Jollyboys Oy, früher Jolla Oy, auch bekannt als Jolla Mobile (deutsch entsprechend: Jolle), ist ein finnisches Unternehmen, welches das Betriebssystem „Sailfish OS“ entwickelt und verkauft. Es führt die Arbeit fort, die bei Nokia mit dem Betriebssystem MeeGo (Nokia N9) begonnen und aufgrund des Wechsels zu Windows Phone verworfen wurde.Das Smartphone, das Nokia nicht wollte zeit.de vom 3. Dezember 2013, abgerufen am 9. Dezember 2013. Das Jolla-Team besteht aus Mitarbeitern der alten Nokia-N9-Entwicklermannschaft und weiteren Entwickler aus dem Linuxbereich. Der firmeneigene Nachfolger des Betriebssystems MeeGo „Sailfish OS“ wurde Ende 2012 präsentiert und ihr erstes Smartphone Ende Mai 2013 vorgestellt.

Geschichte Jolla Oy wurde von ehemaligen Nokia-Mitarbeitern als neues Unternehmen gegründet, um die Arbeit an MeeGo fortzuführen. MeeGo wiederum war eine Kombination aus Nokias Maemo-Betriebssystem und Intels Moblin. Nachdem sich Nokia entschlossen hatte, MeeGo nicht weiter zu verfolgen und sich auf Windows Phone zu konzentrieren, suchte sich Intel einen neuen Partner in der Mobilfunkbranche. Es fand sich Samsung, und beide Firmen verfolgen nun ihr neues Gemeinschaftsprojekt namens Tizen mit dem großen Unterschied, dass Tizen ursprünglich die Qt-Bibliothek nicht mehr unterstützen sollte. Seitdem war der Ansatz MeeGo praktisch Geschichte, auch wenn sowohl MeeGo als auch Tizen ein Projekt der Linux Foundation sind. Nur das mittels Spenden finanzierte Open-Source-Projekt Mer (Betriebssystem) setzte die MeeGo-Tradition fort, verzichtete aber auf eine Benutzeroberfläche und Hardwaretreiberschichten und liefert somit nur die Kernbibliotheken eines Betriebssystems auf Basis von Linux zum Einsatz im Mobilbereich. Zur ungefähr gleichen Zeit wurden viele Nokia-Mitarbeiter entlassen bzw. deren Verträge nicht mehr verlängert. Durch Nokias Programm Bridge wurde den betroffenen Mitarbeitern die Möglichkeit gegeben, sich selbständig zu machen und eigene Firmen zu gründen. Das betraf auch Jussi Hurmola und Marc Dillon, die 2011 Jolla Oy gründeten.

Aufgrund des Bridge-Programms erwartete Jollas CEO keine patentrechtlichen Probleme mit Nokia. Allerdings wurden Jolla von Nokia keine Patente geschenkt. Folgerichtig hält Jolla auch keine Rechte am Nokia N9, weshalb keine Unterstützung seitens Jolla übernommen wurde. Daher setzt Jolla bei der Oberfläche von Sailfish OS eine andere Benutzerführung und nicht die von Nokia patentierte SWIPE-Technik ein.

Erste Reaktionen der Fachpresse auf den Verkaufsstart von Jollas erstem Smartphone C bescheinigten einen … gelungenen Einstieg am Smartphone-Markt … und … dass nicht viel gefunden wurde, das verbessert werden muss. (telekom-presse.at vom 30. November 2013, abgerufen am 1. Dezember 2013)Ex-Nokia Mitarbeiter veröffentlichen erstes Jolla-Smartphone (androidmag.de vom 29. November, abgerufen am 1. Dezember 2013) Es gab aber auch Kritik, dass Sailfish OS nur unzureichend schnell reagiere und die Bedienung des Smartphones sehr gewöhnungsbedürftig sei.Hands-On und erste Eindrücke zum Jolla Phone (Video) (engadget.com vom 30. November 2013, abgerufen am 1. Dezember 2013)

Am 7. Juli 2015 kündigte Jolla Oy an, die Hardwareentwicklung auszulagern und sich auf die Entwicklung und Lizenzierung von Sailfish OS zu konzentrieren.

Im November 2015 wurde bekannt, dass Jolla um das wirtschaftliche Überleben kämpfte, nachdem ein Hauptinvestor abgesprungen war. Ein Großteil der Belegschaft wurde vorübergehend entlassen. Durch eine weitere Finanzierungsrunde Mitte Dezember konnte der Weiterbestand sichergestellt werden.

Im März 2018 wurde der teilstaatliche russische Konzern Rostelekom Anteilseigner von Jolla Oy. Zwar brach Jolla nach eigenen Angaben seine Geschäftsbeziehungen zu Russland im Jahr 2021 ab, dies bedeutete allerdings keine Änderungen bezüglich der Anteilseigner. Zudem sanktionierte im Zuge des russischen Überfalls auf die Ukraine das US-amerikanische Office of Foreign Assets Control am 24. Februar 2022 Rostelekom.

