Halbinsel Bodanrück zwischen dem Untersee und dem Überlinger See. Die Konstanzer Altstadt und die westlich anschließenden Stadtteile sind die einzigen Gebiete Deutschlands, die südlich des Seerheins, auf der „Schweizer Seite“, liegen. Dieses Gebiet ist auch – neben der Kollerinsel bei Brühl – eines der beiden linksrheinischen Landesgebiete Baden-Württembergs.
Das Stadtgebiet hat 34 Kilometer Uferlinie und umfasst 1,31 km² Wasserfläche. Tiefster Punkt ist der Seespiegel mit (Mittelwasserstand), der höchste Punkt mit liegt beim Rohnhauser Hof in Dettingen.
Nachbargemeinden Nachbargemeinden, also unmittelbar an das Stadtgebiet von Konstanz angrenzende Gemeinden, sind die Gemeinde Reichenau (Festlandsgebiete) und Allensbach im Landkreis Konstanz sowie Kreuzlingen, Gottlieben (keine Landgrenze, Grenze verläuft in der Mitte des Seerheins) und Tägerwilen (Gemarkung Tägermoos) im Kanton Thurgau (Schweiz). Meersburg (Bodenseekreis) wird zwar durch den Bodensee von Konstanz getrennt, ist jedoch durch eine rund um die Uhr verkehrende Autofähre bei 15-minütiger Überfahrt mit Konstanz verbunden.
Stadtgliederung Stadtteile mini|Stadtteile von Konstanz
Das Stadtgebiet wird in 15 Stadtteile gegliedert. Dabei handelt es sich teilweise um ehemals eigenständige Gemeinden, die nach Konstanz eingegliedert wurden, andererseits auch um Stadtteile, deren Bezeichnungen sich im Laufe der Bebauung ergeben haben oder die nach einem besonderen Bezugspunkt benannt wurden.
Die 15 Stadtteile mit Fläche und Bevölkerung:
Nr. Stadtteil FlächeInformation des Städtischen Vermessungsamtes am 2. April 2009.[ha] Bevölkerung(Stand 31. Dezember 2024)Konstanz in Zahlen 2025. (PDF; 2,1 MB) In: konstanz.de, abgerufen am 9. April 2026. Region Bemerkungen 010 Altstadt 129,1216 12.392 linksrheinisch Innenstadt mit der Niederburg einschließlich Dominikanerinsel, Stadelhofen,Bahnhof (DB, SBB) 020 Paradies 63,2034 6.004 linksrheinisch Innenstadt Stadterweiterung des 19. Jahrhunderts nach Westen, früheres Fischerdorf 030 Petershausen-West 181,8892 16.225 Stadtrand Bahnhof (DB, VHB) 035 Petershausen-Ost 163,4805 7.353 Stadtrand mit Eichhorn, Musikerviertel, Salzberg, Sierenmoos 040 Königsbau 107,2120 6.549 Stadtrand mit Pfeiferhölzle, Sonnenbühl, Sonnenhalde, Stockäcker 050 Allmannsdorf 214,5832 5.413 Stadtrand 060 Staad 94,0913 1.819 Stadtrand Autofähre Konstanz–Meersburg 070 Fürstenberg 175,8485 12.459 Stadtrand mit Berchengebiet, Elberfeld; Bahnhof (VHB) 080 Wollmatingen 1026,0229 6.776 Stadtrand mit Eichbühl, Öhmdwiesen; Bahnhof (VHB) 090 Industriegebiet 492,4143 1.214 Stadtrand mit Oberlohn, Stromeyersdorf, Unterlohnund den Vogelschutzinseln Mittler oder Langbohl und Triboldingerbohl 100 Egg 314,2647 802 Stadtrand mit Hohenegg, Universität Konstanz 110 Litzelstetten 511,3703 3.790 Vororte mit dem ehemaligen Kloster St. Katharina und der Insel Mainau 120 Dingelsdorf 643,4243 2.055 Vororte mit Oberdorf, Fließhorn (Campingplatz), Klausenhorn (Campingplatz) 130 Dettingen 1075,6934 3.389 Vororte mit Dobel oder Mühlhalden (ehemals Dobel- oder Mühlhalder Mühle) und Rohnhauser Hof 140 Wallhausen 174,9133 1.128 Vororte mit Burghof und Ziegelhof Konstanz 5367,5329 87.368
Auch die Stadtteile von Konstanz haben eine lange Geschichte. Sie gehörten überwiegend zum Kloster Reichenau und kamen später an die Kommende Mainau des Deutschen Ordens und mit dieser 1805 an Baden. Hier gehörten sie zum Amt Konstanz, aus dem 1939 der Landkreis Konstanz hervorging. Nur die Innenstadt (Stadtteile Altstadt und Paradies) ist linksrheinisch, alle übrigen Stadtteile sind rechtsrheinisch. Die Veränderungen und Zerstörungen durch den Eisenbahnbau im 19. Jahrhundert sowie Einzelhandel und Straßenbau im 20. Jahrhundert sind teils einschneidend.
