mini|Die Studie Boxster Concept, die 1993 zum ersten Mal gezeigt wurde. Hier als Exponat im neuen Porsche-Museum.

Der Boxster ist ein Roadster von Porsche mit einem Boxermotor in Mittelmotor-Anordnung. Der Prototyp wurde Anfang 1993 auf der Detroit Motor Show präsentiert. Die Markteinführung der ersten Generation in Deutschland war im August 1996. Ab 2005 wurde zusätzlich das auf dem Boxster der zweiten Generation (Typ 987) basierende Coupé Cayman angeboten. Zwischen 2016 und 2025 wurden beide Karosserievarianten als ein Modell 718 vermarktet mit dem jeweiligen bisherigen Namen als Zusatz: Porsche 718 Boxster bzw. Porsche 718 Cayman.

Ab 2012 war die dritte (Typ 981), ab 2016 die vierte (Typ 982) Generation auf dem Markt. Aufgrund der hohen Nachfrage nach der dritten Generation wurde am 19. September 2012 die Produktion neben dem Stammwerk in Stuttgart-Zuffenhausen zusätzlich im ehemaligen Karmann-Werk in Osnabrück, dem heutigen Volkswagen Osnabrück aufgenommen.

Modellgeschichte Anfang der 1990er-Jahre geriet Porsche in eine Absatz- und Ertragskrise. In diese Zeit und in den vom Mazda MX-5 gestarteten Roadster-Boom hinein fiel die Entscheidung über die Entwicklung eines Mittelmotor-Roadsters. Das Ergebnis dieser Entwicklungsarbeit war der Porsche Boxster, dessen Name ein Kunstwort aus den Worten Boxer(-Motor) und Roadster darstellt.

Boxster (Typ 986)

mini|links|hochkant|Porsche Boxster des Modelljahres 2004 auf der IAA 2003, mit den zur Modellpflege überarbeiteten „Spiegelei“-Scheinwerfern

Der erste Porsche Boxster (interner Code 986) erschien 1996 (V-Programm) mit einem wassergekühlten 2,5-Liter-Sechszylinder-Motor mit 150 kW (204 PS) und galt als Nachfolger des Klassikers Porsche 550 „Spyder“ aus den 1950er-Jahren. Er enthielt sehr viele Komponenten des ein Jahr später erscheinenden Porsche 911 (Modell 996), was Porsche zunächst wegen mangelnder Differenzierung viel Kritik einbrachte. Mit einem Einstiegspreis von 76.500 DM (ca. 39.100 Euro) lockte er neue Kunden zur Marke und startete die Boomjahre Porsches Mitte/Ende der 1990er-Jahre.

mini|links|Cockpitansicht Boxster 986 S Was den Boxster bei seinem Erscheinen von seinen Konkurrenten unterschied, war das relativ große Platzangebot. Dank seines Mittelmotorkonzepts hat er vorne und hinten je einen Kofferraum. Das serienmäßig elektrisch betätigte Verdeck findet in einem Verdeckkasten über dem Motor Platz; anfangs ließ es sich nur im Stillstand öffnen und schließen. Kritik gab es für die gewöhnungsbedürftige Optik der Leuchteinheiten, die schnell den Spottnamen Spiegeleier-Leuchten bekamen.

1997 wurde ein Teil der Boxster-Produktion an das finnische Unternehmen Valmet Automotive mit Sitz in Uusikaupunki ausgelagert. Im Geschäftsjahr 2000/2001 (31. Jan.) wurden von zusammen 28.457 Boxster- und Boxster-S-Modellen 23.294 Wagen in Uusikaupunki produziert. Der Vertrag mit Valmet lief zunächst bis 2004 und wurde danach bis 2008 mit einer Option auf eine erweiterte Partnerschaft bis zum Jahr 2011 verlängert. 109.213 Boxster der ersten Generation wurden von 1997 bis 2004 in Finnland produziert. Anhand der Fahrgestellnummer sind die Produktionsorte der Fahrzeuge erkennbar: Ein U (Uusikaupunki) oder S (Stuttgart) vor der folgenden sechsstelligen Nummer zeigt die finnische oder deutsche Herkunft.

Im Jahr 2000 erhielt der Einstiegs-Boxster einen auf 2,7 Liter vergrößerten Motor, der nun 162 kW (220 PS) leistete. Weiterhin wurde die Baureihe um den Boxster S mit einem 3,2-Liter-Motor mit 185 kW (252 PS) ergänzt, die den Boxster von 0 auf 100 km/h in 5,9 Sekunden beschleunigen ließ. 2002 erfuhr der Boxster 986 ein letztes Facelift. Unter anderem wurden die sog. Spiegeleier-Leuchten in Klarglas ausgeführt, die Lufteinlässe an der Front modifiziert und die Rückleuchten grau statt gelb gefärbt. 2003 erfolgte eine Leistungssteigerung dank neuer Motronic und VarioCam: Der Boxster leistete in Deutschland nun 168 kW (228 PS), der Boxster S 191 kW (260 PS).

