Der Marianne-Werefkin-Preis (eigene Schreibweise Marianne Werefkin-Preis) ist ein Kunstpreis des Vereins der Berliner Künstlerinnen 1867 e. V., der seit 1990 im zwei- bis dreijährigen Turnus an Künstlerinnen vergeben wird. Er gilt als der erste Kunstpreis, der ausschließlich für Frauen ausgelobt wurde.Marianne-Werefkin-Preis für Künstlerin. In: Die Tageszeitung, 5. November 1995. Der Name geht auf die expressionistische Malerin Marianne von Werefkin zurück.

Geschichte Der Marianne-Werefkin-Preis wurde 1990 auf Vorschlag des Kunsthistorikers Jörn Merkert vom Verein der Berliner Künstlerinnen gestiftet. Namensgeberin des Preises ist Marianne von Werefkin. Die erste Preisverleihung fand 1990 noch ohne Jury statt; auf Vorschlag von Merkert wurde die Bildhauerin Pomona Zipser als erste Preisträgerin ausgewählt. Die zweite Vergabe im Jahr 1992 wurde durch eine Jury bestimmt.

Bei der Auslobung 1995/96 bewarben sich bereits 140 Künstlerinnen, aus denen die Jury Katharina Meldner wählte. Im Jahr 1999 entschied sich die Jury unter 109 Bewerbungen für das Künstlerinnenduo Ulrike Bock und Brigitta Sgier. 2001 setzte sich die Jury nicht mehr aus Kunsthistorikern und Museumsdirektoren zusammen, sondern aus Künstlerinnen des Vereins, die aus 106 Bewerbungen eine Siegerin kürten.

2005 war der Preis erstmals nicht auf Berliner Künstlerinnen beschränkt. Es bewarben sich 752 deutsche Künstlerinnen, aus denen eine Expertenkommission Heike Ruschmeyer wählte. Im Jahr 2007 wurde der Preis nicht mehr bundesweit ausgeschrieben. Die Jury nominierte insgesamt 16 Künstlerinnen und beschränkte die Auswahl auf die Gattung Bildhauerei. Preisträgerin war Paloma Varga Weisz.

2018 wurde mit Roey Victoria Heifetz erstmals eine Transfrau nominiert.

Zur 13. Preisträgerin wurde im November 2025 die Performance- und Installationskünstlerin Mehtap Baydu gewählt.

Bedingungen Die Bedingungen variierten in jedem Bewerbungsjahr. Der räumliche Geltungsbereich wechselte zwischen einer Beschränkung auf Berliner Künstlerinnen und einer bundesweiten Zulassung. Die Bewerberinnen sollten eine abgeschlossene akademische Ausbildung an einer Hochschule für Bildende Künste nachweisen können.Der Marianne-Werefkin-Preis bei kulturpreise.de, abgerufen am 20. Februar 2013.

Dotierung und Ausstellungen Der Preis ist mit 5000 Euro dotiert, die überwiegend durch Sponsoren und Spender finanziert werden. Mit der Auszeichnung war bis 2018 eine Ausstellung in der Berlinischen Galerie verbunden. Werke der nominierten Künstlerinnen sowie der Preisträgerin wurden 2020 im Berliner Haus am Kleistpark gezeigt.

Preisträgerinnen 1990: Pomona Zipser, außerdem Preise für Angela Hampel und Sabine Kasan 1992: Karla Woisnitza 1995/1996: Katharina Meldner 1998/1999: Ulrike Bock, Brigitta Sgier 2001/2002: Susanne Ahner 2005: Heike Ruschmeyer 2007: Paloma Varga Weisz 2013: Caro Suerkemper 2015: Isa Melsheimer 2018: Stella Hamberg 2020: Barbara Breitenfellner 2022: Kerstin Grimm 2025: Mehtap Baydu

Literatur Der Marianne Werefkin-Preis 1990–2007. Georg Kolbe Museum, Berlin, 2007, ISBN 978-3-980776226. Erinnern und fördern. Mit ihren Kunstpreisen versucht die Berlinische Galerie beides, Tagesspiegel, 19. November 2000.

Weblinks Website des Preises

Einzelnachweise

Kategorie:Deutsche Auszeichnung (Bildende Kunst) Kategorie:Bildende Kunst (Berlin) Kategorie:Marianne von Werefkin Kategorie:Erstverleihung 1990