Das XXXXVIII. (48.) Armeekorps (mot.) war ein am 14. Dezember 1940 unter dem Tarnnamen „Festungsbaustab 48“ (bis Mai 1941) aufgestellter Großverband des Heeres der deutschen Wehrmacht. Ab 21. Juni 1942 wurde das Generalkommando in XXXXVIII. Panzerkorps umbenanntGeorg Tessin: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939–1945. Band 5: Landstreitkräfte 31–70. Biblio-Verlag, Osnabrück, 2. verb. Auflage 1979, S. 148. und war bis Kriegsende 1945 an der Ostfront gegen die Sowjetunion eingesetzt.
Geschichte Aufstellung Das Generalkommando XXXXVIII. Armeekorps sollte am 20. Juni 1940 im Zuge des Westfeldzuges aufgestellt werden. Die Aufstellung wurde aber am 1. Juli 1940 wieder abgebrochen. Das Generalkommando (mot.) XXXXVIII wurde am 14. Dezember 1940 erneut aufgestellt. Der Stab wurde aus dem Stellvertretenden Generalkommando XII. Armeekorps. gebildet, erster Kommandierender General wurde Generalleutnant Werner Kempf. Mit dem 31. Januar 1941 wurde der Stab vorübergehend der 11. Armee im Wehrkreis IV (Dresden) unterstellt.
1941 Vom 20. bis 23. April 1941 wurde das Generalkommando über Breslau und Tschenstochau nach Kielce verlegt. Am 26. April 1941 wurde das im Raum Zamosz eintreffende Korpskommando der 6. Armee unterstellt, am 21. Juni wechselte das XXXXVIII. motorisierte Korps zur Panzergruppe 1 (Generaloberst Ewald von Kleist). In der Nacht zum 22. Juni 1941 war die Bereitstellung der Panzergruppe 1 beendet und der Angriff auf die Sowjetunion wurde gegen 6:00 Uhr morgens eingeleitet. Rechts griff das XXXXVIII mot. AK mit 11. Panzer-Division, 16. Infanterie-Division (mot.), und 57. Infanterie-Division, in der Mitte das XXIX. Armeekorps (General Obstfelder) und links das III. Armeekorps (mot.) (Eberhard von Mackensen) aus dem Sokal-Bogen an. Das XIV. Armeekorps (mot.) (General Wietersheim) blieb vorerst dahinter in Reserve. Die 11. Panzer-Division (Generalmajor Ludwig Crüwell) trat an der Spitze des Korps mit der Aufklärungsabteilung voraus – durch Sokal an, der Styr-Übergang von Szczurowje wurde genommen. Mit der 11. Panzer-Division über Stojanow auf Beresteczko vorgehend, stand das Korps abends bereits fast 20 Kilometer tief in Feindesland. Zwischen 23. und 28. Juni 1941 kämpfte das Korps mit der 16. Infanterie-Division (mot.), der 16. Panzer-Division und der 11. Panzer-Division in der Panzerschlacht zwischen Brody und Dubno. Sowjetische Gegenangriffe von Süden her verpassten die östlich vorgehende 11. Panzer-Division, und trafen stattdessen die nachfolgende 57. Infanterie-Division in der rechten Flanke. Die Rote Armee trieb diese zehn Kilometer zurück, geriet dann aber durch das Eingreifen der 16. Panzer-Division bei Dubno in die Defensive. Der gleichzeitig von Norden angesetzte sowjetische Gegenangriff des 9. mechanisierten Korps (Rokossowski) bei Rowno konnte die 11. Panzer-Division ebenfalls nicht mehr am Durchbruch hindern, er traf aber auf die 13. Panzer-Division und wurde bald wieder in Defensive gedrängt, die sowjetischen Panzer operierten zu weit westlich und kämpften bereits ohne Unterstützung oder Versorgung. Das XXXXVIII. Armeekorps ebnete aber für die nachfolgende Infanteriekorps der 6. Armee über Schepetowka vorstoßend den Weg nach Kiew. Das XXXXVIII. Armeekorps bog nach der Besetzung von Berditschew am 11. Juli mit der 11. Panzer-Division rechts nach Südosten ab und schloss bei Novo-Archangelsk zusammen mit den XIV. Armeekorps und der 17. Armee am 2. August den Ring um weitere sowjetische Verbände im Kessel von Uman. Der weitere Vormarsch des Korps erfolgte mit der 16. Pz. und 16. mot. ID. ab 6. August südwärts nach Wosnessensk, am 11. August fiel Nikolajew, darauf gelang im Zusammenwirken mit der 11. Armee die Besetzung von Cherson.Percy E. Schramm (Hrsg.) Kriegstagebuch des Oberkommandos der Wehrmacht 1940–1941 Teilband 2 erläutert von Prof. Dr. H.A. Jacobsen, S. 497–617.