Im Modelljahr 2004 gab es das Jubiläums-Sondermodell „50 Jahre 550 Spyder“, das auf 1953 Stück limitiert war, von denen 372 Fahrzeuge auf den deutschen Markt kamen. Das Jubiläums-Modell wurde ausschließlich in der für den Carrera GT entwickelten Farbe GT-silbermetallic ausgeliefert, den Innenraum dominiert Leder in der neuen Farbe Cocoa, die auch das Verdeck trägt. Als Alternative konnte anthrazitfarbenes Leder und ein schwarzes Verdeck gewählt werden. Mit zum Teil schon 987-Technik leistet das Jubiläumsmodell 195 kW (266 PS) und wird mit einer gesteigerten Höchstgeschwindigkeit von 266 km/h angegeben. Der Grundpreis des bereits mit umfangreichen Extras ausgestatteten Sondermodells belief sich auf 59.192 Euro.

mini|200px|Boxster 986 (2000–2004)mini|200px|Heckansicht

Außenlackierungen Neben Unilacken gab es eine Reihe verschiedener Metalliclackierungen.

Uni: schwarz(1996–2004) indischrot(1996–2004) gletscherweiß(1996–1998) pastellgelb(1996–1999) speedgelb(1996–2004)

Metallic: schwarz(1996–2002) ozeanblau(1996–2000) arktissilber(1996–2004) arenarot(1996–2000) zenithblau(1996–2000) basaltschwarz(2002–2004) nachtblau(1996–2004) schiefer(2002–2004) atlasgrau(2002–2004)

Metallicperleffect: lapisblau(2001–2004) sealgrau(2001–2004) dschungelgrün(2000–2002) ozeanjade(1996–1998)

Metallic-Sonderfarbe: GT-silber(2004) Das Boxster-Sondermodell „50 Jahre 550 Spyder“ wurde ausschließlich in der Farbe GT-silbermetallic angeboten.

Boxster (Typ 987)

Der Nachfolger des 986 wurde am 27. November 2004 eingeführt. Dieser Boxster (interner Code 987) entspricht äußerlich nahezu dem Vorgängermodell. Die wegen ihrer Form beim Vorgängermodell oft kritisierten Scheinwerfer waren allerdings neu gestaltet und dem 911 angeglichen worden. Dadurch wirkt der Wagen kraftvoller und harmoniert in seinem Erscheinungsbild mehr mit dem größeren Porsche-Modell. Der Innenraum mit einem neuen Lenkrad, einer geänderten Mittelkonsole und anderen Türverkleidungen wurde ebenfalls überarbeitet. Das elektrische Verdeck lässt sich nun bei Geschwindigkeiten bis zu 50 km/h öffnen und schließen. Für beide Boxster-Modelle war ein Sport-Design-Paket erhältlich.

Traditionsgemäß hatte das neue Modell in seiner Leistung zugelegt und bot bei der Markteinführung 176 kW (240 PS) bzw. 206 kW (280 PS) beim Boxster S.

Zum Modelljahr 2007 (ab Mitte 2006) wurden die leistungsstärkeren Motoren mit 180 kW (245 PS) bzw. 217 kW (295 PS) des Cayman/Cayman S auch in den Boxster/Boxster S übernommen. Im selben Jahr erschien das auf 1960 Exemplare limitierte Sondermodell „RS 60 Spyder“, dessen Design an den bei Bergrennen sehr erfolgreichen Rennwagen 718 RS 60 Spyder erinnerte. Der Boxster RS 60 Spyder hat den 3,4-Liter-Sechszylinder des Boxster S. Eine modifizierte Abgasführung, bestehend aus einer Sportabgasanlage in Verbindung mit einem Doppelendrohr, steigert die Leistung auf 223 kW (303 PS). Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 274 km/h und in 5,4 Sekunden beschleunigt der Wagen von null auf 100 km/h. Die größten Veränderungen gibt es jedoch im Cockpit, Carrera-rotes Leder, Edelstahl-Einstiegsblenden, ein neuer Schalthebel, „RS 60 Spyder“-Prägungen an den Mittelbahnen der Sportsitze und den Türtafelspiegeln sowie auf Lenkradkranz und Handbremshebel und neugestaltete Kombi-Anzeigen. Das ebenfalls serienmäßige Porsche Active Suspension Management (PASM), ein elektronisches System zur Verstellung der Stoßdämpfer, ermöglicht ein sportliches wie komfortables Fahrverhalten.

Das Modelljahr 2009 (ab Februar 2009) zeichnet sich durch neue Motoren mit einer elektronisch bedarfsgeregelten Ölpumpe, etwas größerem Hubraum und mehr Leistung aus; auch das schwächere Modell hat vorn die größeren Bremsscheiben des Boxster S, wobei allerdings nur der Boxster S jetzt wie der 911 von einem Motor mit Benzindirekteinspritzung angetrieben wird. Der Boxster S hat 4 mm stärkere Bremsscheiben hinten und rote Bremssättel anstatt schwarzer. Das 7-Gang-Porsche-Doppelkupplungsgetriebe (PDK), das bereits seit Juli 2008 im Modell 911 angeboten wird, ersetzt die vorher angebotene 5-Gang-Tiptronic.