Linksrheinische Stadtteile
mini|Rheintorturm in Konstanz mini|Marktstätte, zentraler Platz und Teil der Fußgängerzone mini|Rheingasse in der Niederburg mini|Innenhof des Rathauses Der Stadtteil Altstadt geht – nach der Einteilung durch die Stadtverwaltung – weit über die historische Altstadt innerhalb der früheren Stadtmauern hinaus, er umfasst auch einen großen Teil dessen, was allgemeinhin (auch in Reise- und Kunstführern) zum Paradies gezählt wird. Der von der Verwaltung für ihre Zwecke so definierte Stadtteil Altstadt hat deshalb wesentlich mehr Fläche und Einwohner als der ebenfalls linksrheinische Stadtteil Paradies. Durch Aufschüttungen im Flachwassergebiet des Bodensees hat Konstanz immer wieder Land hinzu gewonnen. Beispiele sind die Marktstätte und der ehemalige Fischmarkt im 13. und 14. Jahrhundert.Caroline Bleckmann, Michaela Jansen, Stefan King: Kaufhaus am Hafen (Konzil). Faltblatt zum Tag des offenen Denkmals 2010. Kultur in Bewegung – Reisen, Handel und Verkehr. Regierungspräsidium Stuttgart/Freiburg, Stadt Konstanz. Die Altstadt von Konstanz ist besser erhalten als die in vielen anderen Städten Deutschlands, unter anderem weil sie weder im Dreißigjährigen Krieg noch im Zweiten Weltkrieg nennenswert beschädigt wurde. Die Zahl der erhaltenen Bauten aus dem Mittelalter, als die Stadt ihre Blüte erlebte, ist groß.
Die Niederburg innerhalb der Altstadt ist der älteste Teil. Das Gebiet erstreckt sich zwischen Münster, Konzilstraße, Seerhein und Unterer Laube, dem einstigen Stadtgraben. Hier siedelten sich die Domherrenhöfe in Nähe des Münsters an. Die Niederburg ist Heimat der Narrengesellschaft Niederburg.Große Konstanzer Narrengesellschaft Niederburg e. V. von 1884. In: narrengesellschaft-niederburg.de, abgerufen am 10. Juli 2022. Heute sind in den verwinkelten Gassen Weinstuben, Buchbinderei, Kunstglaser, weitere Handwerker, Behörden, das Dominikanerinnenkloster Zoffingen, das Landgericht, das Notariat, das Theater Konstanz und die Spitalkellerei Konstanz angesiedelt.Die Niederburg. In: Konstanz im Blickpunkt. Norbert Höpfinger Verlag, Konstanz 2013/2014, , S. 20–21.Anna-Maria Schneider: Sie gibt Büchern ein neues Outfit. In: Südkurier. 12. März 2015.Kirsten Schlüter: Dieser Mann brennt für das Glas. In: Südkurier. 4. April 2015.
Die Vorstadt Stadelhofen innerhalb der Altstadt wird durch die Bodanstraße, die Schweizer Grenze, das Bahnhofsgelände und den Döbeleplatz begrenzt. An der Schwedenschanze wurden die Schweden im Dreißigjährigen Krieg an der Eroberung von Konstanz gehindert. Mit dem Anschluss Badens an den Deutschen Zollverein wurde Stadelhofen vorübergehend zum Zollausschlussgebiet. Georg Elser, dessen Attentat auf Adolf Hitler misslang, wurde bei seiner Flucht an der Schwedenschanze verhaftet – eine Büste erinnert an ihn. Das Einkaufszentrum LAGO mit überregionalem Einzugsgebiet (auch weit in die Schweiz hinein) wurde an der Bodanstraße errichtet.Die Vorstadt Stadelhofen. In: Konstanz im Blickpunkt. Norbert Höpfinger Verlag, Konstanz 2013/2014, S. 16–18.