Für die folgenden Operationen in der Kesselschlacht um Kiew wurde das Korps wieder nach Norden an den Dnepr verlegt (ohne die 11. Pz.Div. – diese trat in Reserve der Heeresgruppe Süd). Das Korps bildete zusammen mit dem XIV. Armeekorps (mot.) im Brückenkopf von Krementschug den südlichen Stoßkeil einer neuen Zangenbewegung. Ab 12. September 1941 führte das Korps die 9. Panzer-Division, 25. Infanterie-Division (mot.) und die 16. Panzer-Division die Sula entlang nordwärts über Lubny nach Romny, wo der Anschluss an die Panzergruppe 2 erfolgte.W. Haupt: Kiew – Die größte Kesselschlacht, Bad Nauheim 1964 – S. 139–150. Bis 24. September wurden dadurch weitere sowjetische Kräfte zwischen Pirjatin und Lochwiza umzingelt, dann verlegte das Korps zum Unternehmen Taifun in den Raum Gluchow. Im Oktober schloss das Korps mit der 9. Panzer-Division (Hubicki) und der 25. mot. Division die Südfront des Kessels von Brjansk notdürftig ab und wurde dabei der 2. Armee (Weichs) unterstellt, die folgend an der Linie Rylsk, Lgow und Dmitrijew-Lgowski gegen Kursk vorging.
1942 Im Frühjahr 1942 sicherte das Korps defensiv im Raum Kursk. Das XXXXVIII. Panzerkorps unterstand während der folgenden Sommeroffensive (Fall Blau) ab 28. Juni 1942 der 4. Panzerarmee unter Generaloberst Hermann Hoth. Die Panzer der 24. Panzer-Division stießen über Stary Oskol in Richtung Woronesch zum Don vor, gewannen am 4. Juli einen östlichen Brückenkopf und konnten die Stadt im Zusammenwirken mit der Division Großdeutschland bis 8. Juli teilweise einnehmen. Nachdem die 4. Panzerarmee bis 21. Juli bei Zimljanskaja einen südlichen Donbrückenkopf geschlagen hatte, wurde das XXXXVIII. Panzerkorps zwischen 30. Juli bis 3. August zur Verstärkung der 6. Armee in Richtung Kotelnikowo umgruppiert.C. Wagener: Heeresgruppe Süd, Podzun Verlag S. 158. Während des Angriffs auf die südlichen Vororte Stalingrads unterstanden dem XXXXVIII. Panzerkorps die 14. und 24. Panzer-Division. Am 7. September 1942 mussten die Verbände des XXXXVIII. Panzerkorps (14. Pz.Div., 24. Pz.Div. und 29. Inf.Div. (mot.)) im Raum Woroponowo und Pestschanka umgruppiert werden, die 14. Panzer-Division konnte am 12. September noch in die Stellungen der Roten Armee bei Elschanka und Kuporosnoje eindringen. Das gleichzeitig angreifende IV. Armeekorps (General Schwedler) blieb südlich Beketowka ebenfalls stecken. Das Generalkommando wurde darauf freigemacht und als Reserve an den Tschir verlegt.
