Sowno ( Hinzendorf) ist ein Dorf der Gemeinde Stargard (Stargard in Pommern) in der polnischen Woiwodschaft Westpommern.

Geographische Lage Sowno liegt in Hinterpommern, etwa 14 Kilometer nordwestlich des Stadtzentrums von Stargard und 22 Kilometer östlich von Stettin (Szczecin). Die Ortschaft befindet sich an der linken Seite des Flusses Ina (Ihna).

Geschichte Das Dorf, das einmal Butterdorf geheißen haben soll, schenkte der pommersche Herzog Johann Friedrich (1542–1600) seinem Hofnarren Georg Hinze, allgemein Klaus Hinze genannt. Es hieß seither Hinzendorf. Hinze hatten es die Dorfbewohner zu verdanken, dass sie von der Pflicht entbunden wurden, an der Wolfsjagd teilnehmen zu müssen. Um das Jahr 1780 gab es in Hinzendorf drei Kossäten, unter denen sich auch der Dorfschulze befand, zwölf Büdner und insgesamt 16 Haushaltungen.Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. Teil II, Band 1, Stettin 1784, S. 226-227, Nr. 7.

Um 1930 hatte die Gemarkung der Gemeinde Hinzendorf eine Flächengröße von 1,7 km², und auf dem Gemeindegebiet standen insgesamt 65 Wohngebäude an fünf Wohnorten:Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft: Die Gemeinde Hinzendorf im ehemaligen Kreis Naugard in Pommern (2011) Ficksradung Hankenhof Hinzendorf Ihnazoll Neuenkamp

Bis 1945 gehörte Hinzendorf zum Landkreis Naugard in der Provinz Pommern. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Hinzendorf Anfang März 1945 von der Sowjetarmee besetzt. Nach Kriegsende wurde die Ortschaft unter als Sowno Teil Polens.

Entwicklung der Einwohnerzahl Jahr Anzahl Anmerkungen 1817 177Ortsverzeichnis des Regierungsbezirks Stettin nach der neuen Kreiseinteilung. Stettin 1817 1925 352 in 98 Haushaltungen, davon 349 Protestanten und drei Katholiken 1933 715 1939 730 2012 533, abgerufen am 26. März 2013

Sehenswürdigkeiten Der Grabstein von Georg Hinze. Die Kirche oder Kapelle von Hinzendorf, die auf dem Friedhof stand, war um die Mitte des 17. Jahrhunderts völlig zerstört worden und war auch um 1780 noch nicht wieder hergerichtet. Der Grabstein Georg Hinzes hatte bis dahin neben seinem Grab auf dem Friedhof an einer Eiche gestanden. Später wurde der Grabstein in eine Kirchenwand eingemauert. Der Grabstein zeigt Hinze mit einer Mütze mit Schellen, einer Hirtentasche am Leibriemen und mit einer zepterähnlichen Hirtenkeule in der rechten Hand. Neben seinen Füßen liegt ein umgefallener Bierkrug mit geöffnetem Deckel. Auf seinen Wangen sollen die Anfangsbuchstaben seines Namens eingraviert sein: G. H. Auf der nur noch teilweise lesbaren lateinischen Inschrift des Grabsteins ist als Todestag der 17. März 1599 angegeben.

Kirchspiel Die Bevölkerung in Hinzendorf gehörte bis 1945 mit großer Mehrheit der evangelischen Konfession an. Die Protestanten aus Hinzendorf gehörten zum evangelischen Kirchspiel Friedrichswalde, die Katholiken zum katholischen Kirchspiel Louisenthal.

Siehe auch Liste der Orte in der Provinz Pommern

Literatur Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. Teil II, Band 1, S. 226–227, Nr. 7 (Online).

Weblinks

Hinzendorf bei Meyers Gazetteer (mit historischer Karte)

Fußnoten

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