Der Boxster Spyder wurde erstmals auf der LA Auto Show im Dezember 2009 gezeigt. Er ist eine Anlehnung an den legendären Porsche 550 Spyder von 1955. Der Spyder hat einen 3,4-Liter-Sechszylinder mit 235 kW (320 PS) und beschleunigt mit Schaltgetriebe in 5,1 Sekunden auf 100 km/h. Er ist mit 1275 kg Leergewicht das leichteste Modell der Marke und die Höchstgeschwindigkeit des Spyder beträgt 267 km/h. Statt eines elektrischen Verdecks gibt es ein manuell zu montierendes zweiteiliges Verdeck, das der Spyder unter einer langen Haube mit zwei Hutzen verstaut. Weitere Änderungen zum normalen Boxster sind ein niedrigerer Schwerpunkt, verschiedene Veränderungen zur Senkung des Gewichts (unter anderem einfache Schlaufen anstelle von Griffen in den Türen) und ein komplett neues Sportfahrwerk. 1667 Mal wurde der Boxster Spyder bis 2011 gebaut.

mini|Konzeptfahrzeug „Boxster E“ (2011)

Seit Beginn des Jahres 2011 testete Porsche im Rahmen des Projekts „Modellregion Elektromobilität Region Stuttgart“ insgesamt drei Forschungsfahrzeuge auf Basis des Boxster mit rein elektrischem Antrieb („Boxster E“).

Außenlackierungen Neben vier aufpreisfreien Unilacken gibt es eine Reihe verschiedener, optionaler Metalliclackierungen.

Serie: schwarz(2004–2012) indischrot(2004–2012) carraraweiß(2004–2012) speedgelb(2004–2012)

Metallic: basaltschwarz(2004–2012) aquablau(2004–2012) platinsilber(2004–2012) macadamia(2004–2012) meteorgrau(2004–2012) dunkelblau(2004–2012)

Metallic-Sonderfarbe: GT-silber(2004–2012) Porsche racinggreen(2004–2012) cremeweiß(2004–2012) rubinrot(2004–2012) amethyst(2004–2012) Der Boxster Spyder wurde nur in den Farben schwarz, indischrot, carraraweiß, basaltschwarzmetallic, aquablaumetallic, platinsilbermetallic und cremeweiß angeboten.

Bilder

Boxster (Typ 981)

mini|links|981 Boxster GTS mini|225px|links|981 Boxster Am 14. April 2012 wurde in Deutschland nach vier Jahren Entwicklungszeit die dritte Generation des Boxster eingeführt. Der Preis des neuen Modells begann bei 49.243,00 Euro, für den Boxster S betrug er mindestens 60.191,00 Euro. Der neue Alu-Hybrid-Rohbau mit 55 Kilogramm weniger Gewicht und 60 Millimeter mehr Radstand sowie ein neu konzipiertes Fahrwerk bedeuteten noch mehr Sportlichkeit. Trotz rund 7 kW mehr Leistung verbraucht das Modell 981 rund zehn Prozent weniger Kraftstoff, was neben der Gewichtsreduktion auch mit einer serienmäßigen Start-Stopp-Automatik und einer elektromechanischen statt der alten hydraulischen Lenkung erreicht wurde.

Auffälligste Designelemente sind die seitlichen Einzüge in den Türen und die bis in die Rückleuchten hineinführende Windabrisskante am Heck. Die Linie des Stoffverdecks wurde fließender, so dass es nicht mehr so aufgesetzt wirkt. Die Seitenspiegel sind nun wie beim Panamera und beim 911 an den Türen statt am Fensterdreieck befestigt. Die Mittelkonsole wurde ebenfalls diesen Modellen angepasst und lehnt sich an das Design des Carrera GT an. Der Innenraum und damit vor allem der Verstellbereich der Sitze ist gewachsen und bietet jetzt auch Personen über 1,90 m Körperlänge Platz. Im Vergleich zum Vorgänger öffnet das elektrische Verdeck drei Sekunden schneller in neun Sekunden bei einer Fahrtgeschwindigkeit von bis zu 50 km/h.

Außenlackierungen Neben fünf aufpreisfreien Unilacken gab es eine Reihe verschiedener, optionaler Metalliclackierungen. Mit dem Sondermodell GTS kam im MJ 2015 noch das aufpreispflichtige „Karminrot“ hinzu.

Serie: schwarz(seit 2012) indischrot(seit 2012) carraraweiß(2012) weiß(seit 2012) racinggelb(seit 2012)

Metallic: basaltschwarz(seit 2012) platinsilber(2012) dunkelblau(seit 2012) aquablau(2012) mahagoni(seit 2012) anthrazitbraun(seit 2012) rhodiumsilber(seit 2013) achatgrau(seit 2012) saphirblau(seit 2013) amaranthrot(seit 2013)

Metallic-Sonderfarbe: GT-silber(seit 2012) cognac(seit 2012) limegold(seit 2012)

718 Boxster (Typ 982)