Im Juni 2023 beantragte Jolla eine Restrukturierung beim Bezirksgericht von Pirkanmaa, das am 24. November 2023 die bisherige Firma Jolla Oy dazu verpflichtete das Geschäftsfeld und die Mitarbeiter in eine neue Firma Jollyboys Oy zu übertragen, die vom bisherigen Jolla-Management geführt wird. Der Bereich zur Entwicklung von Software für die Automobilindustrie (AppSupport, ein Android-Kompatibilitätslayer für dritte Betriebssysteme) wurde dabei in eine separate Tochtergesellschaft namens Seafarix Oy ausgegliedert.

Software Sailfish wurde am 21. November 2012 vorgestellt. Es wird die RPM-Paketverwaltung (mithilfe des PackageKit console client pkcon) verwendet. Daten konnten nebst Bluetooth und Cloud auch direkt via USB-Kabel übertragen werden, ohne zusätzliche Software installieren zu müssen (Media Transfer Protokoll), bei Windows Phone 7 und iOS war dies seinerzeit nur mit Zusatzsoftware wie iTunes oder Zune möglich.

Sailfish-OS-Versionen

Version 1 (Kaajanlampi) mini|Ehemaliges Logo

Sailfish OS basiert auf Arbeit des Mer-Projekts. Die Mer-Entwicklungsumgebung unterstützt unterschiedliche CPU-Architekturen, derzeit sind das ARMv6l, ARMv7l, ARMv7hl, MIPSel und x86. Allerdings wird die Mer-Core-Distribution ohne Linux-Kernel ausgeliefert. Es sind nur Systembibliotheken oberhalb der Kernel-Schicht und unterhalb der Benutzeroberfläche enthalten, d. h. aus der mittleren Betriebssystemebene. Folgerichtig besitzt Mer im Gegensatz zu Meego keine eigene Oberfläche mehr. Das alte Meego-Userinterface wird aber unter dem eigenen Projekt Nemo fortgeführt. Um eine vollständige Sailfish-OS-Linux-Distribution zu erhalten, müssen also ein gerätespezifischer Linux-Kernel, eine Version des Mer-Core und Jollas Benutzeroberfläche kombiniert werden. Die Entwicklung aller drei Komponenten läuft dabei unabhängig voneinander. Software-Entwicklungszyklen sind somit unabhängig von den Hardware-Entwicklungszyklen. Durch diese Entkoppelungen versprechen sich die Entwickler eine schnellere Unterstützung für neue Hardwarekomponenten sowie eine Hardware-unabhängige Entwicklung der Benutzeroberfläche und damit mehr Flexibilität. Jolla entwickelt eine eigene Benutzeroberfläche und nennt dessen Kombination mit Mer Sailfish OS. Applikationen können in HTML5 und Qt bzw. QML geschrieben werden.

Unterversionen von Sailfish 1.x werden nach finnischen Seen benannt.

Version 2 (Saimaa) Version 2.0 wurde als Beta-Version auf der MWC 2015 vorgestellt. Unterversionen von Sailfish 2.x werden nach finnischen Flüssen benannt.

Version 3 (Lemmenjoki) Version 3 wurde gleichzeitig in Helsinki und Berlin vorgestellt.

Im Oktober 2017 wurde bekannt, dass der bolivianische IT-Konzern Grupo Jala als Partner von Jolla die Lokalisierung für Lateinamerika übernehmen wird. Zur Förderung der regionalen Entwickler- und Nutzer-Community wurden auch zwei Smartphones mit Sailfish OS unter der Marke ACCIONE vorgestellt. Unterversionen von Sailfish 3.x werden nach finnischen Nationalparks benannt.mini|Sailfish-Architektur zur Zeit von Version 1

Version 4 (Koli) Gegenüber bzw. seit Sailfish 3 wurden 1000 Verbesserungen laut Jolla umgesetzt. Wesentliche Neuerungen waren neben einem Update der Browser-Engine die Einführung eines Berechtigungskonzepts für Apps. Sailfish 4 ist die erste Version, die auf dem ursprünglichen Jolla Phone aus dem Jahr 2013 nicht mehr lauffähig ist – womit das Jolla Phone eine der längsten Support-Zeiten aufwies.

