Die bayerische Landeshauptstadt München weist zahlreiche städtebauliche und architektonische Sehenswürdigkeiten auf. Sie prägen das Stadtbild mit.

Altstadt

Marienplatz mini|Das Neue Rathaus am Marienplatz Im Zentrum Münchens befindet sich der Marienplatz mit der Mariensäule, dem Neuen Rathaus und seinem berühmten Glockenspiel und dem Alten Rathaus.

Der Marienplatz liegt am Kreuzungspunkt der beiden Hauptachsen, der Ost-West-Achse zwischen Isartor und Karlstor und der Süd-Nord-Achse zwischen Sendlinger Tor und dem im 19. Jahrhundert abgebrochenen Schwabinger Tor. Im Nordwesten des Platzes liegt das Kreuzviertel, im Südwesten das Hackenviertel, im Südosten das Angerviertel und im Nordosten das Graggenauviertel. mini|Durchbruch des Altstadtrings an der Maximilianstraße Die Münchner Altstadt ist nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges fast zur Gänze neu errichtet worden, beinahe alle Gebäude waren zerstört oder beschädigt. So stammen die meisten Gebäude weitgehend aus den Nachkriegsjahrzehnten. Obwohl gerade weite Bereiche um die Frauenkirche nach der Trümmerräumung als eingeebnetes Bauland für den Neuaufbau bereitstanden, erscheint heute die Altstadt auf den ersten Blick als „gewachsenes“ Ensemble, das Ergebnis sorgfältiger Planung und Denkmalpolitik, trotz einiger radikaler Schnitte, die später als Zweite Zerstörung Münchens bezeichnet wurden.

Kreuzviertel und Stachus Nordwestlich des Marienplatzes steht die Frauenkirche, eine der größten Kirchen und das Wahrzeichen der Stadt. Nach Westen führt die Fußgängerzone Kaufingerstraße/Neuhauser Straße zum Stachus mit dem Karlstor. Das Karlstor hieß ursprünglich Neuhauser Tor und war zusammen mit Isartor und dem Sendlinger Tor Teil der zweiten Stadtbefestigung aus dem 14. Jahrhundert. Davon sind heute nur noch die beiden Außentürme erhalten. Im Mittelteil befinden sich in den Ecken die sogenannten Kragenköpfe, die vier Münchner Originale darstellen. Da ist der Kutscher (Xaver) Krenkl, der im Englischen Garten König Ludwig I. überholte und ihm ein Wer ko, der ko entgegenrief, der letzte bayerische Hofnarr Prangerl, der Bassgeiger aus dem Hofbräuhaus Baron Sulzbeck und der Finessensepperl, der Liebesbriefe zustellte.

In der Neuhauser Straße befinden sich mit der Michaelskirche und der Bürgersaalkirche zwei bedeutende Kirchenbauten. Neben St. Michael, der größten Renaissancekirche nördlich der Alpen, befindet sich die Alte Akademie, das ehemalige Jesuitenkolleg. Die ebenfalls in der Neuhauser Straße (Hausnummer 2) gelegene ehemalige Augustinerkirche wird seit der Säkularisation nicht mehr als Gotteshaus genutzt und beherbergt heute das Deutsche Jagd- und Fischereimuseum. Nahe dem Karlstor befindet sich das Kaufhaus Oberpollinger von 1905. mini|links|Justizpalast (von Norden gesehen) An der Westseite des Stachus befindet sich der monumentale Justizpalast, zu Ende des 19. Jahrhunderts von Friedrich von Thiersch in den Formen des Neubarock mit einer damals neuartigen Kuppel aus Eisen, Stahl und Glas erbaut. Das dahinterliegende Neue Justizgebäude, in nordischer Gotik mit zwei Türmen errichtet, stammt vom selben Architekten. Nördlich davor liegt der Alte Botanischer Garten mit dem klassizistischen Eingangsportal von 1812 nach einem Entwurf von Emanuel Joseph d’Herigoyen. Weiter nördlich liegt am Übergang von Maximiliansplatz und Lenbachplatz nahe der Maxburg der Wittelsbacherbrunnen. An der Straßenmündung zur Prannerstraße liegt das Maxtor.

