mini|Das Landkommissariat Kusel in der Pfalz 1818–1862

Das Landkommissariat Kusel (amtlich: Land-Commissariat Kusel, auch Cusel) war einer von zwölf Verwaltungsbezirken im bayerischen Rheinkreis (1837 in „Kreis Pfalz“ umbenannt), der ab 1818 bestand und 1862 in Bezirksamt Kusel umbenannt wurde. Das Verwaltungsgebiet lag hauptsächlich in dem aus ihm entstandenen heutigen rheinland-pfälzischen Landkreis Kusel, teilweise auch in den Landkreisen Bad Kreuznach und Kaiserslautern, dem Donnersbergkreis sowie im saarländischen Landkreis St. Wendel. Der Verwaltungssitz war in Kusel.

Kantone und Gemeinden Das Landkommissariat Kusel gliederte sich in die Kantone Kusel, Lauterecken und Wolfstein und umfasste 97 Gemeinden (alle Orte in der amtlichen Schreibweise von 1817):

Kanton Kusel Albessen Altenglan Blaubach Bledesbach Bubach Cusel Dennweiler Diedelkopf Eisenbach Ehweiler Erdesbach Eschenau Etschberg Frohnbach Frutzweiler Godelhausen Haschbach Herchweiler Herschweiler und Pettersheim Hof Hüffler Konken Körborn Krottelbach Langenbach Liebsthal Marth Niederkirchen Ober-Alben Ober- und Nieder-Ohmbach Osterbrücken Patersbach Quirnbach Rammelsbach Rathsweiler Rehweiler Saal Schellweiler Selchenbach St. Julian und Ober-Eisenbach Trahweiler Theisberg-Steegen Ulmet Wahnwegen

Kanton Lauterecken Adenbach Aschbach Becherbach Cronenberg Ganglof Ginsweiler Gumbsweiler Hagenbach am Glan Heinzenhausen Hinzweiler Hohenöllen Hundheim Lauterecken Lohnweiler Nerzweiler Nußbach Odenbach Reifelbach Reipoltskirchen Roth Schmittweiler

Kanton Wolfstein Albersbach Bedesbach Berzweiler Bosenbach Einöllen Eßweiler Föckelberg Frankelbach Friedelshausen Greimbach Hefersweiler Horschbach und Elzweiler Jettenbach Kaulbach Kollweiler Mühlbach am Glan Neunkirchen Nieder-Staufenbach Ober-Staufenbach Oberweiler im Tal Oberweiler-Tiefenbach Rathskirchen Reichsthal Rölsberg Roßbach Rothseelberg Rudolfskirchen Rutzweiler am Glan Rutzweiler an der Lauter Seelen Welchweiler Wolfstein

Geschichte

Der bayerische König Maximilian Joseph I. hatte am 30. April 1816 das Gebiet des später eingerichteten Rheinkreises aufgrund eines Tauschvertrages mit dem österreichischen Kaiser Franz I. förmlich in Besitz genommen.

Aus der sogenannten Franzosenzeit hatte Bayern in der Pfalz zunächst die seit 1798 entstandene Verwaltungsstruktur im Wesentlichen übernommen. Der neu entstandene Rheinkreis war in vier „Kreisdirektionen“, später auch „Bezirksdirektionen“ genannt, eingeteilt. Die nachgeordneten Verwaltungsebenen Kantone und Bürgermeistereien, abgesehen von geringfügigen Gebietsanpassungen, blieben bestehen.

Das Gebiet des Landkommissariats Kusel gehörte bis 1814 zum Departement Donnersberg (Kanton Lauterecken und Kanton Wolfstein) bzw. zum Departement Saar (Kanton Kusel). Nach der Inbesitznahme durch Bayern und der Einrichtung der Kreisdirektionen gehörte das Gebiet zur Kreisdirektion Kaiserslautern.

Mit Wirkung vom 1. April 1818 wurden die Distrikte der bisherigen vier „Bezirks-Directionen“ des Rheinkreises in zwölf „Land-Commissariate“ neu aufgeteilt. Der Aufgabenbereich und die Zuständigkeiten änderten sich nicht. Zum „Land-Commissär“ wurde Anton von Besnard bestimmt. Dem Landkommissar standen ein Aktuar, zwei Schreiber und ein Bote zur Verfügung, für Gehälter und Bürokosten waren 3900 Gulden pro Jahr veranschlagt.

Zum 1. Juli 1862 erhielten die Landkommissariate in der Pfalz die Benennung „Bezirksämter“, aus denen 1938 die Landkreise entstanden.

Einzelnachweise Amtsblatt der Königl. baierischen Regierung des Rheinkreises vom 26. November 1817: Bekanntmachung vom 17. November 1817, Kantonal-Eintheilung des Rheinkreises (bavarica.digitale-sammlungen.de) Amtsblatt für das kön. baierische Gebiet auf dem linken Rheinufer vom 1. Juli 1816: Besitzergreifungspatent vom 30. April 1816 (bavarica.digitale-sammlungen.de) Amtsblatt für das kön. baierische Gebiet auf dem linken Rheinufer vom 25. Juli 1816: Bekanntmachung vom 22. Juli 1816, Liste der zu den Kreisdirektionen gehörenden Kantone (bavarica.digitale-sammlungen.de) Amtsblatt der Königl. baierischen Regierung des Rheinkreises vom 18. Februar 1818: Allerhöchstes Rescript vom 6. November 1817, Bekanntmachung vom 17. Februar 1818, Einführung der Land-Commissariate (bavarica.digitale-sammlungen.de) Königlich Bayerisches Kreis-Amtsblatt der Pfalz vom 22. Mai 1862: Königlich Allerhöchste Verordnung vom 19. April 1862, Veränderung der Benennung der Landcommissariate der Pfalz (bavarica.digitale-sammlungen.de)

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