Rechtsrheinische Stadtteile Petershausen entstand wohl zusammen mit dem gleichnamigen Kloster und war ebenfalls eine eigenständige Dorfgemeinde, die aber bereits 1417 als Vorstadt in die Stadt Konstanz integriert, im 15. Jahrhundert in die Stadtummauerung einbezogen und von einem Hauptmann verwaltet wurde. Das zugehörige Reichskloster Petershausen wurde 1802 im Zuge der Säkularisation aufgehoben.Allmannsdorf-Staad. In: Konstanz im Blickpunkt. Norbert Höpfinger Verlag, Konstanz 2013/2014, S. 60.
Der Stadtteil Wollmatingen wurde 724 erstmals als „VValamotinga“, 811 als „Walmütingen“ erwähnt.
Konstanzer Vororte Der Stadtteil Staad als ehemaliges Fischerdorf direkt am See ist seit Langem durch die Autofähre Konstanz–Meersburg mit dem auf der anderen Seite des hier beginnenden Überlinger Sees liegenden Meersburg verbunden. mini|hochkant|Altes Rathaus Allmannsdorf Der Stadtteil Allmannsdorf wurde 722 als „Alamantiscurt“ erstmals erwähnt. Er liegt oberhalb von Staad. Wahrzeichen sind das ehemalige Rathaus an der Mainaustraße, der ehemalige Wasserturm an der Allmannshöhe (heute eine Jugendherberge) sowie die Lorettokapelle auf der Lorettohöhe; die Kreuzkirche wurde vom Bauhaus-Schüler Hermann Blomeier entworfen.Landesdenkmalpflege Baden-Württemberg, Untere Denkmalschutzbehörde der Stadt Konstanz: Tag des offenen Denkmals 2010 – Konstanzer Ländebauten. Faltblatt Historische Fähre Konstanz. 11. November 2011 (, abgerufen am 6. Januar 2018).
In Egg befand sich in der Mainaustraße 252 vom August 1947 bis zum Abriss im Dezember 1961 ein Baracken-Lager für ostdeutsche Vertriebene und Flüchtlinge mit dem Ziel, sie in Konstanz zu integrieren.Stadt Konstanz, Pressereferent: Konstanzer Chronik – Der Rathaus-Rückblick 2014. Konstanz, Dezember 2014, S. 74 (zum 15. Oktober 2014).
Der Teilort Litzelstetten wurde 839 als „Luzzilonssteti“ erstmals erwähnt. Im 14. Jahrhundert wurden die zwei Orte „Oberdorf“ und „Unterdorf“ unterschieden.
Der Teilort Dingelsdorf wurde 947 als „Thingoltesdorf“, das von Konstanz aus dahinter liegende Wallhausen 1187 erstmals als „villa Walarhusin“ erwähnt.
Der Teilort Dettingen wurde 811 als „Tettingen“ erstmals erwähnt. 839 kam der Ort an das Kloster Reichenau. Im 12. Jahrhundert herrschten Reichenauer Ministeriale im Ort. Es bestanden zwei Burgen, Alt-Dettingen und Neu-Dettingen, die spätestens seit dem 14. Jahrhundert abgingen. Die Reichenau hatte noch bis in das 18. Jahrhundert hinein das Hochgericht über den Ort inne. Das Niedergericht unterstand seit dem 15. Jahrhundert der Deutschordenskommende Mainau.
Gemarkungen mini|Gemarkungen der Stadt Konstanz
Es gibt vier Gemarkungen:Statistik von Baden-Württemberg. Band 400 (= Gemeindestatistik 1989. Heft 6). Ergebnisse der Flächenerhebung 1989 nach Gemeinden und Gemarkungen – Bodenfläche nach Art der tatsächlichen Nutzung –, S. 160.