mini|300px|Schloss Wörth an der Donau – Wahrzeichen der Stadt mini|300px|Stadtpfarrkirche St. Petrus, Hintergrund: Schloss Wörth mini|300px|Begrüßungsschild am Ortseingang von Wörth

Die Stadt Wörth an der Donau (amtlich: Wörth a.d.Donau) ist die östlichste Gemeinde im Landkreis Regensburg im Regierungsbezirk Oberpfalz in Bayern sowie der Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Wörth an der Donau. Sie liegt auf halbem Weg (jeweils ca. 25 km) zwischen Regensburg und Straubing in Ostbayern.

Die zwei Kilometer vom Fluss und von der Bundeswasserstraße Donau entfernte Gemeinde stellt das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des östlichen Landkreises dar und wird als „ein Tor zum Bayerischen Wald“ genannt.

Die Stadtgemeinde hat eine reiche Geschichte: Im ausgehenden 15. Jahrhundert bekam Wörth die Marktprivilegien mit städtischer Verfassung, nachdem es bereits um 1340 das Marktrecht besessen hatte. Vom 19. Jahrhundert an entwickelte sich der Ort zunehmend zu einem Wirtschafts-, Dienstleistungs- und Gewerbestandort. Wahrzeichen der Stadt ist das Schloss Wörth an der Donau im Renaissancestil, das auf einem Berg mitten in der Stadt liegt.

Geografie mini|Wörth: im Hintergrund der Bayerische Wald, im Vordergrund die Donau Geografische Lage In der Gemeinde treffen zwei unterschiedliche Naturräume aufeinander. Der bergige Falkensteiner Vorwald, ein Teil des Bayerischen Waldes im Norden und die südlich angrenzende Ebene des Gäubodens (Dungau). Dort durchfließt die Wiesent den Ortsteil Oberachdorf und mündet in den Donaualtarm der Gmünder Au. Fast das gesamte Gemeindegebiet liegt nördlich der Donau, ein kleiner Teil (ca. 0,5 km² landwirtschaftliche Flächen) auch am gegenüberliegenden Donauufer bei Kiefenholz. Es erstreckt sich auf Höhenlagen zwischen 320 an der Donau und in der Gemarkung Hungersacker. Das Zentrum von Wörth liegt auf 335 m (bei der Pfarrkirche) zwischen den Bayerwaldausläufern Herrnberg (399 m), Königsberg (373 m), Lerchenhaube (447 m) und Schlossberg (380 m). Wörth wird durch seine geographische Lage auch als „Stadt zwischen Strom und Berg“ bezeichnet.

Wörth und die Donau mini|links|120px|Donaulandschaft mit Schloss Wörth von Albrecht Altdorfer (um 1522) mini|Natürlicher Donauverlauf bei Wörth im Jahr 1749 mini|Aus östlicher Richtung: Regulierte Donau (rechts unten Wörth) Im Lauf der Jahrhunderte hat sich die Donaulandschaft bei Wörth immer wieder stark verändert. Noch heute ist der Fluss von ständigem Wandel geprägt. Frühere Quellen befassten sich weniger mit dem Fluss als mit der angrenzenden Landschaft. Albrecht Altdorfer begann um 1520 die Schönheit der Natur in seinen Malereien wiederzugeben; so entstand das Gemälde „Donaulandschaft mit Schloss Wörth“.

Am deutlichsten wird der Charakter des natürlichen Stroms in alten Karten aus landwirtschaftlicher Sicht mit seinerzeit existierenden Inseln, Wöhrden und Anschütten. Reiseberichte aus dem 19. Jahrhundert loben das Land an der Donau bei Wörth: Endlich erreicht das Schiff auf einer Bogenkrümmung die Höhe des lang ersehnten Wörth, das stattlich da liegt auf seinem Bergkegel. Man glaubt dort anzufahren mit dem Schiffe; aber nur vor Jahrhunderten mag der Strom hingeflossen seyn am Fuße dieses schönen Hügels. Er flieht ihn jetzt, sobald er nah genug gekommen ist. (Verfasser: Joseph August Schultes)

Neben den donaunahen Ansiedlungen um Wörth hatte die Motorschifffahrt Anfang des 20. Jahrhunderts mit dem sich durch Überflutungen ständig ändernden Flussbett zu kämpfen; so versuchte das Deutsche Reich durch einen Vertrag im Jahr 1921 mit der Rhein-Main-Donau AG durch Begradigungen und Eindämmungen sowie einer Uferbefestigung die Situation zu verbessern. Es wurde ein 100-jähriger Vertrag abgeschlossen, der bis heute gilt und 1928/29 zum Dammbau führte. Die Schiffbarkeit bei Niedrigwasser war vor allem das Hauptziel dieser Maßnahmen, um den Fluss ganzjährig befahrbar zu machen. Die zwischen 1929 und 1969 geleisteten Arbeiten führten jedoch nicht zum Ziel, da sich die damals 70 Meter breite und zwei Meter tiefe Fahrrinne immer weiter eingrub und oberhalb von Straubing ausgespültes Geröll anlandete.