mini|hochkant=1|Luftbild der nordwestlich vom Marienplatz gelegenen Frauenkirche

Am Lenbachplatz steht das Künstlerhaus, eine Art Vereinshaus der Münchner Künstler. Es wurde um das Jahr 1890 von Gabriel von Seidl errichtet und im Inneren von Franz von Lenbach gestaltet. Ebenfalls am Lenbachplatz stehen der aus der Zeit der Renaissance stammende Maxturm, letzter Rest der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Maxburg, die um 1890 im neobarocken Stil errichtete ehemalige Bayerische Börse und das ebenfalls in neobarocken Formen erbaute Palais Bernheimer. mini|links|Dreifaltigkeitskirche Hier am nordwestlichen Rand des Altstadtbereichs liegt nahebei die Dreifaltigkeitskirche in der Pacellistraße, einer Votivkirche im reinsten Stil des italienischen Barocks. Die Münchner ließen die Kirche ab 1711 nach Plänen von Giovanni Antonio Viscardi bauen und erhofften sich dadurch im Österreichischen Erbfolgekrieg von den Österreichern verschont zu bleiben. Im Innern sind Werke von Cosmas Damian Asam, Joseph Ruffini, Andreas Faistenberger und Johann Baptist Straub zu bewundern. Westlich des Promenadeplatzes an der Pacellistraße liegt die barocke Karmelitenkirche. mini|links|Kardinal-Faulhaber-Straße Am Promenadeplatz, an dem sich bis zum Anfang des 19. Jh. der Münchner Salzmarkt befand, befindet sich vor dem gleichnamigen klassizistischen Palais ein modernes Denkmal für den Ersten Minister Maximilian Joseph Graf von Montgelas, dem Schöpfer des neuen Bayern. In der Mitte des Platzes steht das Denkmal für Kurfürst Max Emanuel. Daneben steht das traditionsreiche Luxushotel Bayerischer Hof. Das Gunetzrhainerhaus (Promenadeplatz 15) weist eine Fassade mit Régence-Stuck auf und besitzt eine Rundbogennische mit Hausmadonna. Das Haus wurde 1726 von Hofbaumeister Johann Baptist Gunetzrhainer erworben und umgestaltet. Am Promenadeplatz 7 steht das klassizistische Verwaltungsgebäude der Dresdner Bank, das 1907 nach Plänen von Max Littmann errichtet wurde. Bevor sich in dieser Zeit dort vermehrt Banken ansiedelten, war im Kreuzviertel der bayerische Adel zu Hause, fast alle erhaltenen Palais des 18. Jh. finden sich hier. Manche wurden noch vor dem Ersten Weltkrieg durch die Paläste der Gründerzeit ersetzt, so entstand auch das Parcus-Haus mit dominanter Kuppel, es liegt am Promenadeplatz 12 an der Stelle eines Barockpalais. In der Kardinal-Faulhaber-Straße erinnert eine Inschrift auf dem Gehsteig an die Stelle an der 1919 der erste Ministerpräsident des Freistaates Kurt Eisner einem Attentat zum Opfer fiel. In der Kardinal-Faulhaber-Straße und der Prannerstraße befinden sich, unterbrochen durch Gründerzeitbauten, noch weitere Gebäude, die noch aus der Barockzeit stammen, mehrere Adelspaläste wie das Palais Porcia, das Jüngere Preysingpalais, die Palais Gise und Seinsheim oder das Palais Holnstein von François de Cuvilliés. In letzterem residiert heute der Erzbischof von München und Freising. Nördlich davon am Salvatorplatz liegen das Palais Minucci, das Literaturhaus und die spätgotische Friedhofskirche St. Salvator. Hier am ehemaligen Jungfernturm finden sich weitere Reste der mittelalterlichen Stadtmauer.

Angerviertel und Hackenviertel mini|links|Asamhaus und Asamkirche Im Südosten der Altstadt liegt das Angerviertel. Gleich südlich vom Marienplatz befindet sich die älteste Pfarrkirche der Stadt, der Alte Peter, von dessen Turm man einen hervorragenden Blick über die Stadt hat. Angrenzend der Viktualienmarkt mit der Heiliggeistkirche, einer gotischen Hallenkirche, die später im Barock umgestaltet wurde. An den Markt angrenzend wurde die Schrannenhalle wieder aufgebaut. Weiter westlich am Rindermarkt südlich der Peterskirche steht der mittelalterliche Löwenturm, eines der ältesten Gebäude der Stadt. Nahebei liegt das reich verzierte Ruffinihaus. mini|hochkant|Barockturm der Herzogspitalkirche Vom Marienplatz nach Süden führen Rosenstraße und Sendlinger Straße zum Sendlinger Tor. Das Sendlinger Tor, von dem nur noch die Seitentürme erhalten sind, gehörte wie das Isartor und das Karlstor zur Stadtbefestigung aus dem 14. Jahrhundert In der Sendlinger Straße befindet sich die bedeutende Asamkirche. Am parallel verlaufenden Oberanger befindet sich das ORAG-Haus sowie der St.-Jakobs-Platz mit dem Münchner Stadtmuseum und das Ignaz-Günther-Haus, in dem der Bildhauer Ignaz Günther Wohnung und Werkstatt hatte. Bis zu ihrem durch schwere Beschädigungen im Zweiten Weltkrieg (Dezember 1944) bedingten Abriss 1955 war St. Jakob am Anger der letzte erhaltene romanische Kirchenbau der Altstadt; heute steht an Stelle der alten Kirche ein moderner Kirchenbau. Auf dem St.-Jakobs-Platz wurde im November 2006 das Jüdische Zentrum eingeweiht. Weiter südlich am Roßmarkt liegt das im Stil des späten Rokoko von François de Cuvilliés dem Jüngeren erbaute Neue Landschaftsgebäude, in dem sich heute die Deutsche Meisterschule für Mode befindet. Südlich am Altstadtring befinden sich die Hauptfeuerwache, die Kirche St. Willibrord, der Bau für das Münchner Marionettentheater sowie das Städtische Hochhaus.

