Shigeko Kubota (jap. , Kubota Shigeko; * 2. August 1937 in der Präfektur Niigata, Japan; † 23. Juli 2015 in Manhattan, New YorkShigeko Kubota, a Creator of Video Sculptures, Dies at 77) war eine japanisch-amerikanische Videokünstlerin.

Leben Shigeko Kubota war die zweite Tochter von Fumie und Ryuen Kubota. Ihre Mutter Fumie stammte aus der Oberschicht, hatte einen Abschluss der Musikhochschule Tokio und arbeitete als Lehrerin, was für die damalige Zeit sehr modern war. Ihr Vater war ebenfalls Lehrer. Die Familie zog oft um, so dass Kubota an verschiedenen Orten der Präfektur Niigata aufwuchs. Während des Zweiten Weltkriegs verbrachte sie einige Zeit bei ihren Großeltern in einem buddhistischen Tempel. Später erklärte sie, dass die frühe Kindheit in ländlicher Umgebung und das Aufwachsen in einem Tempel ihr Interesse an der Natur und am Tod geweckt habe.

Ihr Studium der Bildhauerei an der Tokyo University of Education schloss Kubota mit dem Bachelor ab. 1964 ging sie nach New York und setzte dort ihr Studium an der New York University und der New School for Social Research fort. Multimedia-Installationen und Videos machte sie zu ihrer Ausdrucksform. In den 1960er Jahren war sie beeinflusst von Kunst, Musik und den Theorien von Marcel Duchamp und John CageElectronic Arts Intermix Abgerufen am 30. März 2013. 1964 wurde sie Vizepräsidentin der Fluxusbewegung. Zu den weiblichen Mitgliedern des Fluxus gehören Yoko Ono und Mieko Shiomi. Museum of Modern Art: Experimental Women in Flux Abgerufen am 30. März 2013

1965 zeigte sie auf dem Perpetual Fluxus Festival in New York die Performance Vagina-Malerei (Vagina Painting), bei der sie mit einem an ihrer Unterhose befestigten Pinsel rote Farbe verteilte. Vagina Malerei Abgerufen am 30. März 2013 Die Vagina-Malerei wird als weibliche Antwort auf Drip Painting und Action Painting verstanden, dessen Hauptvertreter Jackson Pollock (1912–1956) war, Jane Wark: Radikale Gesten: Vagina-Malerei Abgerufen am 30. März 2013 und dem Prozess der Menstruation. Weitere Künstlerinnen, die mit expressivem Farbgebrauch experimentiert haben, sind Carolee Schneemann, Helena Almeida, Niki de Saint Phalle und Lynda Benglis.Shigeko Kubota, Vagina Painting Abgerufen am 30. März 2013

Bis in die 1970er Jahre nannte Shigeko Kubota all ihre Videos Broken diary. Ausgedehnte Reisen führten sie nach Europa, Korea, Japan und den Südwesten der USA. 1977 heiratete sie den Musiker und bildenden Künstler Nam June Paik (1932–2006).Stendhal Galerie 2007 Mein Leben mit Nam June Paik Abgerufen am 30. März 2013

Kubota lehrte an der School of Visual Arts in New York.

Ausstellungen (Auswahl) Einzelausstellungen 1996: Whitney Museum of American Art, New York 1993: Shigeko Kubota, Video-Skulpturen, Kunsthalle zu Kiel 1992: Shigeko Kubota 1975–1992, Stedelijk Museum, Amsterdam, Niederlande 1992: Shigeko Kubota, Video-Installation, Hara Museum of Contemporary Art, Tokyo, Japan 1991: American Museum of the Moving Image, Astoria, New York 1982: Kunsthaus Zürich, Schweiz 1981: Museum of Contemporary Art, Chicago 1978: René Block Galerie, Berlin

Gruppenausstellungen 1996: Galerie de Paris, Paris, Frankreich 1990: Biennale of Sydney, Sydney, Australien 1990: 44. Biennale von Venedig, Venedig 1988: 3. Videonale, Bonn 1987: documenta 8, Kassel 1981: Museum Folkwang, Essen 1979: Whitney Museum of American Art, New York City 1977: documenta 6, Kassel 1974: Projekt '74, Kölnischer Kunstverein, Köln

Auszeichnungen (Auswahl) Deutscher Akademischer Austauschdienst Stipendium für Berlin National Endowment for the Arts Stipendium New York State Council on the Arts, Förderpreis Guggenheim-Stipendium Stipendium der Rockefeller Foundation

Literatur Shigeko Kubota. Video Sculptures, Duchampiana. Galerie de Paris, 1996 Felix Zdenek (Hg.): video sculptures. Museum Folkwang, 1981 Mary Jane Jacob (Hg.): Video Sculpture. University of Washington Press, Seattle 1991, ISBN 978-0-29597-131-5 Mayumi Hamada, Azusa Hashimoto u. a. (Hg.): Viva Video! The Art and Life of Shigeko Kubota. Kawade Shobo Shinsha, Tokio 2021, ISBN 978-4-309-29141-3 Erica Papernik-Shimizu (Hg.): Shigeku Kubota. Liquid Reality. Museum of Modern Art, New York 2021, ISBN 978-1-63345-128-5 Franziska Koch: Worlding Love, Gender, and Care. Shigeko Kubota’s Sexual Healing. ICI Berlin Press, Berlin 2023, ISBN 978-3-96558-060-2

Weblinks Phong Bui: Interview mit Shigeko Kubota

Einzelnachweise

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