mini|Schloss Altengottern, Zustand 2021 mini|Schloss Altengottern, Zustand 2011 mini|Schloss Altengottern, nach einer Grafik aus der Sammlung Duncker

Das Schloss Altengottern ist ein denkmalgeschütztes ehemaliges Rittergut in Altengottern, einem Ortsteil der Gemeinde Unstrut-Hainich im Unstrut-Hainich-Kreis (Thüringen). Das Gebäude wird zurzeit von der AWO als Kinder- und Jugendheim genutzt.Nutzung als Kinder- und Jugendheim. Örtlich zuständige öffentliche Jugendhilfeträger: Landkreis Unstrut-Hainich / Landratsamt Unstrut-Hainich-Kreis, Fachdienst Familie und Jugend, Mühlhausen.

Geschichte und Architektur Die Anlage wurde ursprünglich als umgräftete Wasserburg errichtet, sie ist für die Zeit von 1180 bis 1316 als Besitz der Herren von Gottern urkundlich belegt. Sie kam um 1440 in die Hände der Familie von Hagen und war von 1634 bis 1945 im Besitz der Familie von Marschall. Die Schweden zerstörten die Wasserburg, und die Familie von Marschall ließ die Anlage 1652 als Schloss wieder aufbauen. Eine grundlegende Renovierung und Sanierung wurde 1824 vorgenommen. Zu Anfang des 20. Jahrhunderts wurde an der Westseite ein Wohn- und Wirtschaftstrakt angefügt und im Südosten ein Wasserturm hochgemauert. Die oberen Geschosse des Ostflügels wurden von 1995 bis 1996 abgebrochen und danach neu gebaut.Georg Dehio Nachfolge (Hrsg.), Stephanie Eißling, Franz Jäger (Bearb.): Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Thüringen. Deutscher Kunstverlag, München / Berlin 2003, ISBN 3-422-03095-6, S. 31.

Die Anlage ist um einen rechteckigen Hof angelegt, der in südwestlicher Richtung geöffnet ist. Die viergeschossige und vierseitige Gebäudegruppe ist durch vier Türme mit unterschiedlichen Höhen gegliedert. Die Kellergewölbe und die Grundmauern des östlichen Flügels sind noch von der mittelalterlichen Anlage erhalten. Über dem Eingang an der Südseite ist die Jahreszahl 1673 zu sehen. Im Innenbereich sind der Speisesaal als sogenannter Festsaal und das Kaminzimmer erhalten. Die Vertäfelungen der Wände stammen noch aus der Umbauzeit im Jahr 1905.Georg Dehio Nachfolge (Hrsg.), Stephanie Eißling, Franz Jäger (Bearb.): Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Thüringen. Deutscher Kunstverlag, München / Berlin 2003, ISBN 3-422-03095-6, S. 31.

Zum Schloss Altengottern gehörten ursprünglich zwei Güter, Alterngottern I und Altengottern II. Daraus bildeten sich genealogisch zwei Familienlinien der Marschall.Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Uradeligen Häuser 1911, 12. Jahrgang. Justus Perthes, Gotha 1910, S. 465 f. google.de/books

Beschreibung in der Sammlung Alexander Duncker In der Sammlung Alexander Duncker wird das Schloss wie folgt beschrieben:

Nutzung bis 1945 Mit Julius August Marschall von Altengottern und dessen EhefrauJulius August Marschall von Altengottern, Hochzeit 31. Mai 1819 mit Agnes Luise von Nostitz und Jänkendorf. In: Dresdner Liederkreis (Hrsg.): Das Taschenbuch zum geselligen Vergnügen, für Liebende. Gärtner, Dresden 1819. Hrsg. Carl-Maria-von-Weber-Gesamtausgabe, Digitale Edition, A000B44 (Version 4.10.0 vom 18. April 2024). Agnes Luise von Nostitz, 1884 in den Freiherrenstand nobilitiert, und ihrem Enkel Wolf Rudolf Freiherr Marschall von Altengottern, General der Kavallerie und Mitglied des ehemaligen Preußischen Herrenhauses, Ehefrau Wilhelmine Gräfin von Rittberg (1866–1951), waren namhafte Grundbesitzer die einstigen Eigentümer von Schloss Altengottern.Gothaisches Genealogischen Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser. Gerader Jahrgang: Deutscher Uradel. 1922, 72. Jg. Justus Perthes, Gotha 1921, S. 522 f.; . Das Rittergut Altengottern I umfasste in den 1920er Jahren 460 ha.Oskar Köhler, Gustav Wesche, H. Krahmer: Landwirtschaftliches Adreßbuch der Rittergüter, Güter und größeren Höfe der Provinz Sachsen. 1922. Verzeichnis. Hrsg. Mit Unterstützung der Landwirtschaftskammer zu Halle a. S. In: Niekammer’s Landwirtschaftliches Güter-Adreßbücher. Band V. 3. Auflage. (Paul Niekammer), Reichenbach’sche Verlagsbuchhandlung, Leipzig 1922, S. 256–265. slub-dresden.de Dazu gehörten Vorwerk Ringmühle und Forsten in Flachhelm und Zaunröden. Des Weiteren war im Besitz das Rittergut Sollstedt mit 613 ha. Anschließend bewohnten mehrere Nachfahren und Verwandte mit ihren Familien den Herrenhauskomplex, u. a. Henner Freiherr von Marschall und seine Frau Luisa von Petersdorff mit ihren vier Kindern.Gothaisches Genealogischen Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser 1942. Zugleich Adelsmatrikel der Deutschen Adelsgenossenschaft. A (Uradel), 92. Jg. Justus Perthes, Gotha 1941, S. 303 f. Die Familie von Marschall wurde 1945 enteignet und das Schloss ging somit als Volkseigentum in staatlichen Besitz über.Claudia van Laak: Ein Haus in Thüringen. Deutschlandradio, 15. Mai 2024.

Literatur Stephanie Eißling, Franz Jäger u. a.: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Thüringen. Hrsg. Georg Dehio Nachfolge / Dehio-Vereinigung e.V. Deutscher Kunstverlag, München / Berlin 2003, ISBN 3-422-03095-6. Altengottern und die Marschalls. In: Karl Feldmeyer: Schwierige Heimkehr. Neusiedler auf altem Boden, Wolf Jobst Siedler Verlag, Berlin 1997, S. 156 ff. ISBN 3-88680-615-4.

Friedrich Adolph Schumann, Albert Schiffner: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungs-Lexikon von Sachsen, 14. Band, Supplement, 1. Band. In: Bibliotheca Regia Monacensis. Selbstverlag der Brüder Schumann, Zwickau 1827, S. 78; .

Weblinks

Geschichte. In: Thüringer Allgemeine. Kurzer Abriss zur Geschichte. altengottern.de Heilpädagogisches Kinder-und Jugendheim Altengottern. awo-mittewest-thueringen.de

Einzelnachweise

Altengottern Kategorie:Erbaut 1652 Kategorie:Bauwerk in Unstrut-Hainich Kategorie:Kulturdenkmal in Unstrut-Hainich Altengottern