miniatur|rechts|Joseph Lux, Punktierstich von D. Helberg Joseph Lux (* Januar 1757 in Glatz, Schlesien; † 9. Mai 1818 in Frankfurt am Main) war ein deutscher Schauspieler und Opernsänger (Bass), der insbesondere in komischen Rollen auftrat.
Leben Joseph Lux war zuerst ab 1783/84 bei der Wandertruppe von Johann Heinrich Böhm engagiert. 1786 wechselte er zu Gustav Friedrich Großmann, der sich zu dieser Zeit mit dem Theaterunternehmer Christian Wilhelm Klos verbunden hatte und die Städte Köln, Düsseldorf und Bonn bespielte. Musikdirektor der Truppe war August Burgmüller. Aus dem bedeutenden Ensemble, das zuletzt in Aachen spielte, ging das Bonner Nationaltheater hervor, das von Kurfürst Maximilian Franz mit 15000 Reichstalern jährlich subventioniert und am 3. Januar 1789 eröffnet wurde. Lux nahm hier bald eine zentrale Position ein. Am 2. Oktober 1789 erhielt er auch eine Anstellung als Hofmusikant. Vorübergehend, bis zum Februar 1790, gehörte zum Bonner Theater auch Heinrich Vohs.
Lux kam durch seine Tätigkeit in engen Kontakt zu dem jungen Ludwig van Beethoven und begleitete diesen und die anderen Mitglieder der Hofkapelle auf der denkwürdigen Reise, die der Hof im September und Oktober 1791 nach Mergentheim unternahm.Vgl. Adolf Sandberger, Zur Reise nach Mergentheim und Aschaffenburg, in: ders., Ausgewählte Aufsätze zur Musikgeschichte, Band 2, München 1924, S. 131–134 Beethovens Jugendfreund Franz Gerhard Wegeler berichtet:
Beethoven komponierte für Lux wahrscheinlich die beiden 1790 entstandenen komischen Arien für Bass und Orchester Prüfung des Küssens WoO 89 und Mit Mädeln sich vertragen WoO 90.
Am 7. Juli 1792 gab Lux sein Debüt in Frankfurt am Main, wo ihn Goethe hörte. Er charakterisierte ihn als eine „gedrängte gut gebildete Mittelgestalt“ und einen Schauspieler, der „weiß, seine Kleider und Gebärden nach den Rollen zu motivieren“. Lux gehörte auch in Frankfurt bald zu den beliebtesten Schauspielern, wie ein Bericht aus Frankfurt vermeldet:
Lux blieb der Frankfurter Bühne bis zu seinem Tod verbunden.
Literatur Alexander Wheelock Thayer, Ludwig van Beethovens Leben. Nach dem Original-Manuskript deutsch bearbeitet von Hermann Deiters, Band 1, 3. Aufl., Leipzig 1917 Ludwig Schiedermair, Der junge Beethoven, Leipzig 1925 (Digitalisat) Theodor von Frimmel, Beethoven-Handbuch, Leipzig 1926, Band 1, S. 375f. (Digitalisat) Stephan Ley, Joseph Lux. Aus Beethovens Bonner Zeit, in: Neue Zeitschrift für Musik, Jg. 121 (1960), S. 415 Albert Richard Mohr, Frankfurter Theater von der Wandertruppe zum Komödienhaus, Frankfurt 1967, S. 146f. Klaus Martin Kopitz, Der Düsseldorfer Komponist Norbert Burgmüller. Ein Leben zwischen Beethoven – Spohr – Mendelssohn, Kleve 1998, S. 23–28, ISBN 3-9805931-6-9, Köln: Dohr, ISBN 978-3-936655-34-6
Einzelnachweise
Kategorie:Person um Ludwig van Beethoven Kategorie:Theaterschauspieler Kategorie:Opernsänger Kategorie:Bass Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1757 Kategorie:Gestorben 1818 Kategorie:Mann