Am 19. November 1942 begann die Rote Armee ihre Gegenoffensive im Raum Stalingrad (Operation Uranus). Bei Serafimowitsch brachen die sowjetischen Truppen durch die Linien der rumänischen 3. Armee nach Süden durch. Das gegen diesen Vorstoß angesetzte XXXXVIII. Panzerkorps bestand jetzt nur aus der 22. Panzer-Division und der rumänischen 1. Panzerdivision, primär ausgerüstet mit tschechischen Panzerkampfwagen 38 (t). Während seiner Bereitstellung hatte das Korps jedoch in Scheunen gelegen, und im Stroh massenhaft vorhandene Mäuse hatten sich durch die Verkleidungen und elektrischen Kabel der Panzer gefressen – dadurch waren lediglich circa 30 Panzer einsatzbereit. Diese konnten das weitere Vordringen der weit überlegenen sowjetischen Kräfte und die folgende Einschließung der 6. Armee nicht verhindern. Der erst zu Monatsbeginn als Kommandeur des Korps eingesetzte General Ferdinand Heim wurde zum Sündenbock gemacht und aus der Wehrmacht ausgestoßen. Das Korps wurde aber schnell reorganisiert und erhielt die 11. Panzer-Division und die 336. Infanterie-Division sowie die 7. Luftwaffen-Felddivision unterstellt, mit denen es ursprünglich am Unternehmen Wintergewitter teilnehmen und einen Vorstoß auf Kalatsch am Don unternehmen sollte. Bis Ende 1942 sicherte das Korps unter General der Panzertruppe Otto von Knobelsdorff die neuen Abwehrstellungen am Aksai, bei Nischne Tschirskaja, Tormosin und Morosowskaja.
1943 Zu Jahresbeginn wurde das XXXXVIII. Panzerkorps über den Donez zurückgedrängt, am 14. Februar ging Woroschilowgrad verloren. Das Korps wurde aus dem Bereich der Armeeabteilung Hollidt mit der 6. Panzer-Division und der aus Frankreich kommenden 106. Infanterie-Division nordwestlich nach Losowaja umgruppiert und führte zusammen mit dem LVII. Panzerkorps Gegenstöße gegen durchgebrochene Panzerverbände bei Pawlograd. Im März 1943 drang das Korps im Zuge der Schlacht bei Charkow mit der 106. Infanterie-Division von Taranowka auf Smijew zum Donez vor, während gleichzeitig die 6. und 11. Panzer-Division über den Msha – Abschnitt und Merefa nordwärts durchdrang und zusammen mit dem SS-Panzerkorps (Paul Hausser) Charkow zurückeroberte.
Im Juni 1943 verlegte das XXXXVIII. Panzerkorps über Graiworon nach Borissowka. Anfang Juli nahm es mit der Division Großdeutschland, der 3. und 11. Panzer-Division am Unternehmen Zitadelle teil,Karl-Heinz Frieser: Die Schlacht im Kursker Bogen. In: Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg – Band 8: Die Ostfront 1943/44 – Der Krieg im Osten und an den Nebenfronten. Deutsche Verlagsanstalt München 2007, ISBN 978-3-421-06235-2, S. 112–119. vermochte aber nicht mehr vom Süden her nach Obojan durchzubrechen. Am 12. August konnte das Korps zusammen mit dem III. Panzerkorps einen Fronteinbruch der Roten Armee bei Achtyrka zum Stehen bringen, bevor es sich bis Oktober 1943 kämpfend über den Psel und Mirgorod nach Perejaslaw zum Dnepr zurückziehen musste. Anfang Dezember 1943 versuchte das Korps unter General der Panzertruppe Hermann Balck vergeblich, durch Gegenstöße bei Radomyschl und Schitomir das verlorene Kiew zurückzuerobern und musste auf Schitomir zurückgehen.Karl-Heinz Frieser: Die Rückzugsoperationen der Heeresgruppe Süd. In: Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg – Band 8: Die Ostfront 1943/44 – Der Krieg im Osten und an den Nebenfronten. Deutsche Verlagsanstalt München 2007, ISBN 978-3-421-06235-2, Lagekarte S. 352. Bis zum 26. Dezember glaubte Generalfeldmarschall von Manstein noch daran, durch Gegenangriffe des XXXXVIII. Panzerkorps, den sowjetischen Durchbruch in Richtung Berditschew und Kasatin stoppen zu können.
1944