Im Hackenviertel im Südwesten zwischen Sendlinger Straße und Neuhauser Straße befinden sich die gotische Kreuzkirche und die barocke Damenstiftskirche St. Anna, die nach nahezu vollständiger Zerstörung im Krieg wieder aufgebaut wurde. In der Damenstiftstraße 8 befindet sich das Rokoko-Palais Lerchenfeld. In der Hotterstraße 18 befindet sich seit 1440 mit der Hundskugel das angeblich älteste Gasthaus Münchens. Das Haus zur Hundskugel ist dagegen Barock. In der Hackenstraße ist noch das Radspielerhaus des Vergolders Joseph Radspieler zu erwähnen, das noch über einen der wenigen erhaltenen typischen Altmünchner Innenhöfe verfügt. Am Färbergraben stand das Schwarze Haus, in dem sich der Verwaltungssitz des Süddeutschen Verlages befand und welches ein wichtiges Beispiel der Münchner Nachkriegsarchitektur darstellte. Das Gebäude wurde im Zuge der Auslagerung des Verlages an den Stadtrand allerdings abgerissen. In der Herzogspitalstraße befindet sich der Neubau der Herzogspitalkirche mit einem restaurierten barocken Backsteinturm und das Palais Woronzow, ein klassizistischer Bau von 1808. An das benachbarte Josephspital und seine barocke Spitalskirche erinnert nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs nur noch der Straßennamen. Seit 2016 befindet sich in der Hotterstraße 12 das Museum of Urban and Contemporary Art. 2017 wurde an der Ecke Oberanger, Dultstraße das Denkmal für die in der NS-Zeit verfolgten Lesben und Schwulen eingeweiht.

Graggenauer Viertel und Museumsinsel mini|links|Die Theatinerkirche mini|Der Hofgarten Vom Marienplatz nach Norden gelangt man entweder über die schwer kriegszerstörte, einst von vielen Rokokofassaden geprägte Theatinerstraße mit den Fünf Höfen und anderen exklusiven Geschäften oder über die Residenzstraße zum Odeonsplatz. Die Residenzstraße führt vorbei am Max-Joseph-Platz mit dem Eilleshof, dem Palais Toerring-Jettenbach, dem Nationaltheater, dem Neuen Residenztheater und dem Königsbau der Münchner Residenz, weiter zum Älteren Palais Preysing, das im Rokokostil von Joseph Effner gegenüber der Alten Residenz erbaut wurde, und gelangt schließlich zur Feldherrnhalle am Odeonsplatz. Im Süden des Platzes steht neben der Feldherrnhalle die barocke Theatinerkirche mit ihrer 71 Meter hohen Tambourkuppel.

An den Odeonsplatz grenzen auch Festsaalbau und Hofgarten der Residenz mit der östlich angrenzenden Staatskanzlei. Die Staatskanzlei wurde 1992 als Sitz der bayerischen Regierung fertiggestellt. Der Mittelteil mit Kuppel stammt vom 1906 errichteten, aber im Zweiten Weltkrieg zerstörten bayerischen Armeemuseum. Der Hofgarten wurde 1613 bis 1617 im italienischen Stil angelegt. In der Mitte steht der Dianatempel. Der Tellus Bavarica, die Bronzefigur auf dem Dach, ist die Kopie des Originals von Hubert Gerhard (1594), das im Theatinergang der Residenz ausgestellt ist. Er symbolisiert das Land Bayern. An der Nordseite des Hofgartens liegt das ehemalige Kurfürstliche Galeriegebäude von 1781.

mini|Das Isartor, vom Isartorplatz aus gesehen Vom Marienplatz nach Osten kommt man über das Tal zum Isartor, in dem das Valentin-Karlstadt-Musäum untergebracht ist. Nahebei liegen Reste des mittelalterlichen Prinzessturms sowie in einem alten gotischen Bürgerhaus das Bier- und Oktoberfestmuseum. Noch weiter Richtung Osten gelangt man zur Isar und über die Ludwigsbrücke auf die Museumsinsel, auf der sich das Deutsche Museum befindet. Nördlich davon liegen der Vater-Rhein-Brunnen und die Praterinsel mit dem Alpinen Museum.