mini|Drachenfels mit unzerstörter Burg, Kupferstich von 1646 mini|Luftaufnahme der Burgruine mini|Plateau mit Glaskubus mini|Weinanbau am Drachenfels mini|links|hochkant=0.5|Wappen derer von Drachenfels mini|Schloss Drachenburg, erbaut von 1882 bis 1884 mini|Zahnradbahn auf dem Drachenfels mini|Nibelungenhalle mini|Heinzelmännchen-Diorama mit beweglichen Figuren mini|Drachenfels während der Restaurierung 2008
Der Drachenfels ist ein Berg im Siebengebirge am Rhein zwischen Bad Honnef und Königswinter. Aufgrund seiner markanten Lage über dem Rheintal, der Ruine der Burg Drachenfels, seiner Verwendung als Sujet der Rheinromantik und einer frühen touristischen Erschließung erlangte er im 19. Jahrhundert weite Bekanntheit. Mit einer Höhe von liegt der Gipfel rund 270 m über dem Rhein.
Der Drachenfels entstand durch aufsteigendes Magma, das nicht zur Erdoberfläche durchbrechen konnte, sondern darunter domartig erstarrte; Vulkanologen nennen das Quellkuppe. Schon aus römischer Zeit sind Steinbrüche (Quarztrachyt) am Drachenfels belegt. Besonders im Mittelalter war der Drachenfels-Trachyt rheinabwärts ein viel verwendeter Baustein, z. B. beim Bau des Kölner Doms.
Am nördlichen Hang über der Stadt Königswinter befindet sich das von 1882 bis 1884 im historistischen Stil erbaute Schloss Drachenburg. Eine Besonderheit ist die von Königswinter auf das Drachenfels-Plateau führende Zahnradbahn (Drachenfelsbahn).
Geographie Unter den Bergen des Siebengebirges reicht der Drachenfels am weitesten an den Rhein heran, begrenzt dort die Honnefer Talweitung des Mittelrheins und markiert somit dessen Übergang zur Niederrheinischen (Kölner) Bucht. Nach Westen und Süden, also Richtung Rheinufer und Rhöndorf, fällt er steil ab, während er nach Norden und Nordwesten deutlich langsamer an Höhe verliert. Im Osten ist er nur durch eine geringfügige Einsattelung von der mit heutzutage annähernd gleich hohen Wolkenburg getrennt. Das Nachtigallental, durch das der Hitelbach fließt, trennt ihn vom nordöstlich gelegenen Hirschberg (). Der nordwestliche Hang des Drachenfelses direkt oberhalb der Altstadt von Königswinter wurde früher als eigene Erhebung mit der Bezeichnung Hardberg ausgewiesen.Topographische Karte Königswinter, 1:25.000, 1977 Der zum Rhein hin gewandte, westnordwestliche Bergrücken wird nach dem historischen Standort eines Steinbruchs Rüdenet genannt, der nach Norden hin abfallende Bergrücken westlich entlang des Nachtigallentals hat die schon 1715Ferdinand Schmitz; Düsseldorfer Geschichtsverein (Hrsg.): Urkundenbuch der Abtei Heisterbach, In: Sammlung der Urkundenbücher des Niederrheins, Bonn 1908 erwähnte und auf einen Flurnamen zurückgehende Bezeichnung Saurenberg bzw. Saurer Berg. Dort befindet sich auch das Königswinterer Freibad. Die Fortsetzung des Drachenfelses im Rhein als sogenannter Drachenfelsgrund zwischen Rhöndorf im Süden und Königswinter im Norden stellt für die Rheinschifffahrt eine Untiefe dar, die den historischen Namen Reih trägt.
Das Drachenfelsplateau mit Hotel und Restaurantgebäude sowie Endstation der Drachenfelsbahn liegt 30 Meter unterhalb der Burgruine auf etwa .
Geschichte Burg Drachenfels
Die Ruine des dreistöckigen Bergfrieds auf dem Drachenfels ist das Wahrzeichen des Siebengebirges. Die Burganlage wurde nach 1138 vom Kölner Erzbischof Arnold begonnen und etwa 1167 fertiggestellt. Außer dem Bergfried bestand die Burg ursprünglich aus Palas, Kapelle und Dienstbotenwohnungen. Sie diente zur Absicherung des Kölner Gebietes nach Süden hin.
Während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Burg im Jahre 1634 vom Kurfürsten von Köln geschleift und anschließend nicht mehr aufgebaut. Vom Palas ist nur noch ein Mauerstück mit Fensteröffnung („Kölner Fenster“) erhalten. Einer der letzten der Linie der Burggrafen vom Drachenfels starb 1530. Graf Heinrich wurde in der Klosterkirche von Heisterbach in der dortigen Familiengruft beerdigt. Sein Grabstein wurde bei der Zerstörung des Klosters Heisterbach gerettet und ist heute an der ab 1903 erbauten Kirche St. Mariä Heimsuchung in Rhöndorf zu sehen.
