mini|Wipfeldürre bei der Hanneloreneiche (Frühling 2009) WipfeldürreDuden: Wipfeldürre oder veraltet GipfeldürreDuden: Gipfeldürre ist ein normale Vorgang im Alterungsprozess von Bäumen. Symptome sind das Absterben der oberen Äste, während die unteren noch weiter vegetieren. Sie ist Zeichen der Retraktions-Phase von langlebigen Bäumen wie Eichen oder Linden und läutet den natürlichen Rückbau der Krone ein. Je nach Standortbedingungen und äußeren Einflüssen können solche Bäume noch Jahrhunderte stehen bleiben und als Habitate für eine Vielzahl von Lebewesen dienen. Bei kurzlebige Bäumen wie Birke und Pappel- oder Weidenarten ist Wipfeldürre oft der Beginn eines Sterbeprozesses, der sich noch über wenige Jahre ziehen kann, wobei auch besonders Pappeln durch Wurzelbrut noch Jahrhunderte als Klone weiterleben können. Darüber hinaus kann Wipfeldürre durch ungünstige Ernährungsverhältnissen, besonders durch Mangel an Wasser, Blitzeinschlag oder Beschädigung der Wurzeln durch Pilze oder Tiere und Menschen verursacht werden. Bei Kiefern infolge der Kienkrankheit, bei alten Eichen, wenn sie als Überhalter aus dem geschlossenen Stande freigestellt werden.
Wipfeldürre ist heute einer der Sicherheitsgründe, aus denen amtlicherseits Bäume gefällt werden., abgerufen am 23. Februar 2013. Gleichzeitig ist aus baumpflegerischer Sicht der Erhalt langlebiger Bäume mit dem Symptom der Wipfeldürre aus Natur- und Artenschutzgründen wünschenswert. Dies wird auch an Orten praktiziert, an denen die Sicherheitserwartungen gering sind oder durch Einzäunung oder ähnliche Maßnahmen die Gefahr, die von solchen potentiellen Naturmonumenten ausgehen kann, reduziert wird.
Literatur
Andreas Roloff: Handbuch Baumdiagnostik. 2. Auflage. Ulmer, Stuttgart 2022, ISBN 978-3-8186-1437-9, S. 11
Einzelnachweise
Kategorie:Pflanzenkrankheit Kategorie:Forstwirtschaft