mini|Lage der Fundstelle mini|Pfahlbauten Robenhausen, 1908 Wetzikon-Robenhausen ist ein prähistorischer Siedlungsplatz am Pfäffikersee auf dem Gebiet des Ortsteils Robenhausen der Gemeinde Wetzikon im Kanton Zürich in der Schweiz.
Lage und Befund Das Gebiet am Südende des Pfäffikersees ist seit über 10000 Jahren besiedelt. Jäger und Sammler errichteten während der Mittelsteinzeit an verschiedenen Orten im Seerandbereich Lagerplätze, und in der Jungsteinzeit entstanden verschiedene kleine, dauerhaft bewohnte Siedlungen in Ufernähe., abgerufen am 20. November 2023
Die Siedlungsreste im Ortsteil Robenhausen wurden bereits 1858 durch Jakob Messikommer im naturgeschützten Moorgebiet am südlichen Ufer des Pfäffikersees auf dem Gemeindegebiet von Wetzikon entdeckt. In seinen Grabungsberichten verzeichnete Messikomer den Fund eines Einbaums von eigentümlicher Form, den er mit anderen Fundstücken der Ausrüstung eines Jägers zuordnete. In seinen Grabungen unterschied er zudem zwei von einer Torfschicht getrennte Fundschichten, wobei Messikomer aus der Anordnung der Pfahlreste folgerte, dass die Siedlung wieder aufgebaut wurde. Zu den weiteren Einzelfunden zählen Langbögen, Beile aus Stein und Hirschhorn sowie Keramik. Zwar stiess Messikomer auf keine Metallfunde, unter den organischen Funden fanden sich hingegen 58 verschiedene Tierarten. Eine von mehreren Nachgrabungen ergab die Überreste von Geweben, Geflechten und Sämereien sowie den Nachweis der Herstellung von Butter. Aus Holz geschnitzte Messer, eine Kelle und Schöpfbecher, ein Joch aus Haselrute, Dreschflegel, Überreste eines Gewandes und eine aus Bast geflochtene Matte zählen zu den weiteren Einzelfunden.Pfahlbau Robenhausen, Bericht des Herrn Messikomer, Mitteilungen der Antiquarischen Gesellschaft in Zürich.
Das Alter eines 1943 im Robenhauser Ried freigelegten Einbaums ist nicht geklärt. Aus der Bronzezeit liegen zahlreiche Einzelfunde vor, wobei zwei Anhänger als bemerkenswert gelten.
mini|links|Leben und Weben vor 6000 Jahren – die Textilfunde von Robenhausen bei Wetzikon Der Siedlungsplatz zeichnet sich durch die exzellente Erhaltung von organischen Resten und den Nachweis von Textilproduktion aus, darunter Textilien und Teile eines neolithischen Webstuhls.Fundstelle Wetzikon-Robenhausen palafittes.org
Als ungewöhnlicher Fund ist ein Brett zu verzeichnen, wobei es sich vermutlich um eine der Pfyner Kultur zugeordnete Tür handelt.
Ausgrabungen an der Tösstalstrasse erbrachten den Nachweis einer Siedlung der Glockenbecherkultur. Bis auf die eingangs erwähnten Einzelfunde ist das weitläufige und unter Naturschutz stehende Areal in seiner gesamten Ausdehnung bislang archäologisch wenig erforscht.
UNESCO-Weltkulturerbe und Kulturgut von nationaler Bedeutung Wetzikon-Robenhausen gehört zu den 111 Fundplätzen, die am 27. Juni 2011Six new sites inscribed on UNESCO’s World Heritage List UNESCO World Heritage Centre, Pressemeldung vom 27. Juni 2011. von der UNESCO als Weltkulturerbe Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen anerkannt wurden.
Im Schweizerischen Inventar der Kulturgüter von nationaler Bedeutung ist Wetzikon-Robenhausen als Klasse-A-Objekt aufgeführt.
Weblinks
Fundstelle Wetzikon-Robenhausen palafittes.org Unterwegs am Pfäffikersee – Das UNESCO-Welterbe unter unseren Füssen ad.zh.ch
Einzelnachweise
Kategorie:Archäologischer Fundplatz in der Schweiz Kategorie:Archäologischer Fundplatz in Europa Kategorie:Geschichte (Kanton Zürich) Kategorie:Bestandteil der Welterbestätte „Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen“ in der Schweiz Kategorie:Kulturgut von nationaler Bedeutung im Kanton Zürich Kategorie:Wetzikon Kategorie:Pfyner Kultur Kategorie:Kupfersteinzeitlicher Fundplatz in Europa