Damals wie heute gibt es wenige Familien, die den Namen von Drachenfels sowie das Adelsgeschlecht weiterführen.
Abbau von Trachyt und Unterschutzstellung Schon aus römischer Zeit sind Steinbrüche (von Quarztrachyt) am Drachenfels belegt. Die guten Eigenschaften des Steines und die einfache Transportmöglichkeit durch Schiffe auf dem Rhein machten den Standort ideal für den Abbau. Es gab verschiedene Steinbrüche der Römer am Berg, die Spuren sind heute zum Beispiel noch im sogenannten Felsenmeer im Schlosspark von Schloss Drachenburg zu erkennen. Die großen Felsblöcke zeugen von den typischen Überresten römischer Arbeitstechnik. Die Steine fanden vor allem in römischen Standorten wie Köln oder Xanten Verwendung.
Nach dem Niedergang des römischen Reiches dauerte es mehrere hundert Jahre, bis wieder in großem Stil Steine am Drachenfels abgebaut wurden. Im Mittelalter war der Drachenfels-Trachyt rheinabwärts ein viel verwendeter Baustein. Um das Jahr 1000 wurden Steine vom Drachenfels zum Bau der Kirche St. Maria im Kapitol in Köln genutzt. Der Steinabbau nahm in den folgenden Jahrzehnten zu; der größte Abnehmer für Steine war die Kölner Dombauhütte, welche die Steine für den 1248 begonnenen Bau des Kölner Doms nutzte. Den Hohlraum dieses Steinbruchs sieht man auch heute noch auf der Südseite des Berges. Der Steinabbau ging ab den 1530er Jahren wegen eines Baustopps am Kölner Dom zurück.
Der Abbau von Trachyt wurde 1836 durch Teilankauf seitens der preußischen Regierung ganz gestoppt. (Dies wird fälschlicherweise häufig als die erste staatliche Naturschutzmaßnahme bezeichnet – der Bamberger Hain zum Beispiel war bereits 1824 unter staatlichen Schutz gestellt worden.) Im Jahr 1836 erwarb die preußische Regierung den Steinbruch Drachenfels, um ihn sofort stillzulegen und so die Silhouette des Berges als Naturschönheit zu sichern. Damit ersparte sie dem Berg samt seiner malerischen Burgruine das Schicksal, als Steinbruch für den Weiterbau des Kölner Doms zu dienen. Für diesen Teil des Berges samt Burgruine wurden 10.000 Taler gezahlt.
Im Jahr 1869 entstand der Verschönerungsverein Siebengebirge, der das Ziel hatte, das Areal gänzlich zu erschließen. Der Verein gründete 1880 mit Genehmigung des Kaisers eine staatliche Lotterie, aus deren Einnahmen alle anderen Steinbrüche aufgekauft wurden, um so zu verhindern, dass mit dem weiteren Abbau der Steine der Berg verschwindet. Die rechtliche Grundlage für ein Naturschutzgebiet wurde aber erst 1922 mit einer entsprechenden Polizeiverordnung gelegt. Seit 1956 firmiert es als Naturpark.
Namensherkunft Der Name „Drachenfels“ soll sich nach der geläufigsten Etymologie vom Quarz-Trachyt ableiten, der an dem Berg gewonnen wurde. Da der Name Trachyt für diese Art Gestein jedoch erst 1813 in die Geologie eingeführt wurde, der Name des Drachenfelsens jedoch sehr viel älter ist, erscheint dies unwahrscheinlich. Eine volkstümliche Herleitung stammt von der Sage über einen Drachen, der auf dem Berg gehaust haben soll. Hieraus wurde auch ein Bezug zur Nibelungensage hergestellt, der aber nicht nachgewiesen ist.
Tatsächlich taucht der Name bereits in einer Urkunde des Kölner Erzbischofs Arnold I. von 1149 über die Loslösung der Burg Drachenfels von Vogt Adalbert auf, in welcher der Ort der Burg mit in monte dracu – also auf dem Drachenberg – angegeben wird.
1176 war Gottfried (I.), der Vater Heinrichs (I.) und Großvater Gottfrieds (II.), Herr von Drachenfels, Heimatverein Siebengebirge e. V. und führte den silbernen Drachen auf rotem Feld als sein Wappen.