100 % Konformität mit der EU-Datenschutz-Grundverordnung, die zu der Zeit in Kraft trat Vollständige Sailfish-X-Kompatibilität mit Sony Xperia XA2 und Xperia 10 AppSupport in Version 9 für Android-9-Apps (AppSupport 10 für Android 10 wurde nachgeliefert) Noch vor dem Ukrainekrieg wurden – durch die Zusammenarbeit mit OMP (Otkrytaja mobilnaja platforma, , deutsch Offene mobile Plattform, englisch Open mobile platform)omp.ru, abgerufen am 9. November 2025. für die Bereitstellung der Abspaltung Aurora OS in Russland – zahlreiche Open-Source-Beiträge zum Betriebssystem entwickelt

Unterversionen von Sailfish 4.x werden bis 4.0 weiterhin nach finnischen Nationalparks benannt, danach nach finnischen UNESCO-Weltkulturerben (materiell wie immateriell). Version 4.6. etwa "Sauna".

Version 5 (Tampella) Jolla zählt 300 Verbesserungen und 200 Bugfixes. Die wichtigsten Neuerungen sind:

Sailfish-Browser-Engine (der systemeigene Webbrowser) wurde auf Gecko ESR91 aktualisiert, mit laufenden Arbeiten in Richtung ESR102 (Hinweis: Zu dem Zeitpunkt war ESR128 bereits aktuell) Android AppSupport auf Android 13 (API-Level 33) aktualisiert, für bessere App-Kompatibilität – zuerst jedoch nur am Jolla C2 und später auch für andere Geräte mit Migration vom Vorgänger AppSupport 11 microG 0.3.6 Enabler hinzugefügt, verbesserte opt-in Unterstützung für Android-Apps, die von Google-Diensten abhängig sind (Hinweis: Weiterhin keine Widevine/DRM-Unterstützung, d. h. kopiergeschützte Streams funktionieren nicht) WireGuard-VPN-Unterstützung Querformatmodus für die Startansicht, Ereignisansicht, Alarmansicht und den Sperrbildschirm, mit besserer Unterstützung für Aussparungen (Kamera-Notch) und abgerundete Ecken Anrufblockierungsfunktion hinzugefügt, die es ermöglicht, ausgewählte eingehende Spam-Anrufe zu blockieren

Version 5.0 wurde nach einem einst großen finnischen Konzern benannt, dessen ehemaliges Industriegelände in der Nähe zu Jollyboys Oy's Bürositz liegt: Tampella.

Technisches zu Sailfish OS

Grafikanzeigesystem Jolla setzte für die Grafikausgabe schon gleich zu Beginn auf Wayland, statt auf das 2013 noch bei vielen Linux-Desktop-Distributionen verwendete und schon damals merklich alternde X11.Jolla’s First Smartphone Powered By Wayland. Phoronix Um die bei Smartphones weit verbreiteten Android-GPU-Treiber nutzen zu können, passte Jollas Entwickler Carsten Munk Wayland entsprechend an.Jolla Brings Wayland Atop Android GPU Drivers. Phoronix Details seiner Implementierung sind aus zwei seiner Blogeinträge zu erfahren.Wayland utilizing Android GPU drivers on glibc based systems, Part 1. MerWayland utilizing Android GPU drivers on glibc based systems, Part 2. Mer

Entwicklungsumgebung Derzeit gibt es vier Entwicklungsumgebungen für Linux (32 und 64 Bit) sowie Windows und macOS, mit deren Hilfe man native Apps für Sailfish OS erstellen kann. Die Entwicklungsumgebung (SDK) benutzt die Qt-Bibliothek mit einer VirtualBox zur Entwicklung und Unterstützung unterschiedlicher Systeme wie Android, Linux, iOS oder Windows. Dies sowie der offene Charakter des SDK erlauben es, das SDK an spezielle Umgebungen, Firmen, Entwicklergruppen anzupassen oder zu erweitern. Anfang August 2013 veröffentlichte Jolla auf ihrer Website SailfishOS.org eine aktualisierte Version, bei der die Unterstützung von Qt5, QtQuick und Wayland neu hinzugekommen sind, weitere Aktualisierungen erfolgen automatisch.

Anwendungsgebiete Sailfish OS ist durch die bereits erwähnte flexible Softwarearchitektur mit den drei Softwareschichten für unterschiedlichste Endgeräte ausgelegt. Als Beispiel wurden Mobilgeräte (Smartphones und Tablets nokiagadgets.com), Computer, Notebooks, Navigationsgeräte, Smart-TVs, Infotainmentsysteme, Yachten und Boote und Haushaltsgeräte angegebenJollaSuomi: Jolla’s Sailfish OS is also. Twitter – das entsprach auch schon der Situation unter MeeGo.

Lizenzierung Interessierten Smartphone-Herstellern stellt Jolla sein Betriebssystem zur Lizenzierung zur Verfügung. Das komplette Sailfish OS soll unter einer Open-Source-Lizenz erhältlich sein.JollaHQ: @sycoso_tela That has been. Twitter

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