Später setzte man auf noch mehr Regulierung des Flusses, indem man einen Totalstau der Donau anstrebte. Die Entscheidung zum Bau der Geislinger Schleuse fiel am 21. Dezember 1983. Die Auswirkungen dieser Maßnahme prägen das Erscheinungsbild der Donau bei Wörth bis in die Gegenwart. Nachteilig wirkt sich der Eingriff für Umwelt und Berufsfischerei aus; zudem stieg der Grundwasserspiegel entlang der Donau, was ebenfalls zu Problemen führt.

Nach dem Jahrhunderthochwasser 2013 und den Überschwemmungen im Raum Deggendorf und Passau beschloss die Bayerische Staatsregierung durch die Errichtung von gesteuerten Flutpoldern im Rahmen des Bayerischen Hochwasserschutzaktionsprogramms 2020plus entlang der Donau Hochwässer rückzuhalten. An der Donau liegen vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz in Auftrag gegebene Untersuchungen der TU München vor. Abermals soll im Stadtgebiet durch den geplanten Polder „Wörthhof“ ein massiver Eingriff in die Donaulandschaft erfolgen. 2007 war ein solches Vorhaben schon einmal fallen gelassen worden. Nach Vorschlägen anderer Fachkreise hätte man jedoch mit den bestehenden Staustufen durch ein optimiertes Staustufenmanagement ein probates Mittel gegen Hochwässer. Allein im Bereich der Staustufe Geisling können durch eine Vorabsenkung des Wasserpegels zwei Millionen Kubikmeter bei 100-jährigem und sieben Millionen Kubikmeter bei fünfjährigem Hochwasser an Stauraum freigemacht werden. Im gesamten Bereich der Donau könnte man durch dieses Zusammenspiel aller Staustufen einen aktiven Beitrag zum Schutz der Bevölkerung an der Donau leisten und einen erneuten baulichen Eingriff vermeiden.Flutpolder: Dialog, abgerufen am 10. Februar 2015.

Durch den nach der Landtagswahl vom 14. Oktober 2018 in Bayern zwischen den Freien Wählern und der CSU geschlossenen Koalitionsvertrag wird das Flutpolderkonzept im Landkreis Regensburg nicht weiter verfolgt. Die frei werdenden finanziellen Mittel sollen in den dezentralen Hochwasserschutz entlang der Donau und aller Zuläufe investiert werden.

Stadtgliederung und Flächennutzung mini|Rathaus, Magistratswappen aus dem 15. Jh. Gemeindeteile und Gemarkungen Es gibt 29 Gemeindeteile und neun Gemarkungen:Bayerische Vermessungsverwaltung – Gemarkung Gemeindeteile Siedlungstyp EinwohnerWörth a.d.DonauWörth a.d.DonauHauptort 3.401BrennbergHintergrubWeilerKälberhäuslEinödeKirnbergWeilerPfraumbachEinödeReichenbachEinödeReiserhofEinödeVordergrubWeilerOberachdorfOberachdorfDorf480WörthhofEinödeKiefenholzGiffa Einöde259KiefenholzKirchdorfKleinkiefenholzEinödeTiefenthalTiefenthal Kirchdorf130WichenbachEinödeHofdorfGartenroith Einöde508HofdorfKirchdorfLohbachEinödeZinzendorfHof Weiler272ZinzendorfKirchdorfHungersackerHafnerhof Einöde242HinterzirnbergEinödeHungersackerDorfOberelendEinödePiehlWeilerUnterelendEinödeVorderzirnbergEinödeWeihernHornauEinödeWeihernDorfGesamt 5.292

Ehemalige Gemeindeteile Bierschneidermühle war bis zur Eingemeindung von Weihern dessen Gemeindeteil. In der Topographischen Karte von 1996 wird der bereits verlassene Ort noch als Wohnplatz angegeben, im Ortsnamenverzeichnis der Stadt Wörth wurde „Bierschneidermühle“ 1976 gelöscht, heute ist der Ort devastiert.

Alte Marktbezirke Früher war Wörth in sieben Bezirke aufgegliedert: An der Port (Bei der Kirche) Tiefenweg Auffenberg Priell Oberer Markt Kuffweiher (Nähe Sandmühle) Sand

Im 15. Jahrhundert erschien dann die zum Teil heute noch bekannte alte Benennung der Ortsteile: Oberer Markt, Unterer Markt, Unter dem Auffenberg sowie Auf dem See oder auch Auf dem Sand genannt. Sand ist der am niedrigsten gelegene Ortsteil von Wörth. Die Donau hat hier einst Kies und Sand abgelagert; auf diesem Untergrund entstand die Siedlung, die früher ein eigenständiger Ort war.

Im 19. und auch noch bis über die Mitte des 20. Jahrhunderts hießen die alten Gemeindeteile (mit Einwohnerzahlen von 1908): Wörth (1246 Einwohner), Sand (190 Einwohner), Ortschaft Hungersdorf (41 Einwohner), Hohenbühl (12 Einwohner) und Schusshütte (52 Einwohner).

