Agatha Gatter (* um 1589; 1604 begnadigt und nach Konstanz verzogen; † unbekanntAnmerkung: Informationen über ein vollständiges Geburtsdatum sowie über Sterbedatum und Sterbeort von Agatha Gatter ließen sich bisher nicht finden.) war ein Opfer der Hexenverfolgungen in Freiburg, bei denen in den Jahren von 1599 bis 1603 in Freiburg 25 Frauen als angebliche Hexen hingerichtet wurden.

Biografie Agatha Gatter war die Tochter der Wäscherin Ursula Gatter aus Waldkirch, die im August 1603 als Hexe in Freiburg hingerichtet wurde. Die Mutter Ursula hatte unter Folter die Hexerei gestanden und wurde darum enthauptet, bevor man sie auf dem Scheiterhaufen verbrannte.Hans-Jürgen Günther: Mutig gegen den Hexenwahn. In: Badische Zeitung vom 17. Juni 2008.

mini|Stadtarchiv Freiburg: Untersuchungsauftrag und -ergebnis Nachdem die Mutter hingerichtet worden war, wurde ihre 14-jährige Tochter Agatha Gatter einem Verhör unterzogen. Das Mädchen gab folgende Falschaussage zu Protokoll, vermutlich um der Folter zu entgehen: sei.Stadtarchiv Freiburg, Ratsprotokolle B5 (P) XIII a, Nr. 42, S. 199 r. vom 12. September 1603

Ein Rechtsgelehrter der Universität Freiburg namens Theodor Metzger wurde um ein Gutachten gebeten. In dem Gutachten, das er am 5. November 1603 im Stadtrat verlas, empfahl Metzger, man solle Agatha Gatter bis zum Alter von 16 Jahren gefangenhalten, dann aber, wenn der Verdacht der Hexerei fortbestehe, der Folter unterziehen und nach dem Geständnis exekutieren.

Wer der Folter unterzogen wurde, hatte nur wenig Chancen, mit dem Leben davonzukommen, so dass dieses Gutachten einem Todesurteil gleichkam.

Am 17. November 1603 schritt Johannes Pistorius ein und erklärte dem Freiburger Stadtrat, er wolle das Mädchen noch einmal verhören. Als Arzt und Jurist wollte er das unglaubwürdige Geständnis ad absurdum führen. Geschworene Hebammen und Frauen sollten das Mädchen auf Jungfräulichkeit untersuchen. Drei Tage später berichtete der Ratsbeauftragte Jacob Keder das Ergebnis. Das Mädchen wurde Freispruch für Agatha Gatter von Johannes Pistorius erwirkt, Stadtarchiv Freiburg, Vergichtbuch 1550–1628, Bl. 627 v. mini|Martinstor Freiburg Gedenktafel für die Opfer der Hexenprozesse Johannes Pistorius fand eine Familie, zu der Agatha Gatter nach der Haftentlassung gehen konnte.

Siehe auch Kinderhexenprozesse in Freising

Gedenken Eine Plakette am Martinstor erinnert an die Opfer der Freiburger Hexenprozesse.

Einzelnachweise

Kategorie:Opfer der Hexenverfolgung Kategorie:Person (Freiburg im Breisgau) Kategorie:Geboren im 16. Jahrhundert Kategorie:Gestorben im 17. Jahrhundert Kategorie:Frau