mini|297px|Ellscheid, Kirche Ellscheid ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Vulkaneifel in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Daun an.
Geographie Ellscheid liegt mitten in der Vulkaneifel und im Osten des Landschaftsschutzgebietes „Zwischen Ueß und Kyll“ nördlich des Pulvermaars. Ausflugsziel ist das Naturschutzgebiet Mürmes. Das Mürmes ist ein Sumpfgebiet zwischen Ellscheid, Saxler und Mehren. Zu Ellscheid gehören auch die Wohnplätze Hünenhof und Waldhof.
Archäologie Auf der Gemarkung von Ellscheid befinden sich eine Anzahl von keltischen Hügelgräbern, deren älteste aus der Hallstattzeit (6. bis 7. Jahrhundert v. Chr.) sind und der Hunsrück-Eifel-Kultur zugeordnet werden. Bei einigen ist die Entstehungszeit noch unbestimmt. Weiterhin wurden Funde aus der Römerzeit gemacht.
Im nördlich des Ortes liegenden Grabhügelfeld „Stackenbruch“ sind über 30 Grabhügel unbekannter Zeitstellung, die eine Höhe von bis zu 2 Metern und einen Umfang von etwa 30 Metern haben.Dirk Krausse: Eisenzeitlicher Kulturwandel und Romanisierung im Mosel-Eifel-Raum. Die keltisch-römische Siedlung von Wallendorf und ihr archäologisches Umfeld: Fundstellenkatalog (= Römisch-germanische Forschungen. Band 63). Römisch-Germanische Kommission, Mainz/Frankfurt am Main/Esslingen 2006, S. 148 (online).Geschichte von Ellscheid auf www.ellscheid-vulkaneifel.de
Eine ausgedehnte Grabhügelnekropole von mindestens 35 Grabhügeln in zwei Gruppen befindet sich in den „Rothreisern“, ebenfalls nördlich von Ellscheid. Sie stammen aus der frühen Eisenzeit (6. Jahrhundert v. Chr.). Drei der Grabhügel wurden 1888 von Felix Hettner ausgegraben. Es wurden zwei Körpergräber mit geringen Beigaben entdeckt.
Fünf weitere Grabhügel liegen nordwestlich des Ortes im Distrikt „Moosholz“. Bei einer Ausgrabung im Jahr 1966 wurden nur geringe Holzkohle- und Keramikreste gefunden. In der Nähe wurde ein reich mit Keramik ausgestattetes Brandgrab mit Ziegelplattenumstellung entdeckt, das dem letzten Viertel des 1. Jahrhunderts n. Chr. zugeordnet wurde.
Südöstlich von Ellscheid in Richtung Gillenfeld wurde 1961 ein Grabhügel eingeebnet, der zuvor vom Rheinischen Landesmuseum Trier untersucht wurde. Es wurden zwei Brandgruben gefunden, anhand der Grabbeigaben wurde der Grabhügel auf die zweite Hälfte des 1. Jahrhunderts n. Chr. datiert.
Eine bereits seit 1854 bekannte Fundstelle im „Strothflur“ (südlich des Ortes Richtung Gillenfeld) wurde von Wissenschaftlern der Universität zu Köln geomagnetisch untersucht. Die Messungen lassen eine römische Villa vermuten, deren Hauptgebäude etwa 36 Meter lang und 29 Meter breit ist. Die Nutzung des Gutshofs lag in die Zeit zwischen dem 1. und dem 4. Jahrhundert.Die Römer in Ellscheid (PDF; 322 kB) auf www.ellscheid-vulkaneifel.de
Geschichte mini|294x294px|Bronzefigur „Os Tant wort op de Bus“ Die erste urkundliche Erwähnung unter dem Namen „Hedelscheit“ erfolgte im Jahr 1136, als Adalbero von Basel (1131–1136) dem Stift Sankt Marien in Prüm einen Wald schenkte und frühere Schenkungen bestätigte.Heinrich Beyer: Rheinisches Urkundenbuch, Band 1, Coblenz: Hölscher, 1860, Urkunde 488 (Online-Ausgabe bei dilibri)Namen und Entstehung des Dorfes (PDF; 29 kB) auf www.ellscheid-vulkaneifel.de 1563 umfasste die Ortschaft unter dem Namen Elscheid 13, 1684 zwölf Feuerstellen. Landesherrlich gehörte sie bis Ende des 18. Jahrhunderts zum Kurfürstentum Trier und unterstand als Teil der Zent Ellscheid der Verwaltung des Amtes und Hochgerichts Daun. Der Zent Ellscheid umfasste auch die Ortschaft Immerath mit dem Heckenhof. 1787 verzeichnete Ellscheid 127 Einwohner.Wilhelm Fabricius: Erläuterungen zum geschichtlichen Atlas der Rheinprovinz, 2. Band: Die Karte von 1789. Bonn 1898, S. 112, 149.
Einwohnerentwicklung Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Ellscheid, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen: Jahr Einwohner 1815 172 1835 207 1871 220 1905 239 1939 272 1950 284 1961 262 Jahr Einwohner 1970 280 1987 256 1997 264 2005 285 2011 269 2017 267
Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Ellscheid besteht aus sechs Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.
Bürgermeister Andreas Alt wurde am 16. September 2024 Ortsbürgermeister von Ellscheid. Da bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 kein Bewerber angetreten war, oblag die Neuwahl des Bürgermeisters gemäß Gemeindeordnung dem Rat.
Zuvor wurde das Amt von Dieter Ackermann (2014–2024) und Albert Borsch (1999–2014) ausgeübt.
Wappen
Bauwerke
Siehe Liste der Kulturdenkmäler in Ellscheid
Weblinks
Internetpräsenz der Ortsgemeinde Ellscheid
bei SWR Fernsehen.
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Vulkaneifel Kategorie:Ersterwähnung 1136