Die Ortschaft Hungersdorf war schon immer eigenständig, ist jedoch im Ortsverzeichnis ab 1964 nicht mehr enthalten und ging in die Stadt Wörth auf.

Ausdehnung des heutigen Stadtgebiets Mittelpunkt des Stadtgebiets (Stadtkern) ist die Altstadt, die sich von der Regensburger Straße westlich, über den Marktplatz, die Ludwig- und Taxisstraße nördlich, die Schlossstraße und den Petersplatz sowie im Osten über den Rathausplatz und den Kirchplatz bis zur Straubinger Straße (zahlreiche Seitenstraßen einbezogen) ausdehnt. Nach 1945 wurde die Stadt nach Osten, Norden und Süden durch Siedlungstätigkeit erweitert. Es waren dies die Siedlungsgebiete Adalbert-Stifter-Straße, Blöchlbergsiedlung, Hoher Rain, Ostenstraße und Osterbachstraße. Später entstanden mehrere weitere Siedlungsgebiete um das Zentrum. Im Uhrzeigersinn beginnend im Norden sind dies: Im Blindfenster, Roithfeld, Reitfeld/Schwarzer Helm, Falkensteiner Straße, Hochberg, Königsberg, Schusshütte, Sandmüllerwiese, Hoher Rain Ost, Kapellenweg, Hoher Bühl und Lerchenhaube.

Westlich der Siedlung Im Blindfenster entsteht derzeit das Neubaugebiet Am Brand im Anschluss an die Kindertagesstätte Kinderhaus am Brand.

Geographisch wird das geschlossene Stadtgebiet heute von der Bundesautobahn A3 im Süden und den Ausläufern des Bayerischen Waldes im Westen, Norden und Osten begrenzt.

Flurbereinigung

Im Rahmen der Flurbereinigung wurden im Gemeindegebiet zwischen 1963 und Ende der 1990er Jahre zahlreiche Maßnahmen zur Neuordnung, Entwicklung und Gestaltung des ländlichen Raums durchgeführt. Dazu zählte die Anlage von großen, wirtschaftlichen Nutzflächen für die Landwirtschaft, eine Umordnung des Wegenetzes, der Ausbau des Hochwasserschutzes, landschaftspflegerische und wasserwirtschaftliche Maßnahmen sowie weitreichende Verbesserungen in den Ortsteilen durch das Dorferneuerungsprogramm.

Strukturdaten mini|230px|Die Ludwigstraße im Zentrum von Wörth … mini|230px|Blick auf die Ludwigstraße um 1920 Das Stadtgebiet umfasst eine Fläche von 5224 Hektar. Der größte Anteil wird mit 2272 Hektar forstwirtschaftlich genutzt, 2112 Hektar sind landwirtschaftliche Nutzflächen, der Rest Siedlungs- und Verkehrsflächen.Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung: Statistik kommunal 2013 (PDF; 1,2 MB)

Die flächengrößte Gemarkung ist Kiefenholz, gefolgt der Größe nach von: Wörth an der Donau, Hofdorf, Oberachdorf, Tiefenthal, Brennberg (in der Stadt Wörth anteilsmäßig), Zinzendorf, Hungersacker und Weihern.

Wörth an der Donau ist nach Neutraubling und Hemau die drittgrößte Stadt im Landkreis Regensburg.

Gebäudeverteilung Gebäudebestand am 31. Dezember 2012 Wohngebäude je 1000 Einwohner 277,8 Anteil der Gebäude mit 1 Wohnung 68,1 % Anteil der Gebäude mit 2 Wohnungen 23,2 % Anteil der Gebäude mit 3 oder mehr Wohnungen 8,7 % Durchschnitt Einwohner je Wohnung 3,6 Durchschnittl. Wohnfläche je Wohnung 111,1 m²

Bevölkerung mini|230px|… Blick vom Schloss ins Zentrum … mini|230px|Blick vom Schloss ins Zentrum um 1910

Bevölkerungsverteilung am 31. Dezember 2012 Bevölkerung gesamt 4586 Bevölkerung je km² 88 Anteil 0–6 Jahre in % 5,2 Anteil 7–15 Jahre in % 8,9 Anteil 16–30 Jahre in % 18,1 Anteil 31–50 Jahre in % 28,5 Anteil 51–65 Jahre in % 21,4 Anteil über 65 Jahre in % 17,9

Dialekt

Der Dialekt um Wörth gehört der mittelbairischen Mundart an und ist durch die unmittelbare Nähe zu Niederbayern und der Dialektsprachgrenze, die nur etwa zehn bis 15 Kilometer östlich verläuft, stark vom Niederbayerischen beeinflusst. So spricht man die Bezirkshauptstadt Regensburg beispielsweise als „Rengschburg“ aus. Im heimischen bayerischen Dialekt wird die Stadt Wörth als „Wiard“ genannt, im Niederbayerischen als „Wiad“.

Nachbargemeinden