Karl Julius Helmuth Wirminghaus (* 9. September 1891 in Oldenburg i. O.; † 27. Mai 1968 in Köln-Lindenthal)Landesarchiv Nordrhein-Westfalen, Personenstandsarchiv Rheinland, Personenstandsregister, Standesamt Köln West, Sterbefälle, 1968, Urkunde Nr. 1859. war ein deutscher Architekt.
Leben Familie Der Protestant Helmuth Wirminghaus war der Sohn von Alexander Wirminghaus (Syndikus der Handelskammer zu Köln, Professor an der Handelshochschule Köln bzw. der Universität zu Köln) und dessen Ehefrau Else Wirminghaus geb. Strackerjan (studierte Musikerin und Klavierlehrerin).
Aus seiner am 20. Juni 1918 in Lippstadt geschlossenen Ehe mit Dorothea Auguste Maria geb. Sterneborg ging der Sohn Bernhard Wirminghaus (* 28. März 1919 in Lippstadt) hervor, mit dem Helmuth Wirminghaus nach dem Zweiten Weltkrieg zusammenarbeitete.
Beruf Nach seinem Architektur-Studium an der Technischen Hochschule München, wo u. a. Theodor Fischer sein Lehrer war, und der Technischen Hochschule Aachen trat Wirminghaus zunächst 1921 als Mitarbeiter in das Büro des Kölner Architekten Paul Pott ein. 1922 machte er sich dann selbständig. Neben Wohnbauten, Büro- und Verwaltungsgebäuden, entwarf er mehrere öffentliche Schulen. Zahlreiche seiner Bauten sind erhalten und stehen teilweise unter Denkmalschutz. 1928 zählte er zu den Gründungsmitgliedern des Blocks Kölner Baukünstler.
Bauten und Entwürfe
In Köln 1922–1923: Marienburg, Halbvilla Pferdmengesstraße 8 für Julius Lotz (Geschäftsführer der Rheinland Kolonialwaren Großhandels–AG)Wolfram Hagspiel: Köln. Marienburg. Bauten und Architekten eines Villenvororts. 1924: Marienburg, Villa Von-Groote-Straße 7 für Dr. Erich Hoenmanns (Vorstand der Westdeutsche Schiffahrts-AG) 1924: Lindenthal, Haus Rurstraße 9 um 1924: Riehl, Haus Am Botanischen Garten 47 1925–1926: Altstadt, Wettbewerbsentwurf für die Bebauung des Brückenkopfs der Deutzer Brücke am Heumarkt (ausgeschieden) 1927: Bickendorf, Siedlung Alpener Straße / Marienstraße (mit Wilhelm Kamper)Werner Heinen, Anne-Marie Pfeffer: Köln: Siedlungen 1888–1988. 1928: Altstadt, Wettbewerbsentwurf für den Neubau des Disch-Hauses (mit Wilhelm Kamper) 1928–1930: Zollstock, Volksschule Vorgebirgstraße (später Rosenzweigweg 3)Eva-Christine Raschke: Köln: Schulbauten 1815–1964. Geschichte, Bedeutung, Dokumentation. 1929: Ehrenfeld, GAG-Siedlung Terrassenweg (Künstlersiedlung; kriegszerstört, heute Gelände des Melaten-Friedhofs) 1930–1931: Neustadt/Süd, Um- und Erweiterungsbau des Palais Oelbermann Hohenstaufenring 57 zum Wohnheim für die Emil-und-Laura-Oelbermann-Stiftung 1932: Marienburg, Wolfgang-Müller-Straße 13–15, Umbau eines Hauses der Professorensiedlung der Universität zu einem Einfamilienhaus für Hans Carl Nipperdey (mit Werner Pilzecker; Entwurf des ursprünglichen Hauses durch Manfred Faber und Fritz Fuß) 1932–1933: Lindenthal, städtebauliche Planung für eine Eigenheim-Siedlung in Hohenlind 1933–1934: Braunsfeld, Villa Hermann-Pflaume-Straße 3 für den Tiefbauunternehmer Heinrich OssendorfWolfram Hagspiel: Bauten und Architekten in Braunsfeld von 1900 bis zur Gegenwart. 