Tourismus mini|Zierplatte „Gruss vom Drachenfels am Rhein“, 1. Hälfte 20. Jahrhundert
Geschichte Mit dem Ende der napoleonischen Herrschaft und dem Beginn der Romantik setzte starker Reiseverkehr am Rhein ein. Der Besuch von George Gordon Byron im Mai 1816 macht die Ruine Drachenfels international bekannt. Sein Gedicht begeistert seine Landsleute und die Briten waren die ersten ausländischen Touristen im Siebengebirge.
Die bekannten Esel vom Drachenfels wurden damals für den Transport der Steine aus dem Bruch verwendet und waren auch wichtige Arbeitstiere beim Weinanbau. Als immer mehr Touristen die Ruine besuchten, erkannte man die Möglichkeiten, und 1816 wurden die Besucher mit Hilfe der Grautiere auf den Gipfel transportiert, aber auch Pferde wurden eingesetzt. Als es 1967 zum Felssturz kam, endete der Eseltransport am Eingang von Schloss Drachenburg, die Sicherungsmaßnahmen haben daran nichts geändert. Die Drachenfelsbahn hatte nur einen geringen Einfluss auf die Anzahl der verwendeten Tiere. 1900 wurden 36 und 1937 noch 29 Esel verwendet. Heute gibt es nur noch einen Reittierhalter mit zehn Eseln.
Am 1. Mai 1827 wurde Königswinter von der heutigen Köln-Düsseldorfer (KD) Gesellschaft angefahren. Der Transport an Land erfolgte durch Nachen, eine Landebrücke legte die Kölnische Gesellschaft im Mai 1841 an. Heute gibt es vier Anlegestellen am Königswinterer Ufer, eine für den Linienverkehr der Köln-Düsseldorfer und eine für ihre Hotelschiffe. Zwei weitere Brücken gehören der Stadt und werden von anderen Gesellschaften genutzt. Alle weiteren Anlegestellen sind für Schiffe, die hier ihren festen Liegeplatz haben.
Ein weiterer Aufschwung für den Tourismus war 1844 die Eröffnung der Bonn-Cölner Eisenbahn und die Verbesserung der allgemeinen Verkehrsverhältnisse. Am 11. Juli 1870 wurde der Königswinterer Bahnhof eröffnet. Seit 1872 können die Reisenden auf einer Fahrstraße mit Kutschen auf den Drachenfels fahren.
Die am 17. Juli 1883 eröffnete Drachenfelsbahn ist die älteste Zahnradbahn Deutschlands. Hiermit begann das Zeitalter des Massentourismus, in dessen Folge am Rheinufer Nobelhotels für die wohlhabenden Gäste entstanden, während in der Innenstadt Unterkünfte für die weniger Betuchten entstanden. 1892 wurde das erste Motorboot in Betrieb genommen. 1897 gab es in Königswinter sieben Motorboote, die 20 bis 35 Passiere befördern konnten. 1914 gab es bereits 16 Schiffe, die bis in die 1930er-Jahre erneuert wurden. In den 1950ern wurden diese durch die heute bekannten Großraummotorboote ersetzt.
1964/65 wurde die Zufahrt zur B 42 errichtet, die über die Landesstraße 331 auch mit der A 3 in Ittenbach verbunden ist.
Aktuelle Entwicklungen mini|Neubau des Drachenfelsrestaurants (Mai 2012) mini|Sperrung eines Weges am Siegfriedfelsen (2012)
Bis in die späten 1990er-Jahre hinein war der Drachenfels die wichtigste touristische Attraktion Königswinters. Besonders beliebt war er bei Besuchern aus den Niederlanden, was ihm in der Umgebung den Spitznamen „höchster Berg Hollands“ eingebracht hat. Der Tourismus wurde von einem in den 1930er-Jahren fertiggestellten Hotel und einem weithin sichtbaren, 1976 eingeweihten Restaurantgebäude bewältigt. In den 1990er- und 2000er-Jahren waren die Besucherzahlen rückläufig, einige Lokale mussten schließen, und die Attraktionen werben um Sponsoren. Er gilt dennoch als der „meistbestiegene Berg Europas“ – auch wenn das nicht durch Zahlen belegt ist.
Um die Attraktivität des Tourismusstandorts Drachenfels zu verbessern, werden seit einigen Jahren große Anstrengungen unternommen: 2005 wurde der neue Bahnhof der Zahnradbahn mit Touristeninformation eröffnet, das am Aufstieg zum Drachenfels gelegene Schloss Drachenburg wurde bis 2010 umfassend renoviert. 2007 fand eine weitreichende Modernisierung des inzwischen jedoch abgerissenen Drachenfelsrestaurants auf dem Gipfel statt. Außerdem wird der Drachenfels mittlerweile für kommerzielle Silvesterfeiern genutzt.