1935–1936: Lindenthal, Einfamilienwohnhäuser Am Mönchshof 1–9 (Haus 9 als Wirminghaus′ eigenes Wohnhaus) 1937: Sülz, Neuenhöfer Allee 32, HJ-Heim 1939: Altstadt/Nord, Breite Straße 44–46, Umbau des Geschäftshauses FranskyHiltrud Kier, Karen Liesenfeld, Horst Matzerath: Architektur der 30er und 40er Jahre in Köln. Materialien zur Baugeschichte im Nationalsozialismus 1940: Marienburg, Wettbewerbsentwurf für den Verteilerkreis Militärringstraße / Bonner Straße 1942: Vogelsang, Bunker an der Rupprechtstraße 1942: Neustadt/Süd, Bunker an der Elsaßstraße 1948–1949: Marienburg, Umbau des Hauses Von-Groote-Straße 7 zu einem Vierfamilienhaus (mit Bernhard Wirminghaus) 1948–1951: Marienburg, Doppelhäuser Oberländer Ufer 196–196a und 198–198a (gemeinsam mit Bernhard Wirminghaus) 1949: Marienburg, Anbau von Garage und Abstellraum am Wohnhaus Am Südpark 45 für den Unternehmer Otto Wedekind 1952: Neustadt/Süd, Hohenstaufenring 57, Agrippina-Haus um 1952: Nippes, Gebäude Niehler Straße 225–231 um 1955: Buchheim, Alte Wipperfürther Straße, Volksschule 1958–1960: Nippes, Steinberger Straße 40, Volksschule 1958–1960: Klettenberg, Stenzelbergstraße, Volksschule 1958–1960: Flittard, Peter-Gries-Straße, Volksschule
Außerhalb Kölns 1924: Nideggen, Haus für E. Hannemann um 1924: Nideggen, Haus für M. Sch. 1926: Duisburg, Wettbewerbsentwurf für die Bebauung des Bahnhofsvorplatzes (ausgeschieden) 1926: Bad Honnef, Landhaus für Baronin von T. um 1952: Waldbröl, Haus Hermann-Löns-Weg 21 um 1952: Waldbröl, Haus Homburger Straße 58 um 1952: Siegburg, Siedlung Von-Stephan-Straße 2–14
Literatur Paul Joseph Cremers (Einleitung): Helmuth Wirminghaus. (= Neue Werkkunst) Friedrich Ernst Hübsch Verlag, Berlin / Leipzig 1930. Wolfram Hagspiel: Köln. Marienburg. Bauten und Architekten eines Villenvororts. (= Stadtspuren, Denkmäler in Köln, Band 8) 2 Bände, J.P. Bachem Verlag, Köln 1996, ISBN 3-7616-1147-1, S. 962 f. Wolfram Hagspiel: Bauten und Architekten in Braunsfeld von 1900 bis zur Gegenwart. In: Max-Leo Schwering: Köln. Braunsfeld-Melaten. (= Publikationen des Kölnischen Stadtmuseums, Band 6) Kölnisches Stadtmuseum, Köln 2004, ISBN 3-927396-93-1, S. 317. Werner Heinen, Anne-Marie Pfeffer: Köln. Siedlungen 1888–1988. (= Stadtspuren, Denkmäler in Köln, Band 10) 2 Bände, J.P. Bachem, Köln 1988, ISBN 3-7616-0929-9 (Band I) / ISBN 3-7616-0934-5 (Band II). Hiltrud Kier, Karen Liesenfeld, Horst Matzerath (Hrsg.): Architektur der 30er und 40er Jahre in Köln. Materialien zur Baugeschichte im Nationalsozialismus. (= Schriften des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln, Band 5) Emons Verlag, Köln 1999, ISBN 3-89705-103-6. Eva-Christine Raschke: Köln. Schulbauten 1815–1964. Geschichte, Bedeutung, Dokumentation. (= Stadtspuren, Denkmäler in Köln, Band 15) J.P. Bachem, Köln 2001, ISBN 3-7616-1471-3, S. 524. Robert Steimel: Kölner Köpfe. Steimel Verlag, Köln 1958, , Sp. 440.
Einzelnachweise
Kategorie:Architekt (Köln) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1891 Kategorie:Gestorben 1968